Freitag, 26. Dezember 2014
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Wie es euch gefällt – Katharina Thalbach spielt die Gender-Karte aus

Wann ist ein Mann ein Mann?

von Anne Peter

Berlin, 18. Januar 2009. Diesmal also Geschlechterverwirrung andersrum. Die Idee, Shakespeare-Stücke mit reiner Männer-Crew aufzuführen, ist schließlich nur mäßig originell. Den letzten größeren Versuch hat in Berlin Michael Thalheimer zum Saisonstart mit einem gelungen verschlammten "Was ihr wollt" im Zelt des Deutschen Theaters unternommen. Und kann sich dabei – wie jeder, der diesen Besetzungsweg wählt – natürlich auf die Shakespearezeit berufen, in der Frauen die Schauspiel-Profession verboten war.

Jetzt hingegen: "Alles Weiber"! So wirbt die Komödie am Kurfürstendamm, wo man – mit gelegentlichen Ausflugsbemühungen in Richtung Hochkultur – den Boulevard pflegt, auf ihrem Plakat für Katharina Thalbachs zweite Produktion am Haus. Nach Oscar Wildes "Ernst und seine tiefere Bedeutung" inszeniert die Schalk-Expertin nun Shakespeares "Wie es euch gefällt", mit sich selbst in der Rolle des Narren Touchstone sowie in der des alten Dieners Adam. Hatte sie vor 15 Jahren, bei ihrer ersten Inszenierung der Verlieb-und-Verwirr-Komödie für das gerade schließende Schiller-Theater, noch selbst die elisabethanische Knabenschauspieler-Tradition aufgegriffen, dreht sie den Exklusivitäts-Spieß jetzt einfach um.

Skrupellose Übertreibungskunst

Nur Frauen also. Das funktioniert prima. Zumal alles Männlichkeitsgebaren dadurch in seiner Posenhaftigkeit erst so recht ausgestellt wird. Das Breitbeinige, Barsche, aufbrausend Laute, die Protz- und Stärke-Attitüden, die tiefer gelegte Polterstimme, die raumgreifenden Sitzgewohnheiten und vieles mehr von dem, wodurch sich bisweilen ein Mann als echter Mann erkennen zu geben trachtet, wird einmal mehr als Rollenverhalten erkennbar, das nur bedingt auf die physische Differenz zurückzuführen ist.

Da traktiert die barbusige Inga Busch (sonst Pollesch-Protagonistin) als Orlando im Ringkampf den unbesiegbaren Charley mit der Faust (was aus dem Off mit entsprechendem Verdresch-Geräusch unterlegt wird) oder Jana Klinges Rosalind rutscht zum Renaissance-Kleid kurz ins Kreuzberg-Prollige, als ihr die Idee der Jünglingsverkleidung kommt. Skrupellos feiert die sich auf die Gender-Komponente konzentrierende Inszenierung, von der Spielweise bis zur Ausstattung, die Kunst der Übertreibung. Und das ist über weite Strecken des dreistündigen Abends mit bunt zusammengecastetem Ensemble tatsächlich ziemlich komisch.

Unechter Gorilla in echter Begrünung

Man setzt sich genüsslich auf jede Shakespeare'sche Pointe, und erfindet eine Unzahl Requisiten- und Regieeinfälle hinzu – wobei man vor Blödigkeit in keiner Weise zurückschreckt und sich jede Menge Parkettgegluckse und Szenenapplaus abholt. Statt Subtilität herrscht hier stets derbe Deutlichkeit. Identitäten oder ähnliches geraten hier gar nicht erst groß in Verwirrung. Die elisabethanisch historisierten Kostüme (in denen man aber eben auch mal zu "Girls just wanna have fun" abhottet) rüschen und plustern um die Wette, Melonenhose, Wams und weite Hemdsärmel. Dazu Hüte mit angeklebtem Haupthaar, applizierte Bärte und weißgeschminkte Gesichter.

