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Unsere auswahl ist subjektiv

Presseschau vom 15. März 2012 – Die taz über einen Wettbewerb für deutsche Dramatiker mit Migrationshintergrund

... dann ist eben eine Art Quote nötig

15. März 2012. In der taz berichtet Barbara Behrendt über den Dramatikerwettbewerb In Zukunft des Westfälischen Landestheaters Castrop-Rauxel. Zusammen mit der Exile-Kulturkoordination e. V. in Essen habe der vom Land NRW geförderte Wettbewerb nur "Menschen mit Migrationshintergrund" zum Stückeschreiben zugelassen.

Presseschau vom 14. März bis zum 3. April 2012 – Der Kulturinfarkt beschäftigt die deutschsprachige Presselandschaft

altDoppelte Aufregung um die Hälfte

März / April 2012. Allein der Vorgeschmack dessen, was noch kommen wird, sorgt für Aufregung. Im SPIEGEL (12.3.2012) stellen die vier Autoren des Buches "Der Kulturinfarkt" (Erscheinungsdatum 20. März, hier unsere Besprechung) schon mal ihre Thesen vor. Und darunter findet sich die zentrale Frage: "Was wäre, wenn die Hälfte der Theater und Museen verschwände, einige Archive zusammengelegt und Konzertbühnen privatisiert würden? 3200 statt 6300 Museen in Deutschland, 70 staatliche und städtische Bühnen statt 140, 4000 Bibliotheken statt 8200 – wäre das die Apokalypse?"

Presseschau vom 6. März 2012 - Die taz über den Afrika-Schwerpunkt am Theater Konstanz

Unterschiedliche Erkundungsstrategien

6. März 2012. In der heutigen taz schreibt Katrin Bettina Müller über den Afrika-Schwerpunkt des Theaters Konstanz. Die beiden letzten zwei Premieren in diesem Kontext sind aus ihrer Sicht symptomatisch für die unterschiedlichen Erkundungsstrategien des Programms: das Stück des kongolesischen Autors Kokouvi Dzifa Galley über das Stranden zweier Afrikaner auf dem Weg nach Europa 'Ein Schritt voraus" und 'Benefiz - Jeder rettet einen Afrikaner' von Ingrid Lausund, eine Komödie über Helfersyndrome und Afrika-Klischees. Das Konstanzer Publikum, schreibt Müller auch, folge der Setzung des Programms bisher mit Interesse.

Presseschau vom 2. März 2012 − Zürcher Kritikerin Alexandra Kedves sieht ein Revival des politischen Theaters

Politisch, aber verspielter als früher

2. März 2012. Zu Beginn ihres Artikels in der Berner Zeitung Der Bund (28.2.2012) beschreibt die Zürcher Theaterkritikerin Alexandra Kedves eine Szene aus Anna Mendelssohns "Cry me a river", in der die Performerin sich mittels eines Tränenstiftes selbst zum Weinen bringt, "die längsten und schmerzlichsten anderthalb Minuten, die man im Theater seit langem erleben konnte": "Künstlich fabrizierte Tränen, aber nichts ist authentischer als dieses Spiel."

Presseschau vom 23. Februar 2012 – Die Frankfurter Rundschau überprüft Erinnerungen an Einar Schleef

Gedenket eines obsessiven Künstlers!

Berlin, 23. Februar 2012. Gegen eine Tendanz zur harmonisierenden Erinnerung an Einar Schleef wendet sich der Theaterkritiker und Schleef-Experte Wolfgang Behrens in der Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung (23.2.2012) anlässlich des 10. Todestages des Universalkünstlers. In anekdotischen Rückschauen, im "Geschmunzel und im Kopfschütteln" werde "ein großer Künstler ins handliche Format gepresst, ins Format des Witzes." Dabei seien die "Emotionen – nicht zuletzt die vom Hass gespeisten –", die Schleefs Inszenierungen zu Lebzeiten auszulösen vermochten, "gewaltig" gewesen (mit dem Ausruf "Faschismus-Scheiße" wird etwa Peter Zadek zitiert).

Presseschau vom 22. Februar 2012 – Der Tagesspiegel berichtet über die griechische Kultur in der Krise

Mit leeren Händen

22. Februar 2012. "Geht es weiter? Und wenn ja, wie?", fragt Andreas Schäfer im Tagesspiegel. Gemeint ist die griechische Kulturszene, für die sich im Moment so gar keiner zu interessieren scheint. Dabei geschieht Gravierendes: "Der Etat des Kulturministeriums ist 2011 um 22 Prozent gekürzt worden. Damit stehen so gut wie alle großen Kulturinstitutionen zur Disposition." Neben dem Filmfestival von Thessaloniki betrifft das auch das Athens Festival, das im Sommer das Theater in Epidaurus bespielt und große Produktionen aus Europa in die Stadt holt (wir sahen dort zuletzt Richard III. von Sam Mendes mit Kevin Spacey) – ob es 2012 überhaupt stattfinden werde, sei fraglich.

Presseschau vom 18. / 20. Februar 2012 – Stimmen zur Auswahl des Berliner Theatertreffens 2012

Ganz interessante Mischung?

18. / 20. Februar 2012. Am Tag, an dem die Jury ihre Einladungen zum diesjährigen Berliner Theatertreffen bekanntgab, trat auch der Bundespräsident zurück. Der Kommentierung dieses Ereignisses widmen die Gazetten deutlich mehr Platz – doch auch zu jenem lassen sich einige Lesefrüchte auffinden:

Presseschau vom 17. Februar 2012 – Frank Castorf im Interview in der "Welt"

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"Ich bin ja auch so ein teutonischer Zuchtmeister"

17. Februar 2012. Bayreuth ist für mich Grenzüberschreitung, so ist das Interview überschrieben, das Volker Blech und Stefan Kirschner für die Welt mit Frank Castorf geführt haben. Darin geht es um seine "Ring"-Inszenierung, aber auch um Die Marquise von O., die heute an der Berliner Volksbühne Premiere haben sollte, aber aufgrund einer Erkrankung von Sylvester Groth abgesagt werden musste.

Presseschau vom 24. Februar 2012 – Die Blackfacing-Debatte geht weiter

Farbenblinde Normalität

16. Februar 2012. Nachdem nachtkritik.de-Redakteur Nikolaus Merck bereits gestern seine in einer Replik auf einen Kommentar im Kontext der Blackfacing-Debatte geäußerten Positionen in Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung präzisierte und erweiterte, reagieren heute auch die Kollegen der Welt und der taz.

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