Tarzans Witwe

3. März 2009. Sie war eine Werbe-Ikone und eine Zeit lang eines der bekanntesten Gesichter des deutschen Fernsehens: die Schauspielerin Johanna König, die auch eine ausgebildete Tänzerin war, seit 1968 aber als burschikose Vollschlanke mit Schiebermütze, weißer Latzhose und rot-weiß karierter Bluse für ein amerikanisches Waschmittel warb, das in den 60er Jahren unter dem Namen Ariel auf den deutschen Markt kam. Mit Hilfe von Johanna König alias Clementine und dem Slogan "Nicht nur sauber, sondern porentief rein" wurde es zum meistverkauften Waschpulver des Landes und von Clementine am Ende des Spots stets mit pfiffigem Blick für den Hauptwaschgang empfohlen.

Das Gedächtnis des Theaters

1. März 2009. Die überlebensgroßen Plüschhasen, die gestern Abend in Karin Henkels Choderlos-Laclos-Heiner-Müller-Christopher-Hampton Variation "Gefährliche Liebschaften" auf der Bühne des Deutschen Theaters Berlin auf den kommenden Frühling und das Ansteigen des Triebthermometers verwiesen, verweisen darüber hinaus noch auf etwas anderes: dass auch das Theater ein Gedächtnis hat. Denn man muss wissen, dass Karin Henkel, 1970 in Köln geboren, ihr Regiedebüt im zarten Alter von dreiundzwanzig Jahren am Hessischen Staatstheater Wiesbaden gab: mit Coline Serreaus Komödie "Hase Hase".

Haar- und Barterlass

18. Februar 2009. Nächstes Jahr, zwanzig zehn, gibt es in Oberammergau in Bayern wieder Passionsfestspiele. Der Ursprung dieser religiösen Theaterei, informiert uns die Presseabteilung der Passionsspieler, gehe auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633 zurück, abgelegt, um die damals grassierende Pest heilig zu bannen. Zwanzig zehn wird es das nur alle zehn Jahre unter Beteiligung des ganzen Ortes aufgeführte Passionsspiel zum 41. Male geben.

Fat Bird in Shenzhen

13. Februar 2009. China verstehen? Seinen märchenhaften Aufschwung, die Reformen, das Hukou-Wohnsitzmeldesystem? Die Probleme fangen bei der richtigen Aussprache der Namen an. Yang Qian trug es mit Fassung, als er 2005 in Berlin zu Gast war und nicht nur sein Name Probleme bereitete, sondern auch sein Stück Hope irgendwie als missglückte Familienfeier wahrgenommen wurde.