Sonntag, 21. Dezember 2014

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Die Top 10 des Theaters

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die nachtkritik

exiles3 280 judith buss u"Exiles" in München © Judith Buss

München, 20. Dezember 2014

Gruppenbild mit Hund

Fast 100 Jahre ist es her, dass Exiles, das einzige Theaterstück, das James Joyce geschrieben hat, uraufgeführt wurde – 1919, an den Münchner Kammerspielen. Ebendort hat es nun Luk Perceval wieder ausgegraben und das im Text angelegte Aneinander-Vorbei-Reden durch eine Choreografie des Aneinander-Vorbei-Schauens verdoppelt. All das unter den Augen eines braunen Labradors. Genaueres von Sabine Leucht.

Frankfurt, 20. Dezember 2014. Können Finanzkrisenstücke lustig sein? Ja, wenn David Gieselmann sie schreibt und Christian Brey sie inszeniert, meint Shirin Sojitrawalla, die die Uraufführung von Container Paris am Schauspiel Frankfurt gesehen hat.

Ein weiterer Prinz hat sich aufgemacht ins Dickicht von Wolfram Lotz' Die lächerliche Finsternis, diesen Verschnitt von Joseph Conrads "Herz der Finsternis" und Francis Ford Coppolas "Apokalypse Now", dessen spezielle Unspielbarkeit gerade vielerorts Ehrgeiz weckt – erst vor einer knappen Woche machte Daniela Löffner sich am DT Berlin darüber her; ob nun Robert Gerloff in Essen das Dornröschen aufstöbert, Sascha Westphal kann es sagen.

Wo sollte er in reinerer Form zu finden sein als an den Ufern des Zürichsees: Der diskrete Charme der Bourgeoisie? Sebastian Nübling hat sich am Schauspielhaus Zürich mit Buñuel als Bürgerschreck versucht – mehr von Christian Rakow.

Fällt ein Frosch ins Butterfass, und weil er so verzweifelt strampelt, wird der Rahm zur Butter, und der Frosch kann heraushüpfen. Soweit die Fabel, mit der sich Ferdinand Schmalz in Am Beispiel der Butter beschäftigt. Alexander Wiegold hat das Stück am Burgtheater inszeniert, Martin Thomas Pesl berichtet.

Katie Mitchell ist nicht nur Live-Film-Spezialistin, sondern auch politisch versierte Künstlerin. In Berlin machte sie neulich mit "Atmen" klimaneutrales Theater, indem sie die Schauspieler die Energie für die Aufführung auf Fahrrädern selbst erstrampeln ließ. Jetzt präsentiert sie am Hamburger Schauspielhaus, wenige Tage nach dem Ende der Weltklimakonferenz in Lima, mit 2071 einen Vortrag des Klimaforschers Chris Rapley über die Erderwärmung. Wie alarmierend dieser ausfiel, sagt Falk Schreiber.

Gern türmt er Reflexion auf Reflexion, wendet die Gedanken drei Mal hin und her. Den neuesten Denkbrocken aus der Schmiede des Dietmar Dath hat jetzt Robert Teufel am Nationaltheater Mannheim auf die Bühne gestemmt. In Farbenblinde Arbeit geht es um nichts Geringeres als um Kunst und künstlerische Freiheit – mit einem Gastauftritt des Vielschreib-Meisters höchstpersönlich. Martina Senghas war dabei.

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debatte

video-diskussion-thaliaVideomitschnitt der Diskussion "Was darf die
Kunst?" am Thalia-Theater

Hamburg, 18. Dezember 2014

Pegida im Mittelrang

Die AfD Hamburg, neuester Abkömmling der Schill-Partei, hatte gegen Kampnagel-Chefin Amelie Deuflhard Strafanzeige gestellt, weil sie Flüchtlinge in einer Kunstinstallation wohnen lässt. Das Thalia Theater bat zur Diskussion, ein entsetzter Falk Schreiber hat zugehört. Für alle, die sich selbst ein Bild machen möchten, gibt's jetzt auch einen Video-Mitschnitt.   

Wir leben in einem Epochenwechsel, der die Gesellschaft und ihre Kulturtechniken radikal verändert. Exemplarisch erfahren den Wandel die Theater- und Zeitungsbranche, die zentralen Organe bürgerlicher Selbstverständigung seit 1800. Was können wir aus ihren Anfängen für die Zukunft ablesen? Esther Slevogt schlägt den Bogen zur neuen Netzgesellschaft.

