29. August 2015: Yves Jansen inszeniert Anne im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater

Die Kritikerkollegen sind ziemlich angetan von der deutschsprachigen Erstaufführung der Dramatisierung des Tagebuchs der Anne Frank von Leon de Winter und Jessica Durlacher – auch wir fanden: Es funktioniert.

25. August 2015: Kay Voges' bitterböses Spektakel Die Show in Dortmund

Die Kritiker*innen sind gespalten: Die einen halten den Abend für genial, die anderen für zahnlos. Wir hielten den Atem an.

25. August 2015: Auf der Ruhrtriennale zeigt Krzysztof Warlikowski Die Franzosen nach Marcel Proust

Mehrere Kritiker*innen sahen einen "grandiosen Abgesang auf Europa"; die Mehrzahl aber fühlt sich überfordert, nicht zuletzt vom polnischen Original mit deutsch und englischen Übertiteln. Wir fragten uns, ob der Warlikowski nicht sein Thema verfehlt hat. 

25. August 2015: Susanne Kennedys Monteverdi-Parcours Orfeo, Ruhrtriennale

Überwiegend stellte sich Langeweile ein, unter den Kritiker*innen auf diesem Unterwelten-Rundgang bei den zig Eurydikes. Wir sahen eindrucksvolle Räume mit schmaler Pointe.

21. August 2015: Amir Reza Koohestanis eindringliches Hearing beim Zürcher Theaterspektakel

Ein Highlight des diesjährigen Theaterspektakels, befindet die Vor-Ort-Kritik über das Stück des iranischen Autorregisseurs. Auch wir empfanden den Abend als geballte Ladung Aggression und Kraft.

20. August 2015: Johan Simons eröffnet die Ruhrtriennale mit Accattone

Eine kunsthandwerkliche Pathos-Übung für das betuchte Bürgertum sah das Gros der Kritiker*innen von Nah und Fern. Wir wussten Johan Simons' Auftakt seiner Intendanz bei der Ruhrtriennale sehr wohl zu würdigen.

18. August 2015: Puppentheater beim Kampnagel-Sommerfestival: Das Bauchrednertreffen

Die Lokalzeitungskritik beurteilt die Zusammenarbeit von Gisèle Vienne und Dennis Cooper mit dem Puppentheater Halle als gescheitert – wir auch.

14. August 2015: Lucinda Childs Wiederbelebung Available Lights in Hamburg und Berlin

Ein wenig einschläfernd scheint die Sache schon gewesen zu sein, glaubt man den Kritiken vom Sommerfestival auf Kampnagel und vom Tanz im August in Berlin. Eine gewisse Faszination allerdings pulsiert auch zwischen den Zeilen. Wir sahen fein getimte Ereignislosigkeit.

14. August 2015: Short Pieces beim Theaterspektakel Zürich

Teils brillant getanzt, teils hintersinnig umgesetzt, teil missverständlich, findet die erste Kritik die Short Pieces beim Theaterspektakel Zürich. Auch wir sahen sehr unterschiedliche Arbeiten. 

14. August 2015: Hans Dreher inszeniert American Psycho an der Bochumer Rottstr5

Ein erster Printkritiker begrüßt mit Hans Drehers Inszenierung euphorisiert die neue Theatersaison. Wir waren auch angetan.

14. August 2015: Mackie Messer – die Salzburger Dreigroschenoper von Crouch, Bechtolf, Lowe

Weinen oder lachen? Eher weinen, sind sich die Kritiker*innen über die lahme Kulinarik dieser Dreigroschenoper einig. Und auch wir sahen Theater bar jeder Gedanken.

13. August 2015: Holzingers/Riebeeks Schönheitsabend bei ImpulsTanz

Die Herausforderung liege in der Ambivalenz, so eine erste Kritik über den Schönheitsabend. Wir waren durchaus angetan.

12. August 2015: Das Doku-Stück The Camouflage-Project beim Zürcher Theaterspektakel

Verdienstvoll aber leider auch etwas schlicht geraten findet die Zürcher Kritik das Projekt der Firma für Zwischenbereiche. Also ganz ähnlich wie wir.

11. August 2015: Douglas Gordon beim Sommerfest auf Kampnagel mit Bound to Hurt

Einige Printkritiker*innen zeigen sich von Douglas Gordons Schmerztheater durchaus fasziniert, andere erlebten ein Ungleichgewicht aus Musik und Szene. Wir blieben eher reserviert.

