Montag, 15. September 2014

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@nachtkritik

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Die Top 10 des Theaters

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die nachtkritik

eroticcrisis2 280 ute langkafel u"Erotic Crisis" in Berlin © Ute Langkafel

Berlin, 14. September 2014

Diskurstheater XXX

Die Sexbilder in den Magazinen werden immer hochglanziger, der Sex daheim immer fader. Grund genug für die gefeierte Stückentwicklerin Yael Ronen und ihr Ensemble in ihrer neuen Arbeit für das Maxim Gorki Theater Berlin Erotic Crisis etwas theatrale Paardiagnostik, womöglich gar Paartherapie zu leisten. Wolfgang Behrens schaute ins Liebesleben der Elementarteilchen.

Wiesbaden, 14. September 2014. Intendanzauftakt von Uwe Eric Laufenberg in Wiesbaden, und der neue Mann in der Hausregie Thorleifur Örn Arnarsson handelt sich gleich mal ein paar Buhs ein, und das mit einer Dreigroschenoper von Brecht! Dabei ist der Regisseur doch ein begnadeter Bilderfinder, wie Shirin Sojitrawalla sagt.

Düsseldorf, 14. September 2014. Subbotnik, das war der samstägliche, mehr oder weniger freiwillige Arbeitseinsatz in der Sowjetunion. Subbotnik, so heißt heute eine in NRW derzeit ziemlich angesagte Performancegruppe, die sich jetzt am FFT Dostojewskis Traum eines lächerlichen Menschen vorgenommen hat. Zu welchem Ende, weiß Martin Krumbholz.

Dänemark in Überwachungskamera-Ästhetik? Shakespeares Story gibt das her. Videokünstler Daniel Hengst und Regisseur Kay Voges lassen ihren Hamlet am Theater Dortmund konsequent für die Leinwand spielen, schaffen per Live-Cam und Verpixelung beeindruckende visuelle und akustische Momente. Und am Ende holen sich die Schauspieler ihren Applaus per Twitter ab. Mehr darüber von Friederike Felbeck.

Die Schlägereien mit Todesfolge in deutschen Großstädten waren der Anlass für Sebastian Nübling und den Choreographen Ives Thuwis, "von Wut, Ohnmacht und den Sehnsüchten junger Männer" zu erzählen. In getanzten Bildern. Anne Peter war bei der Premiere von Fallen vor dem Berliner Gorki Theater.

Sex, Drogen und Konsum sind in Aldous Huxleys Zukunftsroman Schöne neue Welt zur Pflicht erklärt. Roger Vontobel entwirft auf seiner Grundlage am Staatsschauspiel Dresden das Gesellschaftsbild einer Hochtechnologie-Welt. In einem bestechenden Bühnenbild, berichtet Tobias Prüwer.

Satte 6 Stunden dauert die Zukunftsreise durchs Ruhrgebiet Die 54. Stadt. Inspiriert ist der Marathon von Jörg Albrecht und realisiert von einem erlesenen Kreis freier Szene-Gruppen: kainkollektiv, LIGNA, Invisible Playground und copy & waste. Sascha Westphal schnürte seine Wanderschuhe.

Komödie will er, soll er kriegen, hat sich radikal-Jungregisseur Sebastian Kreyer für seinen Tschechow gesagt und Die Möwe cool mit Swimmingpool ins Schauspiel Bonn gewuchtet. Martin Krumbholz sah das Spiel.

Der Rollkragen macht sie längst nicht alle gleich. Antonio, der Kaufmann, ist Migrant und Shylock, und wär er weiß wie Schnee, hat als Jude eh keine Chance. Marc von Henning erzählt Shakespeares Kaufmann von Venedig als Kampf zweier Außenseiter. Juliane Voigt sah die Premiere.

Den Schutzsuchenden vor der Festung Europa verleiht Elfriede Jelinek in Die Schutzbefohlenen eine Stimme. Nicolas Stemann hatte damit in Mannheim das Festival "Theater der Welt" eröffnet, von dem Esther Boldt berichtete. Seit gestern ist die Arbeit am Thalia Theater Hamburg zu sehen.

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porträt & profil

evaktuieren1 mainz 280 akira takayama c matthias pees xAkira Takayama inszeniert "Evakuieren"
© Matthias Pees

14. September 2014

Krieg ist die Parole

Ein kolossales Großprojekt hat der japanische Regisseur Akira Takayama zum Saisonstart für die Rhein-Main-Region ersonnen. Evakuieren ist ein Flucht- und Rettungsplan für Alltagsaussteiger mit rund vierzig Stationen in Frankfurt, Darmstadt und Mainz. Einheimische und internationale Künstler bespielen die Fluchtpunkte. In die Verschnittflächen der Großstadt begab sich Esther Boldt.

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kritikenrundschau

Die erste Radiokritikerin findet den Abend technisch überfrachtet, aber dennoch packend. Auch wir konnten uns seiner Bilderflut nicht enziehen.

