Ein armes Leben im reichen

von Sabine Leucht

München, 20. März 2018. Da stehen sie zwischen den malerisch bröckelnden Säulen des Pathos München: Der Saxophonist mit seinem überlangen Strickmantel, der Trommler, die Geigerin mit den Pfauenfedern auf dem Kopf. Wie sich erst jeder für sich mit seinem Instrument an das Kommende herantastet und schließlich alle zu einem gemeinsamen Rhythmus finden, da scheint für einen Moment alles möglich in der freien Münchner Theaterszene. Dass in dem ungarisch-türkisch-deutschen Projekt "F.M.G – Transforming Faust I und II" von Angelika Fink und Barbara Balsei bezaubernde Menschen bezaubernde und alberne Dinge tun, Goethe-Texte auf eine Elvis-Persiflage treffen und ein quietschbunter Konfettiregen ebenso vorkommt wie das entschiedenen "Nein" dazu, Gretchens Opfergeschichte auszubreiten, beweist: Die Szene ist bunt hier, wenn man sie lässt. Sie vernetzt sich zusehends – und sie bewohnt wunderbar atmosphärische Orte, die es zu schützen gilt.

Martial art

by Jean Peters

Berlin, March 2018.

0. The Critical Campaigner fights for the rights and voice of the oppressed, the marginalised and the powerless. However, this fight is never pursued at the expense of other marginalised groups, but reflected in its complexity. The Critical Campaigner will uncover and fight any class-based privileges alongside sexist, racist and militarist propaganda, be it explicit or implicit.

Kampfkunst

von Jean Peters

Berlin, März 2018.

0. Die Critical Campaigner*in kämpft für die Rechte der Unterdrückten, Marginalisierten und Machtlosen. Dieser Einsatz wird jedoch nie auf Kosten anderer, evtl. wehrloserer Gruppen geführt, sondern reflektiert strukturelle Abhängigkeiten in ihrer Komplexität. Die Critical Campaigner*in wird klassenbasierte Privilegien und sexistische, rassistische oder auch militaristische Propaganda aufdecken und bekämpfen, seien sie explizit oder implizit.

Die Inhouse-Katharsis wäre nicht nötig

6. März 2018. Immer wieder verursachen Unfälle mit Sprinkleranlagen Wasser-Schäden an Theatern. Zuletzt am Sauerland Theater Arnsberg und an der Deutschen Oper Berlin, wo sich die Schadenshöhe nach aktuellen Schätzungen auf 4 bis 5 Millionen Euro beläuft. Anlass, bei Wesko Rohde von der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft nachzufragen:

Warum entstehen an Theatern eigentlich so oft Schäden durch Löschanlagen, die doch dem Schutz der Häuser dienen sollen?

Wesko Rohde: Sicherheit ist ein hohes Gut, ohne Zweifel. Theaterbrände haben in der Geschichte zu entsetzlichen Katastrophen geführt. Im Jahre 1881 kamen beim Brand im Wiener Ringtheater im Feuersturm 384 Menschen ums Leben. Seither haben sich Theater zu den sichersten Gebäuden Deutschlands entwickelt. Um Fragen der Sicherheit hat sich eine Industrie gebildet, mit einigen Vor- und noch mehr Nachteilen. Sucht man aber nach Antworten, warum diese sensiblen Technologien immer öfter immer größere Schäden anrichten, und fragt man, warum am Ende alte Systeme alles fluten, als wäre eine Inhouse-Katharsis vonnöten, muss man leider etwas weiter ausholen.