3. August 2015: Henry Masons Komödie der Irrungen als Shakespeare-Musical in Salzburg

Denkbar weit gehen die Meinungen der Kritiker*innen über diese wasserlastige Festspiel-Unternehmung auseinander, mit deutlichem Ausschlag ins Negative. Das Frankfurter Großfeuilleton allerdings ist, flankiert von einer Wiener Kollegin, schier entzückt. Wir fanden's nicht bahnbrechend, aber doch des Applaudierens wert.

3. August 2015: Albert Ostermaiers Wormser Nibelungenspektakel Gemetzel

Die Kritiker*innen sind mäkelig bis leicht entsetzt angesichts von Thomas Schadts hochkarätig besetzter Inszenierung und Ostermaiers Stück: zu viel Schwulst, zu wenig Blut, zu fürchterliche Tanzeinlagen. Wir sagten erst mal: Wow, wow, wow!

30. Juli 2015: Stephan Kimmigs Salzburger Pop- und-Gendertausch-Clavigo

Die Inszenierung mit Susanne Wolff in der Titelpartie wird nicht nur von Gerhard Stadelmaier mit einer seiner berüchtigten Rundum-Erzürnnisse bedacht, sondern fällt auch bei dem Rest der Kolleg*innen gnadenlos durch. Nur ein Kunstmarkt-Redakteur konnte der Sache etwas abgewinnen. Wir waren wenig überzeugt.

30. Juli 2015: Peter Konwitschys Verheutigung von Rihms Eroberung von Mexico in Salzburg

Die meisten Kritiker*innen sind hellauf begeistert von Peter Konwitschnys Salzburg-Eröffnungspremiere. Manche wägen leicht ab, einer zeigt mit dem Daumen klar nach unten. Uns überzeugte die Unternehmung.

28. Juli 2015: Katharina Wagners Bayreuther Festspiel-Eröffnung Tristan und Isolde

Die Kritiker*innenmeinungen sind gespalten. Zumindest was Katharina Wagners Regie betrifft. Einhellig gelobt wird dagegen Dirigent Christian Thielemann. Auch von uns.

27. Juli 2015: Die Berliner Bootsfahrt mit Geflüchteten Herz der Finsternis

Als fragwürdiges Spektakel empfand die Berliner Kritik dieses Projekt des Heimathafens Neukölln mit dem Theater der Migranten. Wir auch.

25. Juli 2015: Christiane Mudras Wir waren nie weg i-camp München

Die ersten Kritiken zeigen sich angetan von Mudras NSU-Stadtprojekt. Wie auch wir.

20. Juli 2015: Othello bei den Clingenburg Festspielen

Überrascht und begeistert reagiert die regionale Kritik auf Marcel Krohns Andersrum-Othello, in dem nur der Hauptdarsteller weiße Haut, alle anderen Darsteller und Rollen aber schwarze Haut zu Markte tragen. Fanden wir auch gut. 

20. Juli 2015: Das Festival d'Avignon im Spiegel der Kritik

Mäßig begeistert ist der Schweizer Zeitungskorrespondent von Olivier Pys Auswahl und noch weniger begeistert von Pys eigener Regiearbeit "König Lear", andere urteilen weniger ungnädig. Wie wir es sahen.

14. Juli 2015: Frank Abt taucht Hesses Unterm Rad in Stuttgart in den Wasserkarzer

Die Mehrheit der Kritiker*innen hat den Eindruck, in Frank Abts Inszenierung werde der Ernst des Romans verfehlt. Das sahen wir anders und fanden die Umsetzung ziemlich grandios.

14. Juli 2015: Monster Truck zeigen Display! Sortiert Euch! in Stuttgart

Die Vielfalt der Stadtbevölkerung werde hier klischeefrei transportiert, meint eine erste Lokalstimme. Auch wir sahen Vielfalt, diesseits und jenseits der Bühnenrampe.

12. Juli 2015: The Record von 600 Highwaymen macht Hannover high

Fasziniert sind die ortsansässigen Kritiker von dieser formalen Großinstallation mit Menschen aus Hannover, fasziniert waren auch wir.

10. Juli 2015: Jeremias Gotthelfs Ueli der Knecht beim Landschaftstheater Ballenberg

Ein großer realistischer Roman des 19. Jahrhunderts auf der Freilichtbühne mit Laien, kann das gut gehen? Ja, sagt die Printkritik. Auch wir waren gewogen.

