Waldhaus-Menschen

10. Februar 2009. Dem geschätzten Peter Müller aus Zürich sei Dank. Denn ohne ihn, den Schweizer in der Theatertreffen-Jury, hätten die Kollegen KritikerInnen es zuletzt vielleicht verpasst, die alle andere Theaterei des abgelaufenen Jahres hell überstrahlende Aufführung

einzuladen, die Christoph Marthaler und die Seinen dem Hotel Waldhaus im Engadin zu seinem 100. Geburtstag bescherten.

Live-Korrektur

8. Februar 2009. Korrekturen hieß ein Theaterspektakel zur deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte im Berliner Maxim Gorki Theater, das gestern von 18 Uhr bis eine Stunde nach Mitternacht ging: ein höchst komplex komponiertes Konzert aus ostwestlichen Stimmen der deutschen Nachkriegszeit. Am Ende sang Johann Jürgens, 1985 in Neu Brandenburg geboren, 1989 also vier Jahre alt, Lieder von Manfred Krug.

BE-Prosa – Teil II

6. Februar 2009. Es fühlt sich an, als verginge kein Tag, an dem aus der Richtung von Claus Peymann und seinem Berliner Ensemble nichts vermeintlich Theaterweltbewegendes zu erfahren wäre. Nachdem das Pressebüro gestern die Flucht eines Huhns von der Bühne in den Zuschauerraum wortreich zu vermelden wusste (siehe hier), kündigt die Osnabrücker Zeitung für morgen nun ein Interview mit Peymann an. Was hat er darin kundzutun hat? Verheerendes natürlich! "Verheerend" nämlich findet er den Trend zu theaterfernen Geschäftsführern an den Spitzen der Theater. Er vertrete die Meinung, "dass Theater von der Bühne geleitet werden muss, von Regisseuren, von Schauspielern, von Dramatikern. Wenn die gelebte Phantasie und das Andersdenken keinen Platz mehr hat, geht die Gegenkraft, die Gegenwelt des Theaters verloren", zitiert die Zeitung den 71-Jährigen und verweist – huhu, spannungssteigernd! –  auf die morgige Samstagsausgabe. Peymann wittert Niedergang: mit den neuen Managern sei der Abbau der Künste wohl leicht zu bewerkstelligen, deshalb würden sie ja auch "so gerne anstelle von Künstlern als Intendanten genommen: Weil sie genauso kompromissbereit und phantasielos sind, wie die Herren, die sie geholt haben". Bleibt zu hoffen, dass das BE den Abbau der Kunst aufzuhalten vermöge, indem es sich – entgegen der momentanen Anzeichen – doch noch zu einem Hort der Phantasie, der Gegenkraft, des Andersdenkens entwickelt. So dass man von dort auch mal wieder über ästhetisch spannendere Dinge berichten kann als über Hühner, die die Vierte Wand durchbrechen.

BE-Prosa

5. Februar 2009. Unter der Überschrift Fuchs rettet Huhn im BE erreicht uns soeben eine Pressemitteilung aus dem Hause Peymann, die wir hier in seiner ganzen Länge wiedergeben: "Zu einem Zwischenfall mit Huhn kam es gestern Abend zu Beginn der Vorstellung von Heinrich von Kleists Der Zerbrochne Krug im Berliner Ensemble.