Läuse im Pelz?

29. Juni 2018. Wie halten sie’s mit den Produktionsbedingungen, die Stadttheater und die freien Gruppen? In der Juni-Ausgabe des Theaterpodcasts mit Susanne Burkhardt und Elena Philipp geht es um das Verhältnis von festen Häusern und Freier Szene, um eine strittige Inszenierung in Berlin und darum, wie sich Theater gegen Übergriffe von Rechts wappnen können.

"Ich mache mich verletzlich"

Interview: Esther Slevogt

29. Juni 2018. Wie weit kann man in Zeiten von #MeToo- und Sexismus-Debatten bei der Darstellung von sexueller Gewalt auf der Bühne gehen? Darum dreht sich die Diskussion, die sich nach Sebastian Hartmanns Inszenierung In Stanniolpapier bei den Autorentheatertagen am Deutschen Theater entzündet hat. Die Inszenierung entstand auf der Basis eines Textes von Björn SC Deigner, der sich mit der Geschichte einer Frau befasst, die als Kind missbraucht wurde, später in der Prostitution landet, sich aber nicht als Opfer sieht. Während Janis El-Bira in seiner Nachtkritik faszinierende transmediale Alptraumbilder in einer Performancefolterkammer beschrieb, fanden andere Kritiker*innen, Hartmann verdrehe die Intention des Stücks in ihr Gegenteil und mache die Frau zum Objekt. Im Kommentarthread wurden Parallelen zur Metoo-Debatte gezogen, der Abend auch in der Redaktion kontrovers diskutiert. Aber wie sieht eigentlich DT-Schauspielerin Linda Pöppel die Sache, die die Figur spielt und mitgestaltet hat?

Das Experiment geht weiter

von Georg Kasch

21. Juni 2018. Was läuft falsch mit dem Stadttheater der Zukunft? Drei Intendanten nahmen jüngst ihren Hut, die für den Aufbruch standen. Für radikale Brüche mit der Tradition, für postdramatische, performative, immersive Formate. Für eine Erweiterung des Theaterbegriffs, für spartenübergreifendes Arbeiten, fürs Experiment. Chris Dercon musste nach nicht einmal einer Spielzeit an der Berliner Volksbühne gehen, Tomas Zierhofer-Kin nach zwei bei den Wiener Festwochen, Matthias Lilienthal kündigte seinen Rückzug von den Münchner Kammerspielen an, nachdem klar war, dass der Stadtrat ihn über seine fünf Jahre hinaus nicht verlängern würde.

Selbstbestimmung im Stadtlabor

Bettina Masuch, Matthias Pees und Kathrin Tiedemann im Interview mit Esther Boldt

21. Juni 2018. Vor zwei Jahren gründete sich das "Bündnis internationaler Produktionshäuser" – ein Zusammenschluss von sieben freien Spielstätten: Kampnagel Hamburg, HAU Berlin, Hellerau Dresden, PACT Zollverein Essen, Forum Freies Theater (FFT) Düsseldorf, tanzhaus nrw Düsseldorf und Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main. Wie gestaltet sich die Arbeit? Was sind erste Ergebnisse? Esther Boldt sprach mit den Künstlerischen Leiter*innen Bettina Masuch (tanzhaus nrw), Matthias Pees (Mousonturm) und Kathrin Tiedemann (FFT).