Was passiert da gerade in unserer Stadt!

Hamburg, 24. September 2010. Nachdem ein Gespräch zwischen der Interims-Leitung des Deutschen Schauspielhauses und dem Hamburger Kultursenator Reinhard Stuth (CDU) am Nachmittag ohne Ergebnis verlaufen war, hat der Leiter der Jugendsparte des  Schauspielhauses Klaus Schumacher die Hamburger und Hamburgerinnen in einem offenen Brief um Solidarität gebeten. "Wir werden für die Werte, die das Theater verkörpert und die wir hier mit jeder Vorstellung mit Kindern und Jugendlichen (er)leben, streiten. Kultur und Bildung sind kein Luxus. Sie sind lebensnotwendig."

Zuvor hatte der Kaufmännische Direktor des Schauspielhauses Jack Kurfess mitgeteilt, "mit Enttäuschung" nähme man zur Kenntnis, dass die 1,2 Millionen Euro Kürzung ungeachtet der "ganzen Tragweite der Folgen" nicht zurückgenommen worden seien.

(Deutsches Schauspielhaus Hamburg / sle / jnm)

 

Hier finden Sie eine ausführliche Chronik zur Debatte um das Deutschen Schauspielhaus.

 

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Kommentare  
#1 Ergebnislose Gespräche in HH: Schirmers Rücktritt schlimmer Fehler123 2010-09-24 19:40
Das ist bitter. Kein Trostpflaster mehr für das Hamburger Schauspielhaus. Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass der Rücktritt von Herrn Schirmer ein schlimmer Fehler war.

Wo ist eigentlich das große Schirmer Interview in der Zeit oder sonstwo, welches uns seinen Rücktritt plausibel macht?
#2 Ergebnislose Gespräche in HH: der Verursacher der JammerspieleHeribert Faßbender 2010-09-24 22:10
Mensch 123, da haben Sie ja einen echten Geistesblitz! Bei all dieser Lamentiererei und dem aktionistischen Gedampfe, geht genau dieser Punkt völlig unter: der Verursacher des ganze Jammerspiels ist eindeutig Schirmer und nicht die 300000 fehlenden Mäuse. Das die Kohle ständig gekürzt wird ist für jeden, der was von der Branche versteht, ohnehin kalter Kaffee. Läuft schon seit Jahrzehnten so. Das jetzt aber die Offtheater-Spontis und Diskurshuber aus ihren Löchern kriechen und von Systemkrise schwafeln, beweist nur, daß sie keinerlei Ahnung von der Sache haben. Wer aus solch exponierter und somit auch privilegierter Position einfach den polnischen Abgang wählt, handelt töricht und verantwortungslos. DAS wäre doch mal eine echte Herausforderung für die "Ära" Schirmer gewesen, den Kampf mit den Kürzern und Rationalisierern aufzunehmen. Stadessen wird abgehauen. Starker Tobak.
#3 Gescheiterte Gespräche in HH: Korrekturder politisch korrekte pole 2010-09-25 03:25
@ heribert

