Stemann, Nicolas

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Begriff Definition
Stemann, Nicolas

Nicolas Stemann, geboren 1968 in Hamburg, ist Regisseur und designierter Co-Intendant des Zürcher Schauspielhaus.

Er studierte Germanistik und Philosophie an der Universität Hamburg und Schauspieltheater-Regie am Max Reinhardt-Seminar in Wien und an der Theaterakademie in Hamburg bei Jürgen Flimm und Christoph Nel. Während der Ausbildung arbeitete er als Hotel- und Restaurantpianist, als Sänger und Gitarrist. Er inszeniert seit 1995. Das erste Mal überregional bekannt wurde er durch die Inszenierung seiner Terror-Trilogie 1997 ("Antigone" von Sophokles, "Die Möwe" von Tschechow, "Leonce und Lena" von Georg Büchner) auf Kampnagel Hamburg und am Gostner Hoftheater Nürnberg. Die ebenfalls in Nürnberg entstandende Inszenierung "Werther!" nach Goethe (1997) mit Philipp Hochmair spielt bis in die Gegenwart an zahlreichen nationalen und internationalen Theatern.

Stemann wurde mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen, zum ersten Mal 2002 mit seiner Inszenierung von "Hamlet" vom Schauspiel Hannover. Stemann wurde vor allem mit seinen Inszenierungen von Theatertexten Elfriede Jelineks bekannt.

Nicolas Stemann inszeniert regelmäßig am Wiener Burgtheater, dem Deutschen Theater Berlin und dem Thalia Theater Hamburg. Er arbeitet regelmäßig mit der Bühnenbildnerin Katrin Nottrodt, der Kostümbildnerin Esther Bialas und dem Dramaturgen Bernd Stegemann zusammen.

Stemann wurde bisher dreimal (2003, 2005, 2008) für den Nestroy-Theaterpreis und einmal für den Faust-Theaterpreis nominiert.

Simone Kaempf hat sich anhand seiner Wiener Inszenierung von Elfriede Jelineks "Babel" und der Hannoveraner Inszenierung von Kurt Vonneguts "Schlachthof 5" der Dialektik von Erinnern und Verdrängen bei Steman gewidmet. Dirk Pilz untersucht in einem Text zum Verhältnis von Geschichte und Gegenwart auch Stemanns Salzburger Räuber-Inszenierung. Als die Schauspielerin Margit Bendokat 2010 den Berliner Theaterpreis bekam, hielt Stemann die Laudatio. Dann brachte er der Bendokat ein Ständchen. Im November 2012 antwortete Stemann in Wien auf Peter Turrinis Regietheaterschelte im Rahmen der Nestroypreisverleihung.

Im Dezember 2014 nahm Stemann gemeinsam mjit Amelie Deuflhard (Kampnagel), Joachim Lux (Thalia Theater), Dirk Nockemann (AfD Hamburg) und Sieghard Wilm (Pfarrer St. Pauli Kirche) im Anschluss an eine Aufführung der "Schutzbefohlenen" an einer Podiumsdiskussion im Thalia Theater teil, mit dem Thema: Was darf die Kunst? Was darf die Gesellschaft? Der Anlass ist die Strafanzeige der AfD Hamburg gegen Amelie Deuflhard, wegen Verstosses gegen die Aufenthaltsbestimmungen.

"Die Schutzbefohlenen" wird zum Theatertreffen 2015 eingeladen. Anlässlich des dortigen Gastspiels wird heftig über Rassismus, Blackfacing und die Arbeit mit Flüchtlingen diskutiert.

2019 wird Stemann zusammen mit Benjamin von Blomberg die Leitung des Zürcher Schauspielhaus übernehmen.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Nicolas Stemann:

Don Carlos im Deutschen Theater Berlin (01/2007)

Ulrike Maria Stuart beim Theatertreffen 2007

Über Tiere im Deutschen Theater Berlin (05/2007)

Iphigenie im Thalia Theater Hamburg (09/2007)

Die Räuber bei den Salzburger Festspielen (08/2008)

Urlesung der "Kontrakte des Kaufmanns" am Wiener Burgtheater (03/2009)

Die Kontrakte des Kaufmanns im Kölner Schauspielhaus (04/2009)

Nathan der Weise am Thalia Theater Hamburg (10/2009)

Die heilige Johanna der Schlachthöfe am Deutschen Theater Berlin (12/2009)

La Périchole an der Komischen Oper Berlin (6/2010)

Faust I & II. Eine öffentliche Probe am Thalia Theater Hamburg (10/2010)

Aufhören! Schluss jetzt! Lauter! 12 letzte Lieder am Deutschen Theater Berlin (2/2011)

Die Dreigroschenoper am Schauspiel Köln (3/2011)

Faust 1 & 2 bei den Salzburger Festspielen (7/2011)

Der demografische Faktor am Schauspiel Köln (3/2012)

Gefahr-Bar an der Berliner Schaubühne (12/2012)

Kommune der Wahrheit. Wirklichkeitsmaschine bei den Wiener Festwochen (6/2013)

Rein Gold an der Staatsoper Berlin (3/2014)

Die Schutzbefohlenen beim Festival "Theater der Welt" in Mannheim (5/2014), Gastspiel beim Berliner Theatertreffen 2015

Der Kaufmann von Venedig in den Münchner Kammerspielen (10/2015)

Borgen an der Berliner Schaubühne (2/2016)

Wut an den Münchner Kammerspielen (4/2016)

Der Kirschgarten an den Münchner Kammerspielen (1/2017)

Kein Licht bei der Ruhtriennale (8/2017)

Der Vater an den Münchner Kammerspielen (4/2018)