Open Door

ein Gespräch mit Aino Laberenz, Akinbode Akinbiyi, Rahima Gambo und Taiwo Ojudun Jacob

 2. Juni 2021. Das Operndorf Afrika liegt 30 Kilometer nordöstlich von Ouagadougou, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Burkina Faso. Es wurde gegründet von Christoph Schlingensief. 2010, im Todesjahr von Schlingensief, wurde der Grundstein gelegt, 2011 wurden die ersten Gebäude eröffnet, und 2015 wurde eine Künstlerresidenz ins Leben gerufen. Ein Gespräch darüber, was aus den Gründungsideen geworden ist, mit einem Fokus auf die Rolle von Kunst und Performance im Rahmen des Operndorfs: mit Aino Laberenz, Geschäftsführerin des Operndorfs, Akinbode Akinbiyi, Kurator des Residenzprogramms, den beiden Residents 2020/21 Rahima Gambo und Taiwo Ojudun Jacob und nachtkritik-Redakteurin Sophie Diesselhorst.

Wie geht es jetzt weiter?

von Gesine Danckwart, Angela Richter und Sabrina Zwach

Juni 2021. Drei Theatermacherinnen mit sehr unterschiedlichen Wegen begreifen den pandemiebedingten Einschnitt und hysterischen Stillstand als Chance zum Nachdenken und Gegenfragen: Wie geht es jetzt weiter? Was muss im Theater eigentlich sein? Was kann auf den Prüfstand? Was brauchen wir so gar nicht mehr? Wie lassen sich die Theater, ihre Berufe und Fertigkeiten, ihre Narrative, ihre Kunst, ihre Aktualität in gesellschaftlichen Diskursen nach Innen und Außen abbilden? 

Fragen ohne Aufschub

von Christian Rakow

26. Mai 2021. 24 mächtige grönländische Eis-Blöcke platzierte das Künstlerduo Olafur Eliasson und Minik Rosing im Dezember 2018 vor der Tate Modern in London. Für die Produktion Ice Watch, zum Jahrestag des Pariser Klima-Abkommens. Die Klötze schmolzen dahin, wie das Eis in Grönland selbst. Ein starkes Symbol für die Folgen der Erderwärmung. Um es herzustellen, wurden 55 Tonnen Treibhausgase (CO2-Äquivalente) in die Luft geblasen. So ließen es sich Eliasson/Rosing von der Umweltagentur Julie's Bicycle errechnen. Das Gros der Umweltlast (82%) entstammte dem Schiffstransport und der Kühlung des Eises, etwa 16 % machten die Flugreisen des Teams aus. Für dieselben Emissionen hätte man zwei Schulklassen von London nach Grönland und zurück fliegen können, kalkulieren Julie's Bicycle. An der Tate sahen tausende Menschen die Installation, über die mediale Verbreitung noch zehntausende mehr. Eine gute Kosten-Nutzen-Balance?

Der Perlensucher

Konrad Kögler im Gespräch

21. Mai 2021. Konrad Kögler ist einer der aktivsten Theaterblogger. Auf rund 180 Aufführungsbesuche kommt er in regulären Jahren. Er bespricht das Gesehene meist direkt nach der Premiere auf seiner Website "Das Kulturblog", die 2015 aus der Tätigkeit beim mittlerweile eingestellten Magazin /e-politik.de/ hervorging. Seit Beginn der Corona-Pandemie verfolgt Kögler die Theaterkunst intensiv online und hat sich hier eine Seherfahrung erarbeitet, wie sie in ihrer Breite sonst nur bei hauptberuflichen Theatergänger*innen vorkommt. Über seine Eindrücke spricht er mit Christian Rakow.