alles richtig bis auf "polnischer abgang".....
#4 Ergebnislose Gespräche in HH: Rettet Euer Schauspielhaus!Eric William 2010-09-25 03:36
Friedrich Schirmer ist der Totengräber des Deutschen Schauspielhauses, keine Frage, und das nicht erst seit seinem abrupten, verantwortungslosen Abgang, der diesem unseligen Kürzungsbeschluss im Senat Tür und Tor geöffnet hat. (Was für ein armseliger Gipfel und - im doppelten Sinne - Endpunkt seiner glanzlosen Theaterkarriere). Seine Intendanz war von Anfang an, also immerhin seit geschlagenen fünf Jahren (!) gekennzeichnet durch das völlige Fehlen von jeder Art von Aufbruchsenergie und künstlerischem Gestaltungswillen. Wohin man sah: keine Inhalte, keine Haltung, keine Intuition (ja, nicht einmal die!). Von Anfang an herrschten Ängstlichkeit, Beliebigkeit und Mittelmaß. Einzig der Wunsch, „anzukommen“ in der Stadt, geachtet und gemocht zu werden, war erkennbar. Das ist sehr, sehr wenig. Schirmers Führungsstil, der keinen Widerspruch duldete, begünstigte die Karrieren von Opportunisten, Schlänglern und Windern mit schmalem Anliegen und dickem Geltungsdrang. Diese Menschen bilden nun die künstlerische Interimsleitung, prost Mahlzeit!
Schirmer trat 2005 mit einem Fünf-Jahres-Vertrag an. Ohne Not wurde dieser Vertrag 2008 von der amtierenden Kultursenatorin Karin von Welck um weitere fünf Jahre bis 2015 verlängert, eine absolut unnachvollziehbare Entscheidung, hatte Schirmer doch zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen künstlerischen Erfolg vorzuweisen. Nach Alternativen zu Schirmer wurde damals von Frau von Welck erst gar nicht gesucht – und da hätte man als sensibler Beobachter der Kulturlandschaft aufhorchen müssen: diese unmotivierte Vertragsverlängerung konnte nur bedeuten, dass das Deutsche Schauspielhaus von den Stadtvätern und -müttern aufgegeben wurde. Schirmer hat in seiner „Ära“ zahllose Fremdveranstaltungen und Vermietungen geduldet und dadurch ein mögliches Zukunftsszenario geprobt. Dass es dahin aber nicht kommen darf, muss jedem klar sein, jedem, auch dem ärgsten Schirmer-Gegner. Dieses Haus darf nicht zur Veranstaltungs- und Eventhalle verkommen! Dieses Haus war und ist eine Kathedrale der Theaterkunst, dagegen konnte nicht einmal Schirmer anstinken. Die Strahlkraft dieses Hauses reicht über die zugegeben künstlerisch armseligen letzten Jahre weit hinaus. Rettet Euer Schauspielhaus, liebe Hamburger Bürgerinnen und Bürger, liebe Theaterschaffende und Theaterliebhaber, lasst nicht zu, dass aus Eurer Kathedrale eine Messehalle wird. Verlangt von euren politischen Vertretern, dass Sie sich schleunigst und mit Verve um eine gute, ach was, um die beste Schirmer-Nachfolge kümmern! Verlangt, dass die im Senat beschlossene Kürzung um 1,2 Millionen sofort zurückgenommen wird! Und lasst niemals im Leben zu, dass die derzeitigen Interims-Herrschaften auch nur daran denken, die sogenannt kleinen Spielstätten zu schließen, um ihren Arsch zu retten! Die Kathedrale Deutsches Schauspielhaus besteht ganz wesentlich auch aus ihren Kapellen Malersaal, Rangfoyer und Kantine!
#5 Ergebnislose Gespräche in HH: einen großen Theaterschaffenden mit Dreck bewerfen123 2010-09-25 11:56
@eric william
die fakten sprechen doch eine ganz andere sprache. die letzte spielzeit war eine der erfolgreichsten der letzten 20 jahre. die auslastung des hauses lag bei 80%, was für ein haus dieser größe ein sehr guter wert ist. schirmer ist ein großer theaterschaffender, der seinen mitarbeitern immer treu zur seite stand. ich weiß das, denn ich habe jahrelang mit und für ihn gearbeitet. wer so vergiftete reden schwingt ist wohl selber wegen mittelmässigkeit irgendwann im fahrwasser der kulturbetriebs untergegangen, man könnte fasst meinen hier spricht ein verbitterter tom stromberg (aus seinem landexil).
aber ... darum geht es doch inzwischen gar nicht mehr. es geht um die rettung des hauses und nicht darum einen großen theaterschaffenden mit dreck zu bewerfen.
#6 Gescheiterte Gespräche in HH: EigentorHeribert Faßbender 2010-09-25 18:02
Eigentor, 123. Welcher vebitterte Mittelmäßige sind SIE denn, daß Sie permanent von Ihrer aktiven und "engen" Verbindung zum Kulturbetrieb raunen müssen, die Ihnen immerhin soviel Zeit übrig läßt, im Internet irgendwewlche apologetischen Nebelkerzen zu zünden. Ganz zu schweigen von den abenteuerlich falschen Auslastungszahlen, die Sie hier verbreiten (Spielzeit 09/10: 66%!). Über die Verdienste des "großen Theaterschaffenden" Schirmer wird man sicherlich an anderer Stelle und zu anderer Zeit viel zu berichten haben. Hier geht es um sein aktuelles Versagen. Und das ist nun mal leider massiv. Was Stromberg betrifft, so fing mit ihm doch der Niedergang des Schauspielhauses erst an. Also den können Sie gerne behalten. Sei's drum. Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Profis wie Flimm oder Baumbauer sind weit weg. Wer den Karren aus dem Dreck ziehen soll, ist mir schleierhaft.
#7 Ergebnislose Gespräche: Dementi123 2010-09-26 00:02
@ Beitrag 5 ist nicht von mir. Keine Ahnung, wer sich da immer wieder auf meinem Trittbrett aufhält.
#8 Ergebnislose Gespräche in HH: unterstellte Hymne123 2010-09-26 09:02
@ 5. Lieber Trittbrettfahrer, man wacht so Sonntagsmorgens auf und denkt sich, was hat Sie nur dazu gebracht mir eine solche Hymne für Herrn Schirmer zu unterstellen. Ich kenne Herrn Schirmer überhaupt nicht, noch habe ich jahrelang mit ihm zusammengearbeitet, nein, im Gegenteil, ich habe keine einzige Vorstellung unter der Intendanz Schirmer besucht. Es zog mich einfach nicht dort hin. Sein jetziges Verhalten erscheint mir rätselhaft. Ja, er ist mir ein Rätsel, dass er nur selber lösen kann. Sie sollten mit bekommen haben, wenn Sie schon meinen Namn benutzen, dass ich dem Intendantensystem sehr kritisch gegenüber stehe. Die Gründe hierfür möchte ich jetzt hier nicht darstellen. Nur soviel, ich bitte Sie höflich sich einen eigenen Namen zu wählen und Kommentare unter meinem Namen zu unterlassen. Das muss doch möglich sein. Oder reicht Ihre Phantasie dazu nicht aus? Soll ich ein paar Vorschläge. Zum Beispiel "Plump 83" oder so etwas Ähnliches. Denn das käme Ihrer Hymne eher entgegen.