Wenn sich nach dem ersten Akt die Bühnenwand der Hofgesellschaft zum Wald von Arden öffnet, kreist auf zwei Drehbühnen ein künstlicher Dschungel, in dem zwischen echter (?) Begrünung auch schon mal eine Schauspielerin im Gorilla-Kostüm auftaucht. Oder ein Kölsch redender Schäfer mit Strick-Schaf. Oder eine zu Bongo-Rhythmus speertanzende Schäfer-Variation. In diesen Wald sind die aus Vienna Verbannten geflohen, drehen Plastikbroiler über Papplagerfeuern, entdecken mit Tai Chi ihr neues Ich und spielen vor allem in diversen Liebesverquickungen verschiedene Modelle der Zweisamkeit – vom Schäfer-Ideal bis zur triebrealen Lustgemeinschaft – durch.

Wippen, räkeln, masturbieren

Thalbachs so trocken wie weise schnarr-witzelnder Touchstone, der sich an den Rundungen der tumben Audrey zu laben gedenkt, steckt passenderweise in einem schwarz-rot-gestreiften, übergroßen Samtkörper, an dessen Rückseite, als untrügliches Zeichen seiner Prioritätensetzung, als "Schwanz" ein ebenfalls samtener Pimmel baumelt. Auch andere sind hier durch auffällige Schambereichsgestaltung oder Gemächtsattrappen als vornehmliche Instinktwesen charakterisiert.

Ausdrücklich nicht ausgenommen ist das Edelliebespaar Orlando und Rosalind. Kurz nachdem sie sich zum ersten Mal begegnet und einander verfallen sind, muss er sich erstmal (mit dem Rücken zum Publikum) per Turbomasturbation Erleichterung verschaffen. Und Rosalind, die ihn später als Ganymed in Männerkleidern erotisch an der verliebten Nase herumführt, bereitet für ihr erstes Date im Wald eine symbolträchtige Baumstammwippe, auf der man sich lasziv gebärden kann. Und am Ende, wenn sich alle Töpfchen und Deckelchen gefunden haben, räkelt Rosalind noch einmal im sexy Schlitz-Brautkleid die schönen Glieder durch die Äste. Die Liebe bleibt also auch hier, in unterschiedlich sublimierter Ausführung natürlich, vor allem eine Triebkraft. Das war's dann aber wahrscheinlich auch an Ernst und tieferer Bedeutung.


Wie es euch gefällt
von William Shakespeare, deutsch von Thomas Brasch
Regie: Katharina Thalbach, Bühne: Momme Röhrbein, Kostüme: Guido M. Kretschmer, musikalische Einrichtung: Christoph Israel.
Mit: Andreja Schneider, Anna Thalbach, Inga Busch, Antje Brameyer, Jana Klinge, Laura Lo Zito, Katharina Thalbach, Swantje Henke, Nadine Schori, Karina Krawczyk, Jasmin Orthbandt.

www.komoedie-berlin.de


Zuletzt spielte Katharina Thalbach am Hans Otto Theater Potsdam in Petra Luisa Meyers Inszenierung von Maria Stuart.

Kritikenrundschau

Katharina Thalbachs "Wie es euch gefällt" ist für Patrick Wildermann vom Tagesspiegel (20.1.2009) ein "großer Spaß mit angeklebten Schnauzbärten und angenähten Schwänzen", allerdings müsse man feststellen, "dass sich der Erkenntnisgewinn durch den doppelten und dreifachen Rollentausch generell in Grenzen hält", weil in der Shakespeare-Komödie ohnehin "ziemliche Gleichberechtigung in Sachen Liebesblödigkeit" herrsche. Der "Affentempo"-Beginn der Inszenierung sei "furios. Sensationell geradezu". Thalbach ziehe "dieses Theater der Animositäten und Attraktionen als Commedia dell’arte-Feuerwerk auf" und lasse die Spielerinnen "bis zum Slapstick outrieren" – eine "elektrisierende Verfremdung, die einem durchaus selbstironisch und sarkastisch geschliffen den Eskapismus vorführt, der mit dieser Liebesfluchtgeschichte betrieben wird". Später begnüge sich mit einem "durchaus schauprächtigen Kunst-Forst" und lasse von nun an "Scherze statt Schärfe" gelten, führe "eine Fundusschau des Einfallstheaters" auf. "Toll gespielt" sei der Abend allerdings, "besonders von Inga Busch, die "bei ihrem Boulevardausflug als wackerer naiver Orlando eine Wucht" sei, "vibrierend vor Energie".

