Kay Wuschek – Theater an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2008, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Voller Vitalität und Leidenschaft versuche ich dafür zu sorgen, dass die herausragendsten, schönsten und beeindruckensten Theatererlebnisse sich am Theater an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin ereignen. Das war 2008 so und wird auch 2009 so sein. Jede Intendantin und jeder Intendant, der gleiches nicht von sich behauptet und mit dieser Grundhaltung sein Theater führt, ist, um mit Schiller zu sprechen: ein Hundsfott.

Markus Heinzelmann – Theaterhaus Jena, Künstlerischer Leiter

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2008, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Das Jahr 2008 geht zu Ende, und es gab in diesem Jahr natürlich viele beeindruckende und herausragende Erlebnisse. Alle zu beschreiben, wäre zu viel des Guten und man müsste sich dann auch mit den Enttäuschungen des Jahres auseinandersetzen, und das würde dann doch wirklich zuviel werden. Für mich ist Theater immer eine inhaltliche Auseinandersetzung und Arbeit in und mit einer bestimmten Gruppe von Menschen. Und so hat es mich beeindruckt, dass das Ensemble, die Regisseure, Bühnenbildner und alle Mitarbeiter des Theaterhauses zusammen in der ersten Spielzeithälfte erfolgreiche Positionen zu dem Thema "Second Life" gesucht und gefunden haben, beeindruckende Produktionen entstanden sind und dies in einer gemeinsamen Bearbeitung des Sturms als großes Sommerspektakel mit seinen ca. 200 Beteiligten seinen erfolgreichen Höhepunkt für alle Beteiligten und das Publikum gefunden hat. Es ist wirklich unglaublich, wie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln jedes Jahr im Sommer eine fast unmögliche Gemeinschaftsproduktion entsteht und mit welchem Feedback sie getragen wird.

Stephan Märki – Deutsches Nationaltheater & Staatskapelle Weimar – Staatstheater Thüringen, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2008, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Von den vielen Theaterabenden daheim und unterwegs bleiben mir nicht viele nachhaltig in Kopf und/oder Herz. Das mag mit einer déformation professionelle zusammenhängen oder mit den spezifischen Fragestellungen, unter denen ich meist Aufführungen besuche. Die Qualität einer Inszenierung oder die Güte der Darsteller jedenfalls sind nicht allein ausschlaggebend. Vielmehr sind es oft das Risiko einer Aufführung, gewisse Scham- und Rücksichtslosigkeiten gegenüber meinen Erwartungen oder Sehgewohnheiten, Zugriffe auf Themen oder Stoffe, die das Scheitern nicht scheuen, was mich fasziniert. Und hier kann ich eine Aufführung des vergehenden Jahres besonders hervorheben: Es ist Christoph Schlingensiefs ureigene "Missa da requiem", die er unter dem Titel Kirche der Angst während der letzten Ruhrtriennale in Duisburg gezeigt hat. Hier beglaubigt meiner Ansicht nach ein großer Romantiker die Einheit von Kunst und Leben in extremis und straft alle diejenigen lügen, die ihm immer windige Effekthascherei, medienwirksame Spektakel oder maßlose künstlerische Kraftmeierei vorgeworfen haben. Wohlgemerkt: Der Abend ist effekthaschend, medienwirksam und kraftmeiernd, aber wir erleben einen authentischen Künstler, für den Kunst nicht von Können, sondern von Nicht-anders-Können kommt. So sollte es sein!

Roland May – Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2008, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Ich bin am Jahresende erschrocken, wie wenig ich dazu gekommen bin, an anderen Orten Theater zu sehen.

Sebastian Baumgartens Requiem an der Komischen Oper war spannend durch die Verflechtung der Ausdrucksmittel. Ein souveräner Umgang mit einem spannenden Material und spannenden Akteuren.