Mehr davon! Ruft ein erster Radiokritiker. Das fordern wir auch.

Haben Kühnel/Kuttner nicht mitbekommen, dass Gerhard Schröder nicht mehr Kanzler ist?, fragt eine der Kritikerinnen, und auch die KollegInnen wollen überwiegend nicht in den Jubel des Premierenpublikums einstimmen. Wir schon.

Altmodisches Textaufsagen, dennoch jage ein Gag den anderen, nein, die Kritiker lassen kein gutes Haar an Barbara Freys Drei Schwestern. Wir waren gnädiger.

Die Kritiker kamen wieder in großer Schar, begutachteten das Serienprinzip des "Meisters" und entdeckten teils eine gelungene Selbstreflexion auf das Gesamtwerk. Wir sahen Pollesch das Dunkel des Irrsinns durchleuchten.

Müde winken die Schweizer Kritiker ab. Wir ließen uns gern auf einen Höllentrip mitnehmen.

Kitsch sah der angereiste SZ-Kritiker, mindestens Ansätze relevanter Zeitdiagnostik und –ästhetik sahen die heimischen KritikerInnen. Auch wir konnten dem Abend einiges abgewinnen.

Die Kritiker jubeln größtenteils, manche schimpfen. Wir fanden die Shakespeare-Show zur Spielzeiteröffnung schon ganz in Ordnung.

Die regionale Kritik lobt "die sagenhaft raffinierte und dabei doch völlig nachvollziehbare Inszenierung" von Bastian Kraft, erhebt aber auch Einwände. Wir lobten ohne Einschränkung.

Mit einer spektakulär grollenden Ausnahme sind die Zeitungskritiker angetan bis begeistert von Dušan David Pařízeks Inszenierung dieses Hörspiels nach Joseph Conrad im Akademietheater. Die auch uns einfing.

Die Zeitungskritiker sind überwiegend angetan von diesem Büchner als Anti-Kriegsstück. Wir waren begeistert.

Unbedingt sehenswert findet die Lokalkritikerin diesen Konversationstheaterabend. Wir sahen ein gut gebautes Kammerspiel.

Die lokale Kritik würdigt den komödienhaften Esprit von Die Oppelts haben ihr Haus verkauft, uraufgeführt von Christian Schlüter in Bielefeld. Wir sahen es so.

Eine Annäherung, die Fragen aufwirft, mitunter auch ratlos macht, hat die Lokalkritik in dieser Inszenierung von Frl. Wunder AG mit dem malawischen Solomonic Peacocks Theatre erlebt. Wir sahen gute Ansätze, aber noch keine zwingende Pointe.

Die lokalen Kritiker – auch die heute dazukommende, obwohl sie noch die mildeste ist – sahen es weiß Gott nicht Boing machen in Patrick Wengenroths Büchner-Inszenierung an der Schaubühne Berlin. Und auch wir erlebten eine finale Nichtigkeit.

Geteilt sind die Meinungen über die Berlin-Premiere von Marthalers Letzte Tage. Ein Vorabend, das jetzt an der koproduzierenden Berliner Staatsoper angekommen ist. Die Wiener Premiere verließen wir beeindruckt.

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bücher

cover schimmelpfennig

9. September 2014

Am Abgrund der Poetik

Roland Schimmelpfennig ist einer der meistgespielten, produktivsten, höchst bepreisten Dramatiker unserer Zeit, wurde häufig von Jürgen Gosch auf die Bühne gebracht, in Mülheim ausgezeichnet, und mit der Inszenierung seines eigenen Stückes "Der goldene Drache" 2010 zum Theatertreffen eingeladen. 2013 wurde ihm von der Universität des Saarlandes die Poetik-Dozentur für Dramatik angetragen. Wie er seine poetologischen Ansichten in Worte fasste, kann man nun in dem Buch Ja und Nein. Vorlesungen über Dramatik nachlesen. Inwiefern es darin zur Sache geht, sagt Thomas Rothschild.

Was kommt 15 Jahre nach dem "Postdramatischen Theater"? Damals beschrieb Theaterwissenschaftler Hans-Thies Lehmann das "neue" Theater, das weder Textvorlage noch Handlung kennt; inzwischen ein Standardwerk der Theaterwissenschaft. 15 Jahre später nun: Tragödie und dramatisches Theater. Die eigene Gegenposition? Dirk Pilz las die 700 Theorieseiten und hat einige Fragen.

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presseschau

14. September 2014

Sehnsucht nach Piss-Berlin

Im Interview mit der Berliner Morgenpost wünscht sich Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach ihr "kaputtes Piss-Berlin" zurück. Mehr auf morgenpost.de.

14. September 2014. Zudem hat die Morgenpost die in Theater und Film glänzenden Schauspielerinnen Nina Kunzendorf und Nina Hoss im Gespräch. Mehr auf morgenpost.de.

