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Begriff Definition
Werktreue

Oft beschworen, meist missverstanden: Es geht viel durcheinander, wenn über Werktreue im Theater gestritten wird. Petra Kohse schafft Klarheit.

Wieler, Jossi

Jossi Wieler, geboren 1951 in der Schweiz, ist Theater- und Opernregisseur.

Von 1972 bis 1980 lebte er in Israel und studierte an der der Universität von Tel Aviv Regie. Seine ersten Inszenierungen entstanden am israelischen Nationaltheater Habima. 1982 inszenierte er erstmals in Deutschland, am Düsseldorfer Schauspielhaus. Von 1983 bis 1985 war er fester Regisseur am Theater Heidelberg. Ab 1988 war er fester Regisseur am Theater Basel, ab 1994 am Schauspielhaus Hamburg. Seit 1994 inszeniert er auch Opern. Wieler ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und erhielt 2002 den Konrad-Wolf-Preis. Ab der Spielzeit 2011/2012 ist Wieler Intendant der Staatsoper Stuttgart. 2013 erhielt er den Kulturpreis des Landes Baden-Würtemberg.

Zu seinem 60. Geburtstag gab der Theaterwissenschaftler Hajo Kurzenberger den Sammelband "Jossi Wieler – Theater" heraus, den Simone Kaempf für nachtkritik.de besprach.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Jossi Wieler

Ödipus auf Kolonos an den Münchner Kammerspielen (9/2007)

Rechnitz (Der Würgeengel) an den Münchner Kammerspielen (11/2008)

Iphigenie auf Tauris an der Schaubühne Berlin (5/2009)

Das letzte Band/Bis dass der Tag euch scheidet bei den Salzburger Festspielen (8/2009)

Prometheus, gefesselt an der Schaubühne Berlin (11/2009)

Angst bei den Salzburger Festspielen/Münchner Kammerspielen (7/2010).

I'm searching for I:N:R:I am Staatstheater Stuttgart (3/2016)

Wien, Freie Szene

In Wien liefern die großen Bühnen eigenproduzierte Avantgarde, während die Off-Szene im Bereich Theater stagniert. Seit den 1980er Jahren haben sich freie Theatergruppen in ihren Produktionsweisen einzementiert. Mit der Eröffnung des brut im November 2007 soll sich das ändern, Georg Petermichl beleuchtet die Situation der Freien Szene Wiens zwischen Reform und Zukunft.

Wilke, Alexandra

Alexandra Wilke, geboren 1980, ist Regisseurin.

Von 2003 bis 2007 Studium der Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. Regieassistentin am Schauspiel Chemnitz von 2008 bis Sommer 2011. In der Zeit realisierte sie u. a. die Uraufführungen "Küß mich hinter Kaufhof" von Anne Habermehl und "Menschen bei der Arbeit" von Henriette Dushe. Und inszeniert auch sonst hauptsächlich Gegenwartsdramatik. Seit 2011 freie Regisseurin in Chemnitz, am Volkstheater Rostock, Theater Plauen-Zwickau, Staatstheater Cottbus, Theater Magdeburg und am Schauspiel Leipzig. 

nachtkritiken zu Inszenierungen von Alexandra Wilke:

Küss mich hinter Kaufhof (UA) am Theater Chemnitz (5/2009)

Lohnarbeit und Liebesleid... (UA) am Theater Chemnitz (12/2010)

Die Handgriffe der Evakuierung (UA) am Theater Chemnitz (3/2012)

Die zweieinhalb Leben des Heinrich Walter Nichts (UA) am Schauspiel Leipzig (11/2014)

Grand Prix de la Vision (UA) am Schauspie Leipzig (11/2016)

Wilson, Robert

Robert Wilson, geboren am 4. Oktober 1941 in Waco, Texas, ist ein Theater- und Opernregisseur, Autor, Maler, Lichtdesigner, Bühnenbildner, Videokünstler und Architekt.

Wilson studierte zunächst Betriebswirtschaft, dann Architektur und Bühnenbild. Ab 1966 machte er in New York mit Theaterperformances auf sich aufmerksam, etwa mit "Deafman Glance" von 1970. Mit der Uraufführung seiner Oper "Einstein on the Beach" mit Musik von Philip Glass 1976 in Avignon begann seine Karriere in Europa: So realisierte er an der Berliner Schaubühne "Death, Destruction & Detroit" (1979) und "Death, Destruction & Detroit II" (1987) sowie am Thalia Theater Hamburg "The Black Rider" (1991) und "Alice" (1992). Ab Mitte der 1980er arbeitete er in mehreren Projekten mit Heiner Müller zusammen, den er 1977 kennengelernt hatte. Neben seinen Theaterarbeiten ist Wilson als Maler, Zeichner und Designer tätig. 1993 erhielt Wilson den Goldenen Löwe der Biennale Venedig für die Installation "Memory/Loss" zusammen mit Hans Peter Kuhn. Am 4. Oktober 2011 gratulierten nachtkritik.de ihm zum 70. Geburtstag.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Robert Wilson:

