Dienstag, 03. März 2015

kolumne esther

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Streit ums Urheberrecht – Beobachtungen vom Prozess des Suhrkamp-Verlags gegen das Münchner Residenztheater wegen Frank Castorfs "Baal"-Inszenierung

"Bitte nix mixen!"

von Rupprecht Podszun

München, 18. Februar 2015. Nach gut zweieinhalb Stunden, als diese Verhandlung am Landgericht München I sich langsam der Dauer von Frank Castorfs "Baal"-Inszenierung am Residenztheater (vier Stunden) näherte, drohte das Ganze doch in die Farce abzugleiten. Es war der Zeitpunkt, als der Vorsitzende Richter Andreas Müller dazu überging zu prüfen, ob der Suhrkamp-Verlag überhaupt die Nutzungsrechte an den Brecht-Stücken hat. Der Verlags-Justiziarin steht der Unglaube ins Gesicht geschrieben: Sie war heute gekommen, um dem Residenztheater die "Baal"-Aufführung untersagen zu lassen, weil Frank Castorf in den Brecht-Text reichlich Fremdmaterial gemischt hat. In seiner "Baal"-Inszenierung ist nicht erkennbar, was von Brecht ist, was von Rimbaud und was von so zwielichtigen Autoren wie Carl Schmitt oder Ernst Jünger. Für einen solchen Text-Mix hatte das Residenztheater keine Autorisierung, so schien es.

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Kommentar - Die Liste der Unerwünschten oder wie die Vergangenheit einfach nicht vergehen will

Das unerwünschte Theater

von Dirk Pilz

11. Februar 2015. Im November vergangenen Jahres ist es an der Universität Konstanz zu einer Inszenierung gekommen, die dem Theater bestätigt, was ihm immer schwerer zu glauben fällt, was es sich aber stets erhofft: dass die Bühne zum Ort einer Debatte werde, die weit über sie selbst hinausweist. Dass das Theater kritische Anstalt, Provokateur der Gesellschaft zu sein vermag.

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Was kann Theater in der Haupstadt der "Pegida" ausrichten? – Interview mit den Dresdner Intendanten Wilfried Schulz und Dieter Jaenicke

Und ewig rollt der Stein

Dresden, 26. Januar 2015. Seit Oktober 2014 breitet sich die ausländerfeindliche Bewegung der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) in deutschen Städten aus. Ihr "Geburtsort" Dresden ist gleichwohl die einzige Stadt, in der die allmontäglichen Pegida-"Spaziergänge" die Gegendemonstrationen an Größe übertreffen. Woran liegt das? Und wie gehen die Theatermacher vor Ort mit der politischen Lage um? Die Intendanten Wilfried Schulz (Staatsschauspiel Dresden) und Dieter Jaenicke (Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste), beide seit 2009 in Dresden, sprechen im Interview mit den nachtkritik.de-Redakteuren Christian Rakow und Sophie Diesselhorst.

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Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XIX – Robin Detje über Gegenwartsdramatik und ein Theater jenseits des Mittelguten

Der Mittelweg bringt den Theatertod

von Robin Detje

15. Januar 2014. Über Gegenwartsdramatik soll ich schreiben, und das ist ja schon mal sehr schwierig – Gegenwart. Ich sitze in einem Dorf in Umbrien, in einem dreißig Jahre alten Haus im Tal mit Blick auf den Turm der mittelalterlichen Kirche auf dem Hügel. Vergangenheit und Gegenwart, da tut sich sofort eine ziemliche Schere auf.

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Kathrin Rögglas Poetik-Vorlesung an der Universität Duisburg-Essen

Essenpoetik

von Kathrin Röggla

5. Januar 2015. Als poetologisches Tagebuch hat die Schriftstellerin Kathrin Röggla die erste ihrer drei Vorlesungen als Poet in Residence an der Universität Duisburg-Essen im Dezember 2014 angelegt. Darin beschreibt sie ihren Arbeitsalltag, ihre literarische Praxis, ihre ästhetischen Positionen und ihren an Foucault geschulten Kritikbegriff. Der Gesamttext der Vorlesungen ist auf der Poet-Seite der Universität Duisburg-Essen nachzulesen. nachtkritik.de veröffentlicht hier die erste und die dritte Vorlesung in Auszügen.