10. Juli 2015: Hofesh Shechters Tanz-Trilogie Barbarians bei "Foreign Affairs" in Berlin

Die Meinungen der Kritikerinnen über "Barbarians" gehen auseinander: überwältigendes Erlebnis, wie das Radio meint, oder eindrucksvolle, aber doch etwas routinierte Masche, wie die Printmedien tendenziell behaupten? Für uns war es Stadionrock.

9. Juli 2015:Bankier Borkman im österreichischen Reichenau

Recht höflich urteilen die Kritikerinnen der Wiener Tageszeitungen über die letzte Premiere der Festspiele Reichenau mit Ibsen – wir liefern einen Festival-Überblick.

9. Juli 2015: Keiner findet sich schön, stellen René Pollesch und Fabian Hinrichs fest

Und fast keine*r der Kritiker*innen aus Berlin und Überregion findet das abwegig. Fast alle sind mindestens gerührt von Polleschs Romantik in der Volksbühne – heute kommt noch einer kryptisch nach, der aber eigentlich auch verführt zu sein scheint. So verdrückten wir unser Tränchen.

7. Juli 2015: Regienachwuchs beim Münchner Marstallplan

Alle fünf Nachwuchskünstler*innen dieses Festivals hätten sich ihren Stoffen gewachsen gezeigt, aber einige ragten für die Münchner Presse dann doch heraus. Für uns auch.

7. Juli 2015:Tiago Rodrigues und NO99 zum Auftakt der Theaterformen Hannover

Die Hannoveraner Kritiker können Tiago Rodrigues eine Menge, dem estnischen Beitrag von NO99 etwas weniger abgewinnen. Wir entdeckten in beiden Arbeiten etwas.

6. Juli 2015: Tina Lanik inszeniert Eine Familie am Residenztheater München

Tracy Letts' Stück funktioniert einfach, und wenn man es funktionieren lässt, dann funktioniert es. Meinen die Printkritiker, und nicht grundsätzlich anders meinen das auch wir.

6. Juli 2015: Gintersdorfer/Klaßen adaptieren Mozart: Les Robots Ne Nonaissent... in Bremen

Intelligentes Metatheater würdigt die überregionale Pressestimme und auch die regionalen Organe schwärmen. Für uns hatte das Crossover-Projekt diverser Sparten so seine Momente.

6. Juli 2015: Das Rechercheprojekt Goetzen / Liemba von Das letzte Kleinod

Einen Abend der starken Bilder hat eine Regionalkritik in Geestenseth erlebt. Auch uns nahm die Atmosphäre gefangen.

6. Juli 2015: Die Romeo-&-Julia-Tour Liebe Macht Tod von Bluespots Productions in Augsburg

Einen guten Beitrag zur UNESCO-Bewerbung der Stadt Augsburg sieht eine erste Lokalstimme in dieser Umsetzung der Shakespeare-Adaption von Thomas Brasch durch Bluespot Productions. Auch uns nahm das Ereignis gefangen.

2. Juli 2015: Angélica Liddells Vergewaltigungsfantasie You Are My Destiny in Berlin

Kaum auszuhalten findet eine erste Kritikerin die schwülstigen Fantasien in diesem Abend von Angélica Liddell. Wir blätterten in Postkarten.

2. Juli 2015: Milo Rau bringt das Kongo Tribunal nach Berlin

Die Kritik zeigt sich beeindruckt und fragt nach dem Verhältnis von Kunst und Wirklichkeit. Auch wir protokollierten die Verhandlung ausführlich.

1. Juli 2015: Jan Fabres Mount Olympus bei Foreign Affairs

Fast alle Kritiker*innen sahen ein großes Ereignis, das so schnell nicht zu toppen sein wird. Auch wir standen im Bann der 24-Stunden-Performance mit allen Höhen und Tiefen.

28. Juni 2015: Archiv der Erschöpfung bei den Berliner Autorentheatertagen uraufgeführt

Eine erste lokale Stimme sah Aufsage-Akrobatik. Uns tat es auch nicht weh.

28. Juni 2015: Nolte Decars Der neue Himmel bei den ATT am DT Berlin

Eine erste Kritik sah eine verflachende Uraufführung, die der Text bei allen Schwächen nicht verdient habe. Wir waren auch wenig amused über den Abend.

27. Juni 2015: Weltuntergangsprojekt Melencolia II am Stadttheater Ulm 

Das Bürgerbühnen-Weltuntergangsprojekt Melencolia II kommt bei den lokalen Kritikern durchaus an. Auch wir waren angetan.