Während Brett Baileys Kolonialbilderserie "Exhibit B" in Paris gerade auf heftigste Proteste stößt, ging eine andere Inszenierung in der Seine-Metropole verblüffend geräuschlos über die Bühne: Jean Genets Les Nègres in der Regie von Farb- und Schattenspieltheatermacher Robert Wilson. Dabei haben beide Werke womöglich mehr gemeinsam, als es zunächst scheinen mag, sagt Simone Kaempf.

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international

lupa1 560 uDer Regisseur Krystian Lupa (links) beim
Publikumsgespräch.

Krakau, 18. Dezember 2014

Der Solitär

In Polen tobt ein Kampf um die kulturelle Deutungshoheit. Vom scharfen Wind aus der rechtskonservativen Ecke war beim 7. Internationalen Theaterfestival "Boska Comedia" in Krakau allerdings wenig zu spüren. "Weniger Schlachtfeld, mehr Ideenaustausch" lautete der Slogan des Programms, aus dem nur einer herausragte: Regisseur Krystian Lupa. Simone Kaempf berichtet.

Etwa 1000 Kilometer südöstlich von Deutschland steht ein deutsches Stadttheater. Timișoara war einst die Hauptstadt des Banat, und obwohl kaum mehr Deutsche hier wohnen, hat deren Kultur überdauert. Auch bei der rumänischen Präsidentschaftswahl am Sonntag steht der deutschstämmige Kandidat in Timișoara hoch im Kurs. Von einer ungeahnten Dimension postmigrantischen Theaters berichtet Matthias Weigel.

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gemein & nützlich – blog

borkman 560 angelaroudau x"John Gabriel Borkman" von Vinge / Müller
2011 © Angela Roudau

16. Dezember 2014

Denn sie wissen, was sie tun

Ein Schock ging damals durch die Theaterszene und zuckte fort bis in die  Reihen des Berliner Theatertreffens: Vegard Vinge enterte den Volksbühnen-Prater als berserkernder Spielmeister seines "John Gabriel Borkman" – und sollte ihn fürderhin nicht mehr verlassen. Seit über einer Spielzeit wird dort nun schon kein Theater mehr gezeigt. Was zur Hölle ist da los? Matthias Weigel fragte nach.

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presseschau

20. Dezember 2014

Kürzungsresistentes System?

Manchmal denke sie: Kreativität entsteht aus Mangel, sagt Birgit Mandel, Professorin für Kulturmanagement und Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim, im Interview mit der taz. "Und es ist interessant, dass in Griechenland, das in der Staatspleite steckt, die Kulturschaffenden aktiver denn je sind."Allerdings: Wenn man in Deutschland sage, wir kürzen bei allen Institutionen 30 Prozent, damit sie in die Pötte kommen, werde das nicht passieren. "Denn die Häuser sind so personalintensiv, dass sie dann nicht mehr arbeiten können", so Mandel. Sie wäre eher für "einen Prozess, in dem die bestehenden Einrichtungen darin begleitet werden, sich zu verändern". Außerdem lobt und tadelt Mandel den Protest gegen die von ihr vor einem Jahr mitorganisierte Konferenz Mind the gap zu "Zugangsbarrieren bei kulturellen Angeboten" (mehr hier). Das ganze Interview auf www.taz.de.

"Es ist natürlich immer gut, genügend Mittel zu haben, um Theater zu machen", sagt der neue Intendant des Anhaltischen Theaters Dessau Johannes Weigand und übt sich auch sonst im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung in Diplomatie.

Fünnef Filmschnippsel, mit denen arte der Berliner Volksbühne zum 100. Geburtstag gratuliert – darunter auch einen Moment wütigen Probens bei Frank Castorf –, können Sie, geneigte Leser*in, hier beschauen.

Im Tagesanzeiger machen Christoph Fellmann und Andreas Tobler sich anlässlich des auch bei uns schwelenden Zürcher Theaterstreits grundlegende Gedanken über die Schweizer Theaterpolitik und kommen zu radikalen Schlüssen – hier unsere Zusammenfassung.

In der Süddeutschen Zeitung wundert sich Christine Dössel über die untypische vorweihnachtliche Milde ihrer Berliner Kritikerkolleg*innen. Wie sie sich die erklärt, lesen Sie in unserer Zusammenfassung.

Für den Bayerischen Rundfunk machte die Schauspielerin, Regisseurin, Dozentin und Trainerin Gesche Piening sich bereits im Juni ausführliche Gedanken über den "Künstler als ideales Arbeitsmodell westlicher Ökonomien?" Der Deutschlandfunk hat ihr Feature nun im Rahmen seiner Themenwoche "Ware Welt" noch einmal gesendet und macht es als Audio und Manuskript hier zugänglich.

