Kampf den Aerosolen!

von Harald Raab

20. Juli 2020. Ein Gespenst geht um an allen Theatern – COVID-19. Die gute Nachricht: man glaubt, mit rigoros ausgedünnten Reihen im Zuschauerraum, ausreichend Abstand der Sitze und Maskenpflicht in Garderoben und Pausenräumen die Gefahr bannen zu können. Die schlechte Nachricht: Die Virologen und Raumhygiene-Spezialisten gelangen immer mehr zu der Ansicht, dass eine der Hauptansteckungsquellen in geschlossenen Räumen Aerosole sind,  die Viren also, die mit der Atemluft eines Infizierten in die Umgebung gelangen und wegen ihrer geringen Größe stundenlang im Raum schweben können.

Intendant unter Beobachtung

Anna Bergmann im Gespräch mit Esther Slevogt

19. Juli 2020. Bis vor kurzem hatte das Badische Staatstheater in Karlsruhe den Ruf, ein modernes Vorzeigehaus zu sein. Das hatte vor allem mit der seit 2018 amtierenden Schauspieldirektorin Anna Bergmann zu tun, die als erste Amtshandlung eine hundertprozentige Regie-Frauenquote einführte. Inzwischen wurde das von Generalintendant Peter Spuhler geleitete Mehrspartenhaus von einer Führungskrise erfasst, in der dem Intendanten unter anderem Machtmissbrauch und ein toxisches Arbeitsklima vorgeworfen werden. Im Zuge dessen wurde ein Spartenleiter nach Vorwürfen sexueller Übergriffe freigestellt.

Noch ein Vertrauensvorschuss

von Georg Patzer

17. Juli 2020. "Von Haltung & Verhalten" und "Von Macht & Verführung" steht auf den letzten Spielzeitheften des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Stets setzte der amtierende Generalintendant Peter Spuhler auf politisches Theater, in den letzten Wochen allerdings werden die Spielzeit-Motti eher auf seinen Führungsstil bezogen.

Ehre füllt den Kühlschrank nicht

von Cornelia Fiedler

4. Juli 2020. Es ist deprimierend: Die neusten Zahlen zu Frauen im Kulturbetrieb zu sichten macht keinen Spaß. Der Blick auf das Einkommen von Künstler*innen generell liest sich noch immer als gesellschaftliches Armutszeugnis; und die Fakten zu Freiberufler*innen im Speziellen bestätigen die schlimmsten coronainduzierten Befürchtungen. Einerseits. Andererseits tut es richtiggehend gut, sich mit diesen Statistiken zu konfrontieren. Weil es klarzieht, dass kein individuelles Verschulden vorliegt, wenn nach dem Shutdown plötzlich die Hartz-IV-Anträge auf dem Küchentisch in der Kreativen-WG liegen. Weil wir schlicht in Strukturen leben und arbeiten, die die geringe Wertschätzung kultureller Arbeit ebenso reproduzieren wie die Schlechterstellung von Frauen.