Die Dreigroschenoper am Berliner Ensemble (9/2007)

Shakespeares Sonette am Berliner Ensemble (4/2009)

Lulu am Berliner Ensemble (4/2011)

The Life and Death of Marina Abramović am Theater Basel (6/2012)

Peter Pan am Berliner Ensemble (4/2013)

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern bei der Ruhrtriennale (9/2013)

Einstein on the Beach bei den Berliner Festspielen, Rekonstruktion von 1976 (3/2014)

Faust I und II am Berliner Ensemble (4/2015)

Endspiel am Berliner Ensemble (12/2016)

Der Sandmann bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (5/2017)

Andere Texte zu Robert Wilson:

Presseschau vom 6. Oktober 2014: Süddeutsche und Neue Zürcher berichten von Robert Wilsons Inszenierung von "Les Nègres" am Pariser Odéon-Theater

Kommentar vom 5. Dezember 2014: Robert Wilson vermeidet mit Jean Genets "Les Nègres" am Pariser Théâtre de l'Odéon nur scheinbar diskriminierenden Zeichengebrauch

Link:

www.robertwilson.com

Wirth, Andrzej

Andrzej Wirth, geboren 1927 im polnischen Wlodawa, ist Theaterwissenschaftler.

Wirth promovierte nach seinem Studium der analytischen Philosophie in Lodz und Warschau mit einer Dissertation über Brecht. Diese Arbeit, publiziert auch auf Deutsch, machte ihn auch in Fachkreisen außerhalb Polens bekannt. Auf die Einladung des Berliner Ensembles ging Wirth 1956 für zwei Jahre nach Berlin und nahm Kontakt mit deutschen Akademikern und Literaten auf. Er schloß sich der Gruppe 47 an und wurde als Kritiker, Übersetzer und Herausgeber zum Vermittler zwischen deutscher und polnischer Kultur. Seine zweibändige Anthologie des polnischen modernen Dramas (Luchterhand 1966) beeinflusste die Rezeption des polnischen Theaters in Deutschland. In den sechziger Jahren galt er mit seinem Mitstreiter Jan Kott als einer der bedeutendsten Theaterkritiker Polens.

Seit 1966 lehrte er an den Universitäten von Stanford, Harvard, Yale, Oxford und London, an der City University of New York und der Freien Universität Berlin. Als Theaterkritiker schrieb er über Bertolt Brecht, Jerzy Grotowski, Heiner Müller und Robert Wilson. 1982 gründete er das Institut für angewandte Theaterwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen, das er bis zu seiner Emeritierung 1992 leitete. Sein Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gründungsjahre Hans-Thies Lehmann schrieb später das Standardwerk "Postdramatisches Theater" und prägte damit einen Begriff, der auf praktisch alle Produktionen der Studierenden und Absolventen des Instituts anwendbar ist. Unter Wirths Leitung tat sich vor allem eine durch Brecht, Müller, Wilson, Gertrude Stein und Rainer Werner Fassbinder geprägte Generation von Autoren-Regisseuren wie Tim Staffel und René Pollesch sowie Regisseure wie Helena Waldmann und Sergio Morabito hervor.

2008 erhielt Wirth den ITI-Theaterpreis, Pollesch hielt die Laudatio, Wirth bedankte sich mit einer Rede. 2013 erschien seine "Gesprochene Autobiografie".

Wittenbrink, Franz

Franz Wittenbrink, 1948 in Bentheim geboren, ist ein deutscher Komponist und Regisseur.

Wittenbrink begann seine Theater-Karriere als Komponist, Dirigent, Arrangeur, Regisseur, Interpret und musikalischer Leiter am Nationaltheater Mannheim. Es folgte eine Dozentur an der Opernklasse an der Musikhochschule Mannheim/Heidelberg.

Anschließend arbeitete Franz Wittenbrink an Musiktheaterproduktionen und Liederabenden an verschiedenen Theatern, vor allem aber in Stuttgart und Basel. In den Spielzeiten 1993/94 bis 1999/2000 war Franz Wittenbrink Musikalischer Leiter am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. 2011 erhielt er den Wiener Theaterpreis Nestroy.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Franz Wittenbrink:

So leben wir und nehmen immer Abschied (4/2009) am Wiener Burgtheater

Die Lobbyisten am Staatsschauspiel Dresden (12/2009)

Fein sein, beinander bleibn an den Münchner Kammerspielen (2/2012)

Willkommen am St. Pauli Theater in Hamburg (9/2016)

Wortmann, Sönke

Sönke Wortmann, geboren am 25. August 1959 in Marl, ist Regisseur und Produzent.