"Übermütig" die Übersetzung von Thomas Brasch, "frech" die Regie der Thalbach, befindet Lucía Tirado im Neuen Deutschland (20.1.2009). Sie tobe sich aus und pfeife auf Contenance. "Damit keine Zweifel aufkommen, wer die Schäden anrichtet", habe Guido M. Kretschmer die Kostüme mit männlichen Attributen geschmückt: "Je größer die Macht, desto kräftiger das Gemächt". Gier und Lust würden jedoch "nicht nur optisch enttarnt". Thalbach als Touchstone ("wie ein Bonbon mit Schwanz") und Adam übertreffe in ihrer Komik alle anderen Spielerinnen. Auch wenn "der Spaß" 180 Minuten dauere, "die Zeit fliegt".

Der "Travestie-Kniff" kenne "keinen tieferen Sinn" und diene "allein dem großen Jux", schreibt Peter Hans Göpfert in der Berliner Morgenpost (20.1.2009). "Richtig toll" findet er den Bühnenwald von Momme Röhrbein, warnt aber auch: "Achtung: kein Abend für Shakespeare-Puristen!" Bis zur Pause regiere "das reine Vergnügen, dann ist die Luft auffallend raus". Wo alles "aufs große Gelächter" hinauslaufe, kämen "Poesie, Schwermut, tatsächlicher Welt- und Liebesschmerz zu kurz". Der große "All the world's a stage"-Monolog des Jaques verpuffe bei Anna Thalbach "darstellerisch völlig". Bei ihr säße der Schwermütige "viel auf dem Nachttopf und hat wohl mehr mit Verstopfung als mit der Melancholie zu kämpfen". Auch sonst seien "die Talente im Ensemble sehr unterschiedlich verteilt". Auch bemängelt Göpfert, dass, "wo in sämtlichen Männern grundsätzlich Frauen stecken", der "changierende Zauber" von Rosalinds Verkleidung und des "psychopädagogischen Rollen-Rollen-Spiels" mit Orlando "etwas perdu" sei. Katharina Thalbach selbst sei natürlich "ihr bester Darsteller".

Nach Bekunden von Katja Oskamp von der Berliner Zeitung (21.1.2009) "quiekt man vor Vergnügen". Thalbach schmeiße "die ganze herrliche Theatermaschinerie an und flicht nebenbei noch poetische Sentenzen von heiterer Weisheit ein". Das "elfköpfige, großartige Frauenensemble" greife sich "voller Lust die Rollen", wobei besonders Inga Busch "als liebestoller Jüngling Orlando" berührt.

 




Kommentare (36)

1. Thalbachs Wie es euch gefällt: lieber zu Castorf
Liebe Anne Peter! Verhalten sich Männer tatsächlich so? Nun, sicher hatten Sie einen vergnüglichen Abend, wenn Sie auch immerhin erkannt haben, dass es der Inszenierung an tieferer Bedeutung gemangelt hat. Leider wurde hier nicht einmal Schülertheater geboten, eigentlich ist diese Inszenierung dermaßen belanglos und lächerlich, dass es mir eigentlich als Zeitverschwendung erscheint, überhaupt noch weiter zu tippen. Ärgerlich nur, dass Frau Thalbach (bzw. die Komödie) selbst für die Voraufführung am Samstag noch den vollen Preis kassiert hat. Also: man kann nur warnen. Ein Besuch dieser Inszenierung ist rausgeworfenes Geld und verlorene Lebenszeit. Gehen Sie lieber ins Kino, zu Castorf oder bleiben Sie zu Hause vor dem Fernseher - wie's Ihnen gefällt. Nur nicht in den Ardener Wald, um Gottes Willen!
shakesbier , 19. Januar 2009 - 14:46 Uhr
2. Thalbachs Wie es euch gefällt: so und nicht anders
Liebe/r Shakesbier,