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kritikenrundschau

Die Zürcher und angereisten Radio- und Zeitungskritiker*innen sind not amused – so wie auch wir.

Der erste Zeitungskritiker hat einen amüsanten Abend im Vestibül des Burgtheaters erlebt, der ihm Lust auf mehr gemacht hat – uns inspirierte er zu fettigen Wortspielen.

Sehr angetan ist die erste Zeitungskritikerin von dieser Essener Wolfram Lotz-Deutung – wir auch.

Klingt alles bedrohlich, aber leider auch nicht bahnbrechend neu, so eine erste Kritik über Katie Mitchells Klima-Lecture-Performance 2071 am Schauspielhaus Hamburg. Uns blieb vor allem die atemberaubende Nutzung des Theaterraums in Erinnerung.

Die Kritiker*innen der regionalen und überregionalen Zeitungen äußern Zweifel am Stück und Lob für Robert Teufels Uraufführungsregie. Wir blieben insgesamt etwas ratlos zurück.

Die ersten Zeitungskritiker*innen waren hin- und hergerissen, heute kommt noch ein überregionales "Daumen runter" dazu – so sahen wir es.

Beeindruckt sind auch die Berliner Zeitungskritiker von der zum Theatertreffen 2014 geladenen Inszenierung, die im Mai nicht nach Berlin kommen konnte und nun quasi nachträglich im HAU gastiert – wir besprachen sie bei ihrer Premiere im Rahmen der Ruhrtriennale 2013.

Es gebe viel zu sehen, das aber lenke vor allem ab, befinden die Kritiker zur Luzerner "Antigone". Das sahen wir etwas anders.

Die Kritiker haben unter anderem Sprachschönheit und Geist an diesem Abend gefunden. Wir fanden ihn rührend.

Eine Zeitungskollegin sah Verrücktes im Deutschen Theater Berlin, die anderen nicht annähernd genug davon und zu wenig Verstörendes – so wie auch wir.

Zuviel Klamauk, zu wenige zarte und hintersinnige Szenen lautet das einhellige Urteil der ansässigen Kritik. Und wir? Wir waren eher mehr denn weniger geneigt.

Für Eingeweihte ein Spaß, so die Kritiker*innen über die Sause zum hundertjährigen Geburtstag der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Etwas Wehmut war zudem im Raum. Wir waren nicht ganz so amüsiert, eher auch wehmütig.

Die Kritiken aus Wiener und überregionalen Zeitungen sahen mindestens ein grandioses Frauen-Ensemble. Wir sahen Vorschlag-Hämmer.

Die Reaktionen der Kritiker*innen reichen von begeistert bis alles andere als. Wir gehören eher zu letzterer Fraktion.

Gelungen findet die Zeitungskritiker*in die Romandramatisierung von Susanne Lietzow. Wir auch.

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nachtkritik extra

schneekoenigin1 280 thomas aurin hWünsch' Dir was: "Meine Schneekönigin",
2004 von Frank Castorf inszeniert
© Thomas Aurin

9. Dezember 2014

Die Redaktion empfiehlt

Schnee fällt ja noch nicht, aber Weihnachten naht. Und wer jetzt noch keine Geschenke besorgt hat, dem hilft die Redaktion auch in diesem Jahr auf die Sprünge mit ihren ultimativen Weihnachtsempfehlungen.

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gemein & nutzlos – Diagramme

gun34

16. Dezember 2014

Allet Jute, altes Haus!

Für alle halbseidenen Beobachtungen, die in Theaterkritiken aus guten Gründen keinen Platz finden, gibt es auch eine Verwendung: die manchmal gemeinen, aber stets nutzlosen Diagramme. Heute: Die Wahrheit über Frank Castorfs Inszenierungen, vorgeführt zumeist an jener ollen, tollen Volksbühne, die gerade ihren 100. Geburtstag feiert.

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magazinrundschau

magazinrundschau 12-14Die Monatsmagazine Dezember

11. Dezember 2014

… und wer fehlt? Schlingensief!

Wer hat den Mumm, Shakespeare "scheiße" zu nennen? Oder das Zentrum für politische Schönheit "anrüchig"? Oder die Livestreaming-Debatte "fetischistisch"? Dies und mehr gibt es in der monatlichen Magazinrundschau zu lesen. Zur Dezemberzusammenfassung von Wolfgang Behrens.

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