Wortmann studierte Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. In den 90er Jahren feierte er als Film-Regisseur große Erfolge mit "Kleine Haie" (1992), "Der bewegte Mann" (1994) oder "Das Superweib" (1996). Parallel inszenierte er bereits in den Neunziger Jahren mehrere Arbeiten in Düsseldorf, wo er auch lebt. Am Grips Theater Berlin brachte er 2012 Lutz Hübners Klassenzimmerkomödie "Frau Müller muss weg" auf die Bühne, die er 2015 für das Kino verfilmte.

nachtkritiken zu Arbeiten von Sönke Wortmann:

Frau Müller muss weg am Grips Theater Berlin (2/2012)

Willkommen am Düsseldorfer Schauspielhaus (2/2017)

Menschen im Hotel am Düsseldorfer Schauspielhaus (9/2018)

Wuschek, Kay

Kay Wuschek, geboren 1963 in Sachsen-Anhalt, ist Regisseur und Intendant.

Wuschek studierte Theaterwissenschaften und Kulturelle Kommunikation an der Berliner Humboldt-Universität und arbeitete danach als Dramaturg und Regisseur, u.a. in Berlin, Schwerin, Magdeburg, Halle und Aachen.

Seit 2005 ist er Intendant im Berliner Theater an der Parkaue, dem deutschlandweit einzigen Staatstheater für Kinder und Jugendliche. 2008 wurde sein Vertrag vom Berliner Senat bis 2015 verlängert. Seit 2010 ist Kay Wuschek außerdem einer der beiden Sprecher im Berliner Rat für die Künste.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Kay Wuschek:

Leben des Galilei am Volkstheater Rostock (10/2011)

Wuttke, Martin

Martin Wuttke, geboren am 8. Februar 1962 in Gelsenkirchen, ist Schauspieler und Regisseur.

1995 bis 1996 war er kurzzeitig Intendant des Berliner Ensembles. Als Schauspieler arbeitete Wuttke seit 1999 hauptsächlich an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, wo er in zahlreichen Inszenierungen von Frank Castorf, Christoph Schlingensief, Christoph Marthaler und besonders von René Pollesch mitgewirkt hat. Wuttkes Regiearbeiten entstanden im Wesentlichen am Berliner Ensemble. Seit der Spielzeit 2009/10 gehört Martin Wuttke zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Dort spielte er bereits 2008 in René Polleschs Fantasma mit, das 2009 für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert war, worüber man ihn hier persönlich reden hören & sehen kann. Mehr auf nachkritik-stuecke09.de.

Wuttke ist auch ein erfolgreicher Film- und Fernsehschauspieler. 2007 übernahm er die Rolle des Kriminalhauptkommissars Andreas Keppler im Tatort des Mitteldeutschen Rundfunks. 2009 war er als Adolf Hitler in Quentin Tarantinos Film "Inglourious Bastards" zu sehen.

Für seinen Auftritt in René Polleschs Schmeiß dein Ego weg! erhielt er 2011 den Faust-Theaterpreis, den er als Missverständnis entgegennahm.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von und mit Martin Wuttke:

L'Affaire Martin... an der Berliner Volksbühne (10/2006)

Erkundungen für die Präzisierung des Gefühls für einen Aufstand am Schauspiel Köln (3/2007) (Regie)

Gretchens Faust im Berliner Ensemble (3/2008) (Regie)

Fantasma am Wiener Burgtheater (12/2008)

Ping Pong d'Amour an den Münchner Kammerspielen (2/2009)

Das abenteuerliche Herz. Droge und Rausch im Berliner Ensemble (6/2009) (Regie)

Calvinismus Klein am Zürcher Schauspielhaus (12/2009)

Das Begräbnis am Burgtheater Wien (3/2010)

Schmeiß dein Ego weg! an der Berliner Volksbühne (1/2011)

Platonov am Wiener Akademietheater (5/2011)

Die Liebe zum Nochniedagewesenen am Wiener Akademietheater (12/2011)

Nach der Oper. Würgeengel im Kasino des Wiener Burgtheaters (2/2012)

Der eingebildete Kranke an der Berliner Volksbühne (6/2012, Hauptrolle und Regie)

Der Geizige an der Berliner Volksbühne (6/2012)

Don Juan an der Berliner Volksbühne (9/2012)

Glanz und Elend der Kurtisanen an der Berliner Volksbühne (9/2013)

Trompe l'amour an der Berliner Volksbühne (4/2014)

Rocco Darsow am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (12/2014)

Von einem der auszog, weil er sich die Miete nicht mehr leisten konnte an der Volksbühne Berlin (3/2015)

John Gabriel Borkman bei den Wiener Festwochen (5/2015)

Judith an der Volksbühne Berlin (1/2016)

Stadion der Weltjugend am Schauspiel Stuttgart (7/2016)

Volksbühnen-Diskurs Teil 1 und 2 an der Volksbühne Berlin (10/2016)

Faust an der Volksbühne Berlin (3/2017)

Dark Star an der Volksbühne Berlin (6/2017)