Fröhliche Wissenschaft

Berlin, 2. Oktober 2009. Wie der Theaterkanal gestern gemeldet hat, ist der Übersetzer und Dramaturg Peter Krumme, der sich in besonderer Weise um die Übersetzung antiker Dramen verdient gemacht hat, im Alter von 67 Jahren in Berlin gestorben.

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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb einmal über ihn, Krumme sei ein "großer Kompilator". Er nehme aus der Tradition, "was er brauchen kann", und komme so zu einem Text, "der sich angenehm sprechen lässt, alltags- und hölderlin-vertraut klingt und doch sehr viel näher ist am Wortlaut des Originals, als das meiste Neudeutsch-Altgriechische, das auf unseren Bühnen gesprochen wird."

Peter Krumme wurde für seine Übersetzungen u.a. mit dem Preis der Frankfurter Autorenstiftung ausgezeichnet. In ihrer Begründung schrieb die Jury 1985, Krumme verstehe das "Übersetzen als eine 'fröhliche Wissenschaft', als Spiel zwischen Ferne und Nähe der Zeiten". So seien dies nicht nur Übersetzungen, "die den Forderungen der Philologie wie denen der zeitgenössischen Poesie" entsprächen, sie verstünden "sich vor allem auch als sprachliche Grundlage für das theatralische Ereignis."

Neben seiner Übersetzertätigkeit arbeitete Peter Krumme auch als Hochschullehrer und Dramaturg, unter anderem an der Berliner Schaubühne für Luc Bondy, Klaus Michael Grüber, Robert Wilson und Peter Stein, den er darüber hinaus bei zahlreichen Antikenprojekten beriet.

(ape)


Besprochen wurden auf nachtkritik.de u.a. Inszenierungen der Übersetzungen Peter Krummes von Sophokles' Oedipus durch Nicolai Sykosch im Februar 2008 in Braunschweig und Wilfried Minks im Februar 2009 in Hannover, sowie der Antigone, die David Bösch im März 2008 auf die Bühne des Essener Theaters brachte.

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