Mit den besten Wünschen

Ihr 123
#9 Ergebnislose Gespräche in HH: ahnungsloses GeschreibselOrtega 2010-09-26 14:20
@Eric Williams
"Und lasst niemals im Leben zu, dass die derzeitigen Interims-Herrschaften auch nur daran denken, die sogenannt kleinen Spielstätten zu schließen, um ihren Arsch zu retten!"

Was ist denn das für ein Schwachsinn? Bis dahin fand ich ihr Geschreibsel gar nicht schlecht, aber diese Aussage ist vollkommen unsachlich und ahnungslos.
Der Interimsintendant Jack Kurfess war übrigens schon zu Strombergs Zeiten der Geschäftsführer, das ist kein Schirmer Zögling.
Und wie würden sie die (reel) 1,8 Millionen einsparen um "ihren Arsch zu retten" Herr Williams?
#10 Ergebnislose Gespräche in HH: Grundbedürnis KulturAhnungslos 2010-09-26 22:17
Was ich nicht verstehe - und vielleicht kann es mir irgendjemand hier erklären - : wenn es um Unternehmensansiedlungen geht, wird von Staat, Städten, Gemeinden viiiiel Geld zugeschossen. Die müssen kaum Eigenleistungen bringen. Totschlagargument: Arbeitsplätze. Nach 1, 2, 3 Jahren wird der Laden dichtgemacht und alles nach Rumänien o.ä. verlegt. Arbeitsplätze futsch.
Erste Frage: Wieso wird das Arbeitsplatzargument bei Kulturinstitutionen nicht benutzt? Da arbeiten doch tausende.
Zweite Frage: Hat schon mal jemand gehört, daß eine Kulturinstitution in ein Billiglohnland abgewandert ist? Ich nicht. Vielleicht ist das der Grund - siehe erste Frage -?
Die Arbeitsplätze sind aber in jedem Fall auch futsch, wenn eine Institution platt gemacht wird.. Und kosten Geld, weil ALG I/II. Aber die kriegen ja jetzt 5 Euro mehr. ..
Alles sehr traurig und nicht nachvollziehbar.
übrigens kann man natürlich auch mit 16 Mio noch ordentliches Theater machen. Wenn man es denn für das Theatermachen ausgeben kann. Die Tarifsteigerungen werden von den Länderchefs ausgehandelt und dann den Theatern aufgebürdet. An Dutzenden von Theatern gibt es Hausverträge, wo die Mitarbeiter auf Geld verzichten. Und ja: auch um ihren Arbeitsplatz zu sichern. ist das verwerflich?
Wenn die Tendenz sich fortsetzt, werden wir irgendwann nur noch Eventpaläste für die Reichen haben. Und das vielbeschworene angeblich Elitäre der Kunst: woher kommt denn das? Vielleicht liegts an der Bildung? Meine Oma hatte nicht mal einen Hauptschulabschluss, ist aber durch die damals existierenden Arbeiterbildungsvereine zum Theater, zu Büchern, Konzerten etc. gekommen und hat das ganz normal als Grundbedürfnis wahrgenommen. Daß das was Elitäres (das Wort kannte sie gar nicht) sein soll, wäre ihr nie in den Sinn gekommen. Und mit Event-"Kultur" hätte man ihr nicht kommen dürfen. Die wollte Schiller, Goethe, Shakespeare sehen. Je mehr, desto besser. damals gabs aber auch billige Volksbühnenanrechte...

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