500 Euro für jede*n

Hamburg, 19. März 2020. Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) stellt 50.000 Euro zur solidarischen Unterstützung von durch die Corona-Krise in Not geratenen Theaterschaffenden mit Wohnsitz und Arbeitsort in Deutschland zur Verfügung. Das gilt auch für Theaterschaffende, die nicht Mitglied der GDBA sind. Wie die GDBA meldet, erhalten Empfängerinnen und Empfänger jeweils 500 Euro, um deren Situation ein klein wenig zu erleichtern.

Milliardenschwere Soforthilfen

19. März 2020. Die Bundesregierung plant in der Coronakrise ein Hilfspaket für Solo-Selbstständige und Kleinstfirmen bis zehn zu Mitarbeiter*innen. Das berichtete heute früh zunächst der Spiegel, bevor andere Medien unter Bezugnahme auf dpa-Informationen nachzogen. Die Angaben über den erwarteten Gesamtumfang des Pakets schwanken zwischen 40 und 50 Milliarden Euro. 10 Milliarden Euro seien als Direkthilfen eingeplant, der Rest als Darlehen, so der Spiegel.

"Nicht auf dem Rücken der Schwächsten"

18. März 2020. Das Aktionsbündnis ensemble-netzwerk e.V. hat "in Kooperation mit Teilen des Aktionsbündnis Darstellende Künste" eine Spendenaktion für freiberufliche Theaterschaffende angekündigt, die von den Corona-bedingten Theaterschließungen und Veranstaltungsabsagen besonders hart betroffen seien. Dies geht aus einer Pressemitteilung vom heutigen Mittwoch hervor. "Wir hoffen, dass viele Zuschauer*innen und Theaterfreund*innen solidarisch sind und spenden. Wir freuen uns aber auch über Spenden von fest angestellten Kolleg*innen, die momentan keine Einkommensverluste haben und sich damit ihren freiberuflichen Kolleg*innen gegenüber solidarisch zeigen", wird darin die Schauspielerin Anica Happich zitiert.

Erhöhtes Preisgeld, abgesagtes Festival

17. März 2020. Der Heidelberg Stückemarkt 2020 wird auf Grund der aktuellen Pandemie-Krise abgesagt. Das teilte das Theater Heidelberg mit, das den Stückemarkt seit 1984 ausrichtet. Beim Heidelberger Stückemarkt treten jährlich Dramatiker*innen mit nicht uraufgeführten Stücken um den mit 10.000 Euro dotierten Preis des Heidelberger Stückemarkts an. 

#meinekartemeinebühne

Berlin, 16. März 2020. Ein Initiative, zu der auch die Redaktion von nachtkritik.de gehört, hat heute einen Aufruf an Inhaber*innen von Karten abgesagter Kulturveranstaltungen veröffentlicht. Darin werden diejenigen, denen es finanziell möglich ist, gebeten, auf eine Rückerstattung des Geldes für diese Karten zu verzichten. 

"Unumgängliche Entscheidung"

Berlin, 16. März 2020. Die 57. Ausgabe des Berliner Theatertreffens, das vom 1. bis 17. Mai hätte stattfinden sollen, ist abgesagt worden. Das gaben die Berliner Festspiele als Veranstalter des Theatertreffens heute in einer Pressemitteilung bekannt. Dies gelte auch für das 41. Theatertreffen der Jugend im Rahmen der Bundeswettbewerbe (22. bis 30. Mai 2020). Vor dem Hintergrund der Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie sei diese Entscheidung "unumgänglich" gewesen.

Alles verjährt

Erl, 16. März 2020. Der frühere Leiter der Tiroler Festspiele Erl, Gustav Kuhn, muss sich nicht wegen sexueller Belästigung vor Gericht verantworten. Das meldete am vergangenen Freitag unter anderem Der Standard. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck habe mitgeteilt, dass nach Prüfung der von insgesamt 15 Frauen vorgebrachten Verdachtsfälle kein Vorfall übrig geblieben sei, "der strafbar, nicht verjährt und beweisbar gewesen wäre".

Überall ist nun dicht

15. März 2020. Alle Theater im deutschsprachigen Raum sind nun geschlossen und haben ihren Spielbetrieb eingestellt. In der Schweiz, wo die Theater Ende Februar als erstes den Spielbetrieb in den großen Häusern auf Eis gelegt haben, sind Veranstaltungen über 100 Personen bis 30. April verboten. In der Österreich gilt das derzeit bis 3. April, für heute hat die Regierung jedoch eine nächste Pressekonferenz angekündigt. In Deutschland gilt die Pause derzeit bis zum 19. April 2020. Eine Übersicht über die Schließungen findet sich hier, wir werden die Infos updaten und auf dem Laufenden halten. Auf nachtkritik stellen wir in der Zeit einen digitalen Spielplan aus Livestreams und Aufzeichnungen von Inszenierungen zusammen. Start war gestern.

Gezielt zugute kommen

13. März 2020. Die Bundesregierung will mit Maßnahmen in Milliardenhöhe die Folgen des Coronavirus für Arbeitnehmer und Unternehmen mildern. Zu den beschlossenen Schritten gehören die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes, Liquiditätshilfen und die Stundung von Steuerzahlungen, welche auch der Kultur- und Kreativwirtschaft zugutekommen sollen. Das gab die Pressestelle von Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute in einer Aussendung bekannt.

Wenn die Einnahmen versickern

13. März 2020. Von der Bundes- und den Landesregierungen in Deutschland fordert eine Petition, sich bei den derzeit angedachten Finanzhilfen und Unterstützungen nicht nur auf Unternehmen und deren Angestellte zu konzentrieren, sondern auch die prekäre Lage freiberuflicher Kunstschaffender zu berücksichtigen.