13. September 2014. Demnächst erhält Peter Handke in Oslo den hochdochtierten Ibsen-Preis. Aus diesem Anlass hat Barbara Petsch von der Wiener Presse ihn in seinem Haus im Pariser Vorort Chaville zum Interview besuchen dürfen. Die Antworten, die Handke gibt, hätte sich Tom Kummer nicht besser ausdenken können. Mehr auf diepresse.com.

Im Vorfeld der Premiere von "Erotic Crisis" am Gorki Theater Berlin hat Sandra Luzina vom Tagesspiegel Regisseurin Yael Ronen porträtiert. Über die Vorarbeit für diese neue Stückentwicklung heißt es: "Sie haben sich Pornos im Internet angeschaut, das Balzverhalten im Berliner Nachtleben studiert und bei ihren Recherchen auch Tantra-Workshops besucht." Mehr auf tagesspiegel.de.

In einem ebenso langen wie weit ausholenden Text beschreibt Thomas Assheuer heute in der ZEIT die Text- und Theaterarbeit von René Pollesch. Hier unsere Zusammenfasung.

Und wieder Neues von den Kommentaren im Netz. Von Anfang an waren die LeserInnen-Kommentare wesentlicher Bestandteil von nachtkritik.de. Inzwischen sind die Wortmeldungen des Publikums längst überall Standard. Aber stehen sich Journalismus und seine Adressaten wirklich auf Augenhöhe gegenüber? Im Netz gibt es seit langem Auseinandersetzungen über die sich in Kommentaren äußernde vox populi. Wir haben uns bemüht, wichtige, neuere Beiträge zusammenzutragen. Zuletzt hat sich Christoph Kappes zu Wort gemeldet. Hier eine Zusammenfassung der Beiträge.

Das Theater steckt in der Postmoderne-Krise: Ironisch und ohne Haltung, realitätsfern, effekthascherisch und ohne Sinn und Inhalt stellt sich die Bühnenwelt dem Theaterkritiker Christian Baron in einer Polemik für das Neue Deutschland dar. Hier die Zusammenfassung.

"Neue Dramatik wird nicht mehr automatisch als Spielplanrisiko angesehen", freut sich der Leiter des Suhrkamp Theater- und Medienverlages Frank Kroll. In seiner Rede vom Mülheimer Stückemarkt, die auf dem Suhrkamp-Blog nun online ist, ruft er auch zum Miteinander statt zur Dominanz von Text oder Regie auf.

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gemein & nützlich – blog

gun20

9. September 2014

Total toll gespannt

Für alle halbseidenen Beobachtungen, die in Theaterkritiken aus guten Gründen keinen Platz finden, gibt es auch eine Verwendung: die manchmal gemeinen, aber stets nutzlosen Diagramme, Grafiken und Listen. Heute: Die Wahrheit über Twittern im Theater.

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international

edinburgh fringe 1. – 25. August: The Fringe
© Edinburgh FestivalFringe Society

Edinburgh, 28. August 2014

49.497 Vorstellungen

Das Vereinigte Königreich würde mit der Unabhängigkeit Schottlands etwas großes abgeben müssen: Und zwar das weltgrößte Kunstfestival, das Edinburgh Festival Fringe. Die diesjährige Ausgabe endete soeben. Was bleibt von den läppischen knapp 50.000 Vorstellungen? Andrew Haydon hat zwar nicht alle Shows gesehen, aber trotzdem so einige Perlen gefunden.

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debatte

spielstaetten ruine bad hersfeld 560 c bad hersfelder festspiele uDie Stiftsruine von Bad Hersfeld
© Bad Hersfelder Festspiele

Berlin, 26. August 2014

Ruinöses aus Amazon-Stadt

Dem Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele, Holk Freytag, wurde fristlos gekündigt, weil er angeblich die Sparvorgaben der Stadtverwaltung nicht umsetzen wollte. Die gleichzeitig die Ansiedlung von Amazon mit neun Millionen Euro subventionierte. Weder Proteste des Festspiel-Ensembles, noch eine von inzwischen 10.000 Menschen unterschriebene Resolution gegen den Beschluss konnten die Lokalpolitiker bislang umstimmen. Und obwohl die Stadt Bad Hersfeld nur ein Fünftel des Festspiel-Budgets bezahlt, wollen die Politiker der osthessischen 30.000-Einwohner-Gemeinde in Zukunft den Spielplan bestimmen. Ein beispielloser Vorgang in der deutschen Kulturpolitik, meint Frank-Patrick Steckel und hält eine Philippika gegen den Putsch.

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magazinrundschau

magazin 8 14

21. August 2014

Der Verlust einer Sinnschicht

Saisonbilanzen und Rückzugsgefechte, denen der Bühnentext ausgesetzt ist (und wie Bühnenbildner mit diesem Verlust umgehen) beschäftigen u.a. in diesem Monat die Theatermagazine. So sie überhaupt erschienen und nicht in den Sommerschlaf gefallen sind. Mehr in der Magazinrundschau August von Wolfgang Behrens.

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