26. Juni 2015: Gala von Jérôme Bel im HAU Berlin

Die Meinungen der Radio- und Zeitungskritiker*innen gehen auseinander: Wohlfühltheater oder Konventionssprengung? Heute kommt noch eine Stimme dazu, die sich wie wir zum Mitfeiern einladen ließ.

25. Juni 2015: Claudia Bauer inszeniert in Mainz Shakespeares Antonius und Cleopatra

Zum Schimpfen verleitet diese Inszenierung des selten gespielten Stücks mit verwirrender Handlung den einen Zeitungskritiker, der andere ist wohlwollender, fand den Abend aber letztlich harmlos – so wie wir.

25. Juni 2015: Gob Squads Roboter-Oper My Square Lady in Berlin 

Unterschiedlichste Meinungen bei den Kritikerkolleg*innen, heute kommt noch ein Missgelaunter nach. Wir durchlebten die drei Stunden mit Gob Squad und ihrem Roboter Myon mit wachsendem Vergnügen.

24. Juni 2015: Das Impulse-Festival der freien Szene in NRW

Über die Errungenschaften der freien Szene berichtet die Presse anlässlich des "Impulse"-Festivals. Wir fanden die diesjährige Auswahl der "Impulse" verglichen mit früheren Jahrgängen "viel schärfer gestellt, unmissverständlich und niemals gefällig".

23. Juni 2015: Mario Holetzeck mit Heiner Müllers Wolokolamsker Chaussee in Cottbus

Gemischte bis hoch anerkennende Reaktionen bei der Printkritik. Gemischte Gefühle bei uns.

22. Juni 2015: Christopher Rüpings Stuttgarter Peer Gynt

kriegt sein Fett weg. Hübsch unterhaltsam, okay, aber die meisten Kritikerinnen finden das Tohuwabohu ziemlich nervend, jedenfalls ohne Kern, wie Peer Gynt selbst, den allerdings Edgar Selge nach allgemeiner Meinung hinreißend spielt. Wir fanden es jedenfalls ziemlich interessant.

20. Juni 2015: 6 Autor*innen erzählen vom Ende der Kindheit

Begeistertes Publikum, begeisterter Kritiker. So sieht es vor Ort in Chemnitz aus. Ähnlich wie bei uns.

19. Juni 2015: Sebastian Nüblings Performance Noise bei den Wiener Festwochen

Kitsch? Oder ein außergewöhnlicher Abend? Über Sebastian Nüblings Projekt mit Jugendlichen ist sich die Wiener Kritik nicht einig. Wir reckten den Daumen nach oben.

19. Juni 2015: dosenfleisch und Szenen der Freiheit in Berlin

Von Ferdinand Schmalz' "dosenfleisch" sind die kritischen Stimmen – von denen heute noch eine nachkleckert – überwiegend angetan, von der Regie eher mittel. Bei Jan Friedrichs "Szenen der Freiheit" teilen sich die Meinungsfluten. Wir sahen es so.

18. Juni 2015: Blind Poet von der Needcompany bei den Kunstfestspielen Hannover

Mehr oder weniger gnädig legen die lokalen Kritiker*innen diesen Abend der Needcompany zu den Akten. Wir fanden unter der Gefälligkeits-Tünche intensive Momente.

18. Juni 2015: Dirk Lauckes Romanadaption Kopflohn jetzt in Mainz

Nach der Uraufführung bei den Ruhrfestspielen ist Dirk Lauckes Adaption des Anna-Seghers-Romans nach Mainz übernommen worden, wo sie mit gemischten Gefühlen begrüßt wird. Wir sahen psychologisch schlüssiges Theater.

16. Juni 2015: Big-Data-Performance To like or not to like von Interrobang in Leipzig

Unterhaltsam und klug konstruiert finden die Leipziger Kritiker*innen diese Performance, auch wenn die ganz großen Aha-Effekte womöglich ausblieben. Wir sahen den Abend nach einem starken Anfang in ein zähes Nichts abgleiten.

16. Juni 2015: Georg Kaisers Gas, von Maik Priebe in Göttingen wiederentdeckt

Die regionalen Printkritiker*innen sind restlos überzeugt von Maik Priebes Ausgrabung. Wir waren skeptischer, aber zugetan.