das ist doch mal wieder typisch Verkopftes. Pseudo-intelektuelles Theater ist wohl gewünscht. Ihr Kommentar zeigt die typischen Vorbehalte des "Bildungsbürgertums". Ich habe jedenfalls mit vielen Freunden ein ganz andere Einstellung zu dieser gelungenen Premiere. So und nicht anders hätte William Shakespeare diese Komödie auf der Bühne sehen wollen. Interessant auch Ihre Suche nach der tieferen Bedeutung. Wenn Sie die nicht erkannt haben, wären Sie wirklich besser zuhause geblieben. Die außerordentlich gescheiten und nach wie vor aktuellen Texte Shakespeares in eine so witzige und komödiantische Inszenierung einzubinden, ist eine großartige Leistung von Katharina Thalbach. Ihre Bemerkung, das Ensemble spiele auf dem Niveau des Schülertheaters, disqualifiziert Sie endgültig. Man kann nur hoffen, dass der Mut Martin Wölffers und die großartige Leistung von Katharina Thalbach und ihrem Ensemble durch das Publikum belohnt wird. Also, nichts wie hin zur Komödie am Kudamm.
gerhardpaulus , 19. Januar 2009 - 15:58 Uhr
3. Thalbachs Wie es euch gefällt: altes KuDamm-Theater
Lieber Gerhardpaulus, die Inszenierung war das billigste seit langem, eben altes KuDamm-Theater.Und ich komme nicht aus dem Osten, sondern aus W´dorf.Keine Sorge, wird ein Erfolg, Touris gehen in fast alles rein.
Martin , 19. Januar 2009 - 19:19 Uhr
4. Thalbachs Wie es euch gefällt: Was ist Mann/Frau?
Was ist Mann? Was ist Frau?
RevolteGroup49 , 19. Januar 2009 - 21:11 Uhr
5. Thalbachs Wie es euch gefällt: großartig, hintergründig
grossartig! ehrlich und nicht pseudo-lustig + erfrischend,hintergründig und auch polternd mit tollen schauspielerischen leistungen, grossartigem kostüm und ebensolchem bühnenbild. respekt+ danke für einen tollen abend!
ps:bin weder tourist noch kudammfan. aber schimpfen ist ja so schön einfach- vor allem in der anonymität des netzes.
david , 20. Januar 2009 - 04:05 Uhr
6. Wie es euch gefällt: All eyes on Inga Busch!
Ich sag nur: All eyes on Inga Busch! Von dieser Frau und großartigen Schauspielerin, werden wir hoffentlich noch viel zu sehen bekommen!
Zipfelmütze , 27. Januar 2009 - 15:01 Uhr
7. Thalbachs Wie es euch gefällt: Inga Busch ist eine Wucht!
sie ist eine Wucht, ich weiß es schon lange. Sie ist einer der Gründe warum ich ins Theater gehe, so einfach ist das manchmal, toll, einfach toll
@zipfelmütze , 27. Januar 2009 - 23:05 Uhr
8. Thalbachs Wie es euch gefällt: lohnt sich
Es lohnt sich auf jeden Fall sich dieses Stück anzugucken. Meine Freunde und ich hatten einen tollen Abend!
thalbach , 26. Februar 2009 - 00:12 Uhr
9. Thalbachs Wie es Euch gefällt: Lasst mich rein!!!
mehr davon bitte frau thalbach und gefolge!ich hätte sooooooooooo gerne mitgespielt!!! jo. bitte ich bin kein star. aber lasst mich da rein. ob in wald oder bei hofe. oder bei shaki williams in seine stücke egal. hauptsache in dieses theater zu - meine hochverehrung!- dieser frau" katharina thalbach!!! schmeckt gut riecht gut fühlt sich gut hört sich gut sieht sich gut an. äh. is einfach en genuss. und macht unbedingt süchtig. det is meine kost! jo.
mic , 23. November 2009 - 23:50 Uhr
10. Thalbachs Wie es Euch gefällt: Pipi-Aa-Pillermannhumor
Immer wieder erstaunlich, wie einfach es ist, Menschen mit Pipi-Aa-Pillermannhumor einzunehmen.
(Shakespeare darf derb und versaut sein, aber niemals plump und geistlos)

Wenn man auf der Bühne lange genug brüllt, lange genug wie ein Affe herumhampelt, oder sich zum x-ten Mal an den Plastikschwanz greift, glaubt auch der letzte Zuschauer, daß das jetzt lustig ist - und er lacht - aus Verlegenheit, peinlicher Berührtheit. Scham?

