Deutschlands schnellster Dramaturg wird Thalia-Chef

von Simone Kaempf

Hamburg, 13. Mai 2007. Nun bekommt das Thalia Theater also doch wieder einen nicht-regieführenden Intendanten. Gerüchte behaupteten zuletzt zwar, dass Stefan Bachmann und Martin Kusej im Rennen um den Posten die Nase vorn haben – beides Regisseure, die auch als Theaterleiter garantiert nicht aufs Inszenieren verzichtet hätten. Aber nun heißt es doch ganz unglamourös: Joachim Lux.

Nachtkritik ohne Sofa

von Robin Detje

Berlin, 4. Mai 2007. Münchner Kammerspiele, mittlere Großpremiere. In der Pause drückt der Jungkritiker den Mund an den Hörer des an die Wand geschraubten Münzfernsprechers und versucht, ganz in der Wand zu verschwinden, damit kein Kollege ihm die ungeheuerliche Story ablauschen kann, die er schwitzend der Textaufnahme diktiert: "Blablabla, blablabla, blablabla, zur Pause verhaltener Applaus."

Tatsächlich geschieht das Wunder, und am nächsten Morgen stehen die drei Sätze Wort für Wort auf Seite Eins der großen und berühmten Tageszeitung. Kurz darauf befindet die Redaktion, das Theater habe seinen Nachrichtenwert verloren, und die Nachtkritik wird abgeschafft.

Chaos hinter den Kulissen

von Dirk Pilz

Thessaloniki/Griechenland, 29. April 2007. Gut vierhundert Theatermacher, Bühnenfunktionäre und Journalisten sind in den Süden gereist. Zum elften Mal wurde letztes Wochenende dort der "Europa-Preis für das Theater" und zum neunten Mal der "Preis für Neue Theaterwirklichkeiten" verliehen.

Zähne zeigen

Eine Zeitungs-Umschau von Nikolaus Merck

30. März 2007. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung diskutiert Claus Peymann mit Gabriele von Lutzau, im Oktober 1977 Stewardess auf der Lufthansa-Maschine "Landshut", die von palästinensischen Terroristen entführt wurde.

Warum beschäftigt sich die Kunst mehr mit den Tätern als den Opfern fragt die ehemalige Stewardess. Und Peymann antwortet: die Faszination an den Tätern ist einfach größer, tja, "es liegt in der menschlichen Psyche", aber, stimmt ja, es wäre ganz wichtig die Geschichte der Opfer aufzugreifen, aber es wäre ja doch wohl sehr langweilig.