16. Juni 2015: Shakespeares Antonius und Cleopatra im Heute und in München

Die Münchner Kritiker*innen finden den Anfang mit der Bettszene ganz klasse, die Hauptdarsteller auch meistenteils, die Inszenierung nur zur Hälfte. Wir fanden auch den Anfang gut.

15. Juni 2015: Calixto Bieitos Räuber zum Auftakt der Mannheimer Schiller-Tage

Bieitos Reduktion des Schiller-Dramas auf eine Familienaufstellung kommt bei den Kritiker*innen unterschiedlich gut an. Wir fanden's knallig.

15. Juni 2015: Jorinde Dröse spielt in Frankfurt mit Was ihr wollt Turbokomödie

Für manche Kritiker*innen fällt Jorinde Dröses Aufführung hinter Shakespeare zurück, für die anderen dreht sie ihn sogar noch ein Schräubchen weiter. Witzig finden's alle, auch wir.

13. Juni 2015: Dusan David Parízek inszeniert Der Fall Svejk bei den Wiener Festwochen

Die Wiener Kritik ist gespalten, wir waren eindeutig, wie der Radio-Mann auch.

13. Juni 2015: Das Duo Kühnel-Kuttner verlegt Heiner Müllers Der Auftrag in den Zirkus

Die überregionale Kritik jauchzt, die regionale hingegen ächzt unter der Leichtigkeit dieses Ruhrfestspiel-Spektakels. Wir jauchzten auch.

13. Juni 2015: Thomas Hürlimanns Stück Das Luftschiff als Freilichspiel in Luzern

Ein überregionaler Kritiker mault, eine Kritikerin singt, der regionale Beobachter ist zufrieden. Wir waren sogar bezaubert.

9. Juni 2015: Vorgezogener Intendanzstart in Bern mit Johannes Leppers Was ihr wollt

Mit Shakespeare stellt die neue Berner Schauspielchefin Stephanie Gräve noch vor der Sommerpause ihr Ensemble vor; der Printkollege jubelt, während wir weniger zufrieden waren.

8. Juni 2015: Michael Thalheimer inszeniert Gorkis Nachtasyl an der Schaubühne Berlin

Eine Printkritikerin jubelt, die anderen finden den Blick in die Röhre äußerst fragwürdig, so wie auch wir.

8. Juni 2015: Dieter Wedels Intendanzstart in Bad Hersfeld mit Komödie der Irrungen

Die Kritiker*innen von nah und fern sahen B-Prominenz auf dem roten Teppich und ein veritables Shakespeare-Brathendl auf der Bühne, das sie mehr oder weniger goutieren. Uns schmeckte es nur zur Hälfte.

8. Juni 2015: Nuran David Calis besticht mit Brechts Baal in Leipzig

Fesselnd und verblüffend finden die ersten kritischen Stimmen diese "Baal"-Umsetzung von Nuran David Calis. Fanden wir auch.

8. Juni 2015: Hrabal und der Mann am Fenster in Regensburg

Gebannt verfolgten die regionalen Kritiker*innen diese Geschichte einer Dichter-Bespitzelung. Auch wir ließen uns faszinieren.

8. Juni 2015: Miloš Lolić "Bakchen"-Bearbeitung Mania am Gorki Berlin

Nein, die Berliner Kritiker*innen mögen Miloš Lolić nicht auf seinen Rave folgen, auch wenn ihnen die körperliche Leistung des Ensembles Respekt abnötigt. Uns machte der Sinnverlust zu schaffen.

8. Juni 2015: Roberto Ciulli zeigt Koltès Rückkehr in die Wüste bei den Ruhrfestspielen

Die Kritiker im Westen folgen Roberto Ciulli überwiegend gern auf seine Reise in die Abgründe der französischen Provinz. Wir fand sie bei allem Respekt dann doch etwas mühsam.

8. Juni 2015: Marco Štorman zeigt Handkes Immer noch Sturm in Kassel

Die Poesie des Handke-Stückes kommt für den einen Kritiker an diesem Abend stärker, für den anderen ein wenig gedämpft rüber. Für uns war es die richtige Inszenierung am Tag des Todes von Winnetou.

8. Juni 2015: Ivo van Hoves Shakespeare-Digest Kings of War in Wien

Alle Kritiker sind ein wenig fasziniert von den Ambitionen dieser Unternehmung, mehr dann aber doch ermüdet von ihrer Durchführung. Ähnlich wie wir.

