Die Poetik des Dokuments

8. September 2021. Die Worte der Stücke von Regine Dura und Hans-Werner Kroesinger sind immer schon geschrieben, bevor die Arbeit an den Stücken überhaupt beginnt: in Dokumenten, Briefen, Zeitungsartikeln oder anderen Texten, die das Dokumenartheater-Duo aus Archiven und anderen Katakomben der Geschichte zu Tage fördert. Mit Mitteln der Montage beleuchten sie ihr jeweiliges Thema aus den verschiedenen Blickwinkeln, die diese Texte ihnen eröffnen. Dabei haben sie ein literarisches Verfahren zu einem differenzierten wie sinnlichen Analyse- und Anschauungsinstrument entwickelt, dessen Grundlagen von Dramatikern wie Peter Weiß und Heinar Kipphardt gelegt worden ist. In der achten Folge unserer Reihe "Neue Dramatik in zwölf Positionen" sprechen Regine Dura und Hans-Werner Kroesinger mit Esther Slevogt.

Auflaufmodelle

von Lara Tacke, Julian Gutmann, Giorgi Jamburia, Seongji Jang, Lorenz Nolting, Ana Edroso Stroebe, Wiebke Jakubicka-Yervis

6. September 2021. In der anstehenden Bundestagswahl macht die Gruppe der über 60-jährigen 40 Prozent der Wahlberechtigen aus, während die unter 30-jährigen gerade mal auf 14 Prozent der Wähler*innen kommen. Gleichzeitig haben ebendiese über 60-jährigen in den letzten Jahrzehnten bewiesen, dass sie zur Lösung der rasenden Probleme unserer Zeit, dem Klimawandel, dem Erstarken neokolonialer Ausbeutungsmodelle, Sexismus und Rassismus wenig, wenn nicht gar nichts beizutragen haben. Nun hat sich die weltpolitische Lage in den letzten Jahren derart zugespitzt, dass kürzlich auch das Bundesverfassungsgericht in seinem historischen Klimaschutzurteil befand: Wir haben es hier mit einer radikalen Generationenungerechtigkeit zu tun. Denn hat unser Wirtschaftssystem bisher auf einer Expansion in den Raum basiert – Rohstoffe und billige Arbeitskräfte werden importiert, Müll und Emissionen exportiert – verschiebt das derzeitige Nichthandeln der Politik die Probleme in die Zukunft. Man expandiert in die Zeit und nimmt den kommenden Generationen das weg, was ihnen zur Verfügung stehen müsste, um Gesellschaft und Kultur nach ihrem eigenen Anspruch zu gestalten. Kurzum, ihr lebt auf unsere Kosten.

Im Zwischenraum. Theater und Netz Achteinhalb

Berlin, 11. September 2021. Die achteinhalbte Ausgabe der "Theater und Netz"-Konferenz von nachtkritik.de und der Heinrich-Böll-Stiftung findet am 11. September 2021 von 12 Uhr bis 18 Uhr statt. Sie wird auf den Webseiten der Kooperationspartner gestreamt. Im moderierten Chat hat das Publikum jederzeit die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Anmerkungen anzubringen. Zum Abschluss sind alle Referent:innen und Zuschauer:innen zum Austausch in ein gemeinsames Zoom-Meeting eingeladen, für den Zugangscode melden Sie sich bitte hier an. Alle angemeldeten Teilnehmer:innen erhalten außerdem im Anschluss an die Veranstaltung eine schriftliche Kurzzusammenfassung der gesamten Konferenz.

Diversität muss der Normalzustand werden

Selen Kara und Emel Aydoğdu im Interview mit Max Florian Kühlem

25. August 2021. Seit Jahren denken die deutschen Theater über Diversität nach – und kommen doch nicht von weißen und männlichen Machtstrukturen runter. Wie kann die Begegnung mit Menschen gelingen, die andere kulturelle Hintergründe haben? Unser Autor Max Florian Kühlem, ein weißer Cis-Mann, glaubt: Nur auf Augenhöhe, am besten freundschaftlich, indem man voneinander lernt. Deshalb hat er sich mit Freundinnen getroffen, den Theater-Regisseurinnen Selen Kara ("Istanbul") und Emel Aydoğdu ("Die Nacht kurz vor den Wäldern"), und sie zu einem ganz offenen Gespräch über das Thema eingeladen.