Machtfragen

20. Mai 2021. Wie führen Sie Ihr Haus? Wie gestalten Sie Veränderung? Und wie viel Demokratie verträgt der Theaterbetrieb? Das haben die Herausgeber*innen des Sammelbandes "Theater und Macht – Beobachtungen am Übergang", einer Kooperation von nachtkritik.de und der Heinrich-Böll-Stiftung, zehn Intendant*innen und Leitungsteams zwischen Augsburg und Zürich gefragt. Inspiriert sind die acht Fragen u.a. von der Intendant*innen-Befragung in der Publikation "Unternehmensethik für den Kulturbetrieb" (2012) von Daniel Ris, der als Intendant der Burgfestspiele Mayen nun selbst zu den Befragten gehört.

Kickstart und dann Ebbe?

19. Mai 2021. Was wird bleiben vom digitalen Turbo-Wandel, den die Theater im letzten Jahr hingelegt haben? Immerhin haben sie investiert, in Ausstattung und Know-Hhw. Videotechniker*innen haben sich zu Livestream-Expert*innen fortgebildet und Mitarbeiter*innen der Öffentlichkeit zu Community Manager*innen. Neu geschaffen wurden auch Positionen, die es am Theater bislang nicht gab: Digital-Entwickler*innen.

Deutsche Identität erweitern

Natasha A. Kelly im Gespräch

19. Mai 2021. Nach Bekanntwerden der Rassismusvorfälle am Düsseldorfer Schauspielhaus hat Ende März 2021 ein Schwarzes Künstler*Innenkollektiv um Natasha A. Kelly die Zusammenarbeit mit dem Theater beendet. Ursprünglich sollten die Künstler*innen im Rahmen der 360° Förderung, die das Schauspielhaus mit Spielzeitbeginn 2019/20 erhalten hat, um sich diverser aufzustellen, zwei Theaterprojekte realisieren. In einem Offenen Brief wandten sich Kelly und das Kollektiv an den Düsseldorfer Intendanten Wilfried Schulz, den Oberbürgermeister und die NRW- Kultusministerin. Darin kündigten sie die Zusammenarbeit mit dem Theater auf. Statt an einen sicheren Ort zu kommen und künstlerisch arbeiten zu können, hätten sie sich in Strukturen wiedergefunden, die sie in ihren Rassismuserfahrungen retraumatisierten. Als Konsequenz forderten sie eine eigene Bühne. Erste Gespräche mit politisch Verantwortlichen haben inzwischen stattgefunden. Im Zoom-Interview mit Esther Slevogt spricht Natasha A. Kelly über Planungs- und Gesprächsstand.

Schwimmen im vergifteten Wasser

17. Mai 2021. Der Brexit hat für viele britische Künstler*innen unmittelbaren Einfluss auf ihre Schaffensmöglichkeiten. Zuvor war das Arbeiten in ganz Europa für sie durch die EU-Binnenfreizügigkeit unkompliziert, nun sieht alles anders aus. Forced Entertainment ist eine der renommiertesten britischen Theatergruppen der Post-Drama-Ära. Gegründet wurde sie 1984 – mitten in der Thatcher-Ära. Künstlerischer Leiter ist Tim Etchells. Im Interview mit Stephanie Drees spricht er über Auswirkungen einer Situation, von der viele dachten, sie nie zu erleben.