Kolumne: Heimatgeschichten

Lara-Sophie Milagro

Lara-Sophie Milagro ist Schauspielerin, in der Leitung des Künstler:innen-Kollektivs Label Noir, Berlinerin in der fünften Generation und fühlt sich immer da heimisch, wo Heimat offen ist: wo sie singt und lacht, wo sie träumt und spielt.

Lara-Sophie Milagro

Lara-Sophie Milagro ist Schauspielerin, in der Leitung des Künstler:innen-Kollektivs Label Noir, Berlinerin in der fünften Generation und fühlt sich immer da heimisch, wo Heimat offen ist: wo sie singt und lacht, wo sie träumt und spielt.

Kolumne: Heimatgeschichten – Lara-Sophie Milagro über das Schneckentempo der Gleichberechtigung im Kulturbereich und die notwendige Umverteilung von Macht

In der Erklärschleife

von Lara-Sophie Milagro

20. April 2021. Als im März diesen Jahres die Ergebnisse der Studie "Vielfalt im Film" veröffentlicht wurden, war das eigentlich Erstaunliche, dass es kaum jemanden zu erstaunen schien, dass Vielfalt im deutschen Film nach wie vor ein frommer Wunsch ist. "Rassismus, Sexismus, Altersdiskriminierung" meldete die Süddeutsche Zeitung und merkte an: "Die Ergebnisse sind bitter, wirklich überraschend sind sie nicht". "Diskriminierung als Normalzustand" titelte die taz und die Nachtkritik veröffentlichte die Ergebnisse unter der lapidaren Headline: "Überraschend?" Mehr als 5.000 Filmschaffende verschiedener Gewerke hatten im letzten Jahr an der Studie teilgenommen, mehr als die Hälfte von ihnen gab an, am Arbeitsplatz rassistisch, sexistisch, aufgrund ihrer sexuellen Identität, Religion, sozialen Herkunft, gewichts- oder altersbedingt diskriminiert worden zu sein.

Kolumne: Heimatgeschichten – Lara-Sophie Milagro über die Schwierigkeiten des deutschen Feuilletons ein Historiendrama utopisch zu lesen

In der falschen Galaxie

von Lara-Sophie Milagro

26. Januar 2021. Nachdem das Jahr begonnen hat, wie es geendet hatte, der Lockdown erneut verlängert wurde und seit Ende vorletzter Woche klar ist, dass das kulturelle Leben in Berlin und bundesweit (mindestens) bis Ostern auf Eis liegt, habe ich beschlossen, dass ich ein Paralleluniversum brauche, um dieses Jahr zu überleben. Am besten gleich mehrere. Einige Tage später erreichte mich aus der Kulturredaktion eines renommierten Senders eine Interviewanfrage zum Thema "Colorblind Casting", die tatsächlich aus einer anderen Galaxie zu kommen schien. In der Anfrage hieß es: "Anlass ist der Start der neuen Netflix-Serie Bridgerton, in der unter anderem die englische Königin mit einer afroamerikanischen Schauspielerin besetzt ist. Die Diskussion ist jetzt aufgekommen, ob die Besetzung geschichtsverfälschend sein könnte und wem am Ende damit gedient ist, wenn Rollen ohne Rücksicht auf Herkunft etc. besetzt werden."