Komplett anders

von Georg Kasch

München, 25. November 2007. Wie sieht die Zukunft des Theaters aus? Wenn einen diese Frage interessiert, sind Festivals eine gute Sache. Oft geben sie jungen Talenten eine Chance, ihre Arbeiten zu präsentieren. Durch das Unfertige, Improvisierte schimmert vielleicht eine Handschrift, die sich im Rückblick als wegweisend herausstellt.

Raus aus der Nische!

von Stefan Keim

München, November 2007. Ein wichtiges Thema, eine starke Geschichte, großartige Schauspieler. Berichte in allen ernstzunehmenden Medien, inhaltliche Debatten entstanden, und sie zeigten Wirkung: Erstmals will sich ein Vertreter des Arzneimittelherstellers Grünenthal mit einem Menschen treffen, der durch das Medikament Contergan geschädigt wurde.

"Contergan" ist ein Fernsehfilm, ein sehr guter, umstritten, aufregend, massenwirksam. Warum ist "Contergan" ein Fernsehfilm? Die Frage wurde in den Feuilletons manchmal gestellt. Allerdings mit dem Zusatz: Wieso kommt so ein Film nicht ins Kino? Auf die Idee, dass dieser Stoff auf die Theaterbühne gehört, kam erstmal keiner. Weil das Theater nicht mehr als zentrale Kunstform wahrgenommen wird.

Laubenpiepers Traum

von Petra Kohse

Berlin, 23. November 2007. Das "Plädoyer für die Werktreue", das Rolf Schneider in der heutigen Ausgabe der Welt veröffentlicht hat (siehe hier), ist ein schönes und auch anrührendes Beispiel für kulturelles Spießbürgertum. Nur mit selbst Geschnitztem bewaffnet, stellt sich ein wackerer Verteidiger seiner Interessen da der Übermacht schnell schießender Heere entgegen und glaubt, der Sieg sei seiner.

Hat Glück wirklich kein System?

von Simone Kaempf

18. November 2007. Theaterautoren schreiben Theaterstücke, ja. Aber was steht eigentlich drin in den Texten, bevor sie die Regisseure in die Finger bekommen? Diese Frage stellt Eberhard Rathgeb in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 18. November 2007 und unternimmt den Versuch, das Theater lesend, nicht sehend zu verstehen.