8. Juni 2015: Ionescos Nashörner bei den Ruhrfestspielen mit Finzi und Koch

Stärken finden die Kritiker in  Frank Hoffmanns Inszenierung durchaus, vermissen aber Bedrohlichkeit und den durchgängig großen Zugriff. Uns fehlte es an analytischer Schärfe.

8. Juni 2015: Stefan Bachmann zeigt Stefano Massinis Lehman Brothers

Mehr Analyse des Crashs hätten sich einige Kritiker*innen von diesem Bankerstück gewünscht, wobei sie sich überwiegend gut unterhielten. Wir verbrachten dreieinhalb fesselnde Stunden im Staatsschauspiel Dresden.

8. Juni 2015: Felicia Zellers Einsam lehnen am Bekannten in Konstanz revisited

Über starkes Schauspiel mit einem starken Text berichten die regionalen Kritiker*innen. Auch wir sahen eine überzeugende Auseinandersetzung in der Regie von Sascha Hawemann.

3. Juni 2015: Obwohl von Beate Faßnacht in Recklinghausen

Eine einsame lokale Stimme findet Stück und Inszenierung einen Schmarrn. Wir hingegen sahen einen Knüller.

3. Juni 2015: Frank Castorf deutet Dostojewskis Die Brüder Karamasow

Die Strapaze lohnt, oder sie lohnt nicht. Die Meinungen über die spezifische Erfahrung, von Castorf in Geiselhaft genommen zu werden, gehen auseinander. Wir fanden es eher eine fruchtbare Zumutung.

3. Juni 2015: Karin Henkel widmet sich in Hamburg Dostojewskis Schuld und Sühne

Die Enttäuschung über Karin Henkels Romanadaption hält sich bei den Kritiker*innen in Grenzen, die Begeisterung ebenfalls. Ungefähr so ging uns das auch.

2. Juni 2015: Jette Steckels Antigone-Bombast am Burgtheater Wien

Wucht, Pathos und Emotionalität dieser Inszenierung wollen nicht allen Kritiker*innen dieses Abends gefallen. Wir sahen das "kleine Einmaleins des Bühnenzaubers“ und doch noch etwas mehr.

2. Juni 2015: Angela Richters multimediale Supernerds in Köln

Das Anliegen des Projekts loben alle Stimmen, die Umsetzung finden sie unterschiedlich gelungen. Wir waren von der Konsequenz begeistert.

1. Juni 2015: Milan Peschel in Armin Petras' Münchhausen bei den Ruhrfestspielen

Jan Bosses Inszenierung von Armin Petras' Fast-Monolog hat den Kritikern viel Spaß bereitet. Und wir sahen zwischen all dem Spaß sogar noch eine kleine Verzweiflung.

1. Juni 2015: Hamsuns Segen der Erde, in Köln adaptiert von Robert Borgmann

Zwiespältiges finden alle Kritiker in dieser Inszenierung, auch wir. Auf welche Seite sich die Waage des Gesamturteils letztlich neigt, fällt aber recht unterschiedlich aus.

1. Juni 2015: Die Reise ins Eis nach Christoph Ransmayr in Paderborn

Katharina Kreuzhages szenische Verdichtung von Ransmayrs Roman hat die Kritiker frieren gemacht. Auch wir waren beeindruckt.

1. Juni 2015:Monkey der belgischen Compagnie Abattoir Fermé in Münster

Eine Kritikerin kann keinen tieferen Sinn in "Monkey" finden, ist aber – gleich uns – beeindruckt.

1. Juni 2015:Neu statt sterben von Katharina Brankatschk in Halle

Eine Kritikerin ist erfreut, wie mühelos dieser Abend seine Zielgruppe erreicht. Doch ererreichte nicht nur diese, sondern auch uns.

1. Juni 2015: Simon Stones Ibsen-Übermalung John Gabriel Borkman in Wien

Teilweise herbe Kritik, teilweise Zustimmung erntet Simon Stone für seine Internet-Ibsen-Telenovela bei den Wiener Festwochen, die auf uns einen eigentümlichen Reiz ausübte.

1. Juni 2015: Ewald Palmetshofers Marlowe-Adaption Edward II. in Wien

Enttäuscht zeigt sich die Mehrzahl der Kritiker dieser Schauspielhaus-Produktion bei den Wiener Festwochen. Wir sahen "Faust-aufs-Auge- und Hau-drauf-auf-das-Pathos".


Diese und ältere Kritikenrundschauen finden Sie immer auch angehängt an die jeweilige Nachtkritik.