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Was darf die Kunst? Was darf die Gesellschaft? – Podiumsdiskussion mit AfD, Kampnagel im Thalia Theater

Pegida im Mittelrang

von Falk Schreiber

Hamburg, 17. Dezember 2014. Am Beunruhigendsten waren vielleicht die Claqueure. Die AfD-Anhänger, die Dirk Nockemann, als Mitglied der Schill-Partei kurzzeitig hanseatischer Innensenator und heute auf Listenplatz drei der AfD für die Hamburger Bürgerschaftswahl im Februar, ins Thalia Theater mitgebracht hatte, auf dass sie seine Position bei der Podiumsdiskussion "Was darf die Kunst? Was darf die Gesellschaft?" stützten. Wobei diese Unterstützung vor allem bedeutete, dass sie Nicolas Stemann böse mit "Geht’s auch neutraler?" ins Wort fielen, dass sie Thalia-Intendant Joachim Lux als "Staatskünstler" titulierten, und dass sie die Ausführungen der Kampnagel-Chefin Amelie Deuflhard mit Hohngelächter kommentierten. Pegida-Stimmung im Mittelrangfoyer.

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Vortrag über die Situation des Feuilletons, des Theaters und der Theaterkritik unter den Bedingungen des digitalen Epochenwechsels

Zeiten der Selbstermächtigung

von Esther Slevogt

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Überlegungen schließen direkt an den Vortrag von Christine Dössel, Theaterkritikerin der Süddeutschen Zeitung, "Über den Bedeutungsverlust der Printmedien und des Theaters in denselben" an. So war das von Thomas Bockelmann und Matthias Faltz ja auch geplant, denen ich noch einmal sehr herzlich für die Einladung danken möchte, auf dieser Tagung zu sprechen. Schließlich verdankt das Theaterportal nachtkritik.de, das ich mitgegründet habe und für das ich heute hier stehe, seine Existenz just diesem Bedeutungsverlust.

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Diskussion "Schauspiel im Livestream – Fluch oder Segen?" der Heinrich Böll Stiftung Berlin, in Kooperation mit dem Schauspiel Dortmund

Schauspiel im Livestream – Fluch oder Segen?

10. Dezember 2014. Während große Opernhäuser ihre Vorstellungen regelmäßig ins Netz streamen, das Londoner National Theatre seine Inszenierungen in Kinosäle auf der ganzen Welt sendet und die Berliner Philharmoniker eine "Digital Concert Hall" betreiben, sind die deutschsprachigen Theater sehr zögerlin, was die Übertragung von Aufführungen ins Netz angeht. Bisher ist das Theater Ulm das einzige Stadttheater, das regelmäßig und kostenlos Livestreams von Schauspielinszenierungen im Internet anbietet.

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Kommentar – Robert Wilson vermeidet mit Jean Genets "Les Nègres" am Pariser Théâtre de l’Odéon nur scheinbar diskriminierenden Zeichengebrauch

Ist eigentlich der Sprengstoffzünder noch an?

von Simone Kaempf

5. Dezember 2014. Brett Baileys Menschenzoo-Performance Exhibit B hat man schon nicht mehr richtig auf der Rechnung gehabt. Die in Berlin entfachte Diskussion auch nicht mehr, nun ist sie wieder hochgekocht, in Paris, wo "Exhibit B" vier Abende lang lief und nächste Woche nochmal gezeigt werden soll. Die Proteste waren massiv, das sieht man auf youtube-Mitschnitten. Großes Polizeiaufgebot vorm Theater, wo die Demonstranten ihrem Unmut laut Luft machen. Sie kreiden rassistische Motive in "Exhibit B" an, die Darstellung der Schwarzen als passive und stumme Opfer des Kolonialismus.

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Eine Erklärung von Brett Bailey nach den Pariser Protesten gegen seine umstrittene Arbeit EXHIBIT B

Blood on the Tarmac

by Brett Bailey

29. November 2014. This morning, in a video clip on an online forum, I watched close-up footage of protesters engaging in struggle with French 'robocops' outside last night's performance of EXHIBIT B in St Denis, Paris. Someone fell. Someone was dragged away. The camera zoomed in on a splash of blood on the white paint of a road marking, and my blood ran cold.

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