Der Vergleich mit Schülertheater (ausgenommen die Leistung der Thalbachs oder der Karrenbauer) ist definitiv eine Beleidigung für das oft engagierte und sorgfältige Schülertheater.
Diese Inszenierung ist plakativ, dilettantisch, unreflektiert, bis ins Unfassbare banal, uninspiriert, unkonzentriert, und mit aufdringlichen Gags so überfrachtet, daß einem der feine Aufbau der Geschichte abhanden kommt, kein Raum für die Entfaltung von Gefühlsnuancen entsteht. (kurz vor der Pause hält Anna Thalbach den ergreifenden Monolog über die sieben Stationen des Lebens. Zum Höhepunkt schickt die Thalbach aber Akteure in Tierkostümen auf die Bühne, die den nächsten Lacher provozieren sollen. Jeglicher Effekt versinkt abermals in belanglosem Klamauk und Lächerlichkeit)

Der Pausengong war eine Erlösung.

Es beweist sich erneut, Schauspieler sollten nicht auch noch Regie machen. In dieser Position fehlt es ihnen an dem nötigen Blick fürs Ganze.
Wer Shakespeare modern und grandios umgesetzt sehen möchte -vielleicht ein Tipp für Sie, lieber Shakesbier, oder für alle Berlin-Touristen- sollte sich die "Shakespeare Sonette" im Be nicht entgehen lassen.
Serbo van Graasten , 14. April 2010 - 23:53 Uhr
11. Thalbachs Wie es euch gefällt: Komödie von heute
Vor dem Theaterbesuch hatte ich noch einmal Shakespeare gelesen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie man diese Komödie als Komödie in der heutigen Zeit spielen könnte. Frau Thalbach ist das hervorragend gelungen! Ein Dankeschön noch einmal an sie und an alle Schauspielerinnen!!!
Kegel , 15. April 2010 - 18:59 Uhr
12. Thalbachs Wie es euch gefällt: seltsame Alternative
Herr van Graasten: Sie beschimpfen Thalbachs "plakativ, dilettantisch, unreflektiert, bis ins Unfassbare banal, uninspiriert, unkonzentriert" und wollen uns gleichzeitig - sozusagen zur Kompensation - ins furzverstaubte BE schicken, in diesen Travestie-Nullversuch? Sie haben wirklich Humor.
pullermann , 15. April 2010 - 21:05 Uhr
13. Thalbachs Regie: inspirierend schon in den 80ern
ich habe diese inszenierung nicht gesehen - aber ihr vorwurf, herr van graasten, daß man schauspieler/innen nicht inszenieren lassen sollte, greift in bezug auf frau thalbach überhaupt nicht..war doch schon ihre erste macbeth inszenierung in der werkstatt des damaligen schillertheaters in den achtzigern ein unglaublich inspirierendes erlebnis, sie griff alle kruses, steemanns, puchers und polleschs vorne weg, das werde ich nieeee vergessen..und bewies ihr herausragendes regietalent...den einzigen vorwurf, den man ihr vielleicht machen könnte, ist, daß sie anscheinend nicht - und das empfinde ich persönlich als etwas rampensäuisch - nicht loslassen kann und immer auch noch selbst mitspielen muss...in irgendeiner rolle...aber ansonsten ist sie wirklich ein ausnahmetalent und es ist schade, daß frauen in ihrer generation so wenig an die machtpositionen der theater kamen..sie hat sich da bisher bravourös durch-geschlagen..,und ist unbeirrt ihren weg gegangen..gratulation!!
rosalinde , 15. April 2010 - 22:28 Uhr
14. Thalbachs Regie: Peymann im Forum
@12, liegt doch nahe, daß peymann mitarbeiter instruiert, solche blogs hier zu werbezwecken zu nutzen, um endlich auch junges publikum ins be zu kriegen.
Kummer , 16. April 2010 - 09:29 Uhr
15. Thalbachs Regie: Kummer
Die unter dem Namen KUMMER geäußerte Vermutung ist mir absolut unverständlich und ganz und gar unsinnig!
"Hermann Beil" , 16. April 2010 - 10:21 Uhr
16. Thalbachs Regie: nicht BE
Kummer, sie Blödmann. Hier geht es nicht ums BE sondern die Kudamm-Komödie. Informieren statt diffamieren...
Lulli Eidler , 16. April 2010 - 10:46 Uhr
17. Thalbachs Regie: informieren statt beleidigen
lulli eidler, sie blödmann, einfach mal den kommentar lesen auf den sich kummer bezieht. informieren statt beleidigen.
stawrogin , 16. April 2010 - 21:55 Uhr
18. Thalbachs Regie: dringend gebraucht
Ist ja gut, Herr Beil. Widmen Sie sich lieber der Dramaturgie des BE. Es braucht sie (vielleicht auch 'Sie'?) wirklich dringend!
agnes , 19. April 2010 - 22:06 Uhr
19. Thalbachs Regie: Regiefähigkeiten
@pullermann: ich beschimpfe nicht, ich nenne die dinge beim namen, erhebe damit aber keinen allgemeinheitsanspruch. desweiteren, und das mache ich sehr deutlich, zweifle ich nicht die schauspielerische qualität der thalbach an, sondern ihre regiefähigkeiten. (interessant, dass sie die sonette im be als travestie bezeichnen. im langläufigen sinne ist die thalbachinszenierung, shakespeare generell ebenfalls travestie, auch in ihrem banalsten sinne...)

@rosalinde: sie haben recht. in den 80ern mag der überdrehte stil frau thalbachs angesagt gewesen sein. heute ist aber gut 30 jahre später. das be mag furztrocken sein, die inszenierung der sonette aber in keinem fall. schauen sie sich dochmal auf youtube auszüge des artemitschnitts an, und entscheiden sie dann neu. wilson ist nie furztrocken. darsteller, kostüm, bühnenbild sind hier von einer präzision, wie ich sie gerne bei der thalbach schmerzlich vermisst habe! hier auch die dreigroschenoper empfehlenswert!


serbo van graasten , 20. April 2010 - 11:37 Uhr
20. Thalbachs Regie: Regiefähigkeiten II
nachtrag (und der hat allgemeingültigkeit): die inszenierungen im be setzten internationale maßstäbe!

wer sich davon nicht versauen lassen will, sollte die shakespeare sonette meiden, sonst heisst es immer, "Also, im be hab ich das aber schon besser gesehen"
serbo van graasten , 20. April 2010 - 11:45 Uhr
21. Thalbachs Regie: die Geschmäcker sind verschieden
Lieber serbo van graasten, Ihr Anspruch auf Allgemeingültigkeit in allen Ehren, aber die Geschmäcker sind verschieden. Was sind schon internationale Maßstäbe, woran messen Sie die denn? Wilson ist sicher nicht furztrocken, aber auch er hat sich mit den Jahren verbraucht. Waren sein Black Rider oder der Woyzeck noch grandioses Figuren-Theater mit lebenden Menschen, so sind gerade die letzten BE Inszenierungen doch eher müder Abklatsch mit leider ziemlich toten Abziehbildern. Also BE-versaut bin ich schon und kann daher auch gut ohne Ihre Empfehlungen leben.
Stefan , 20. April 2010 - 12:35 Uhr
22. Thalbachs Regie: unvergleichlich
dann sei doch froh, stefan. zumindest auf europäischer ebene gibt es, trotz der abziehbilder, keinen vergleich. und wo sonst soll es den sonst geben? (den asiatischen raum nehme ich mal aus). obwohl sie ohne meine empfehlungen leben können, scheinen wir ja, was wilson betrifft einer meinung zu sein. die thalbach inszenierung schon gesehen?
serbo van graasten , 20. April 2010 - 18:37 Uhr
23. Thalbachs Regie: fassungslos
also, wilson ist ja inzwischen auch ganz schön veraltet..das ist wenn man nostalgisch die mode von anfang der neunziger jahre betrachtet, eine art zeitgeschichtliches museum, in dem man sich plötzlich befindet, aber auf keinen fall heutig..und in mienen augen sehr langweilig inzwischen, da durchschaubar, was früher neu und faszinierend erschien...-- und ihre hybris, herr serbo von g., mit verlaub, "auf europäischer ebene.. keinen vergleich"..da wird mir ja ganz schummerig vor fassungslosigkeit vor soviel selbst (?)- überhebung....sie waren dann aber noch nie in amsterdam, in london, ja, auch in wien, in hamburg und vielen anderen innovativen theaterorten..das be ist sehr sehr oft nur ein museum der a) eitelkeiten und b) historisch verstaubten, fast musealen inszenierungen..ich habe da - in meiner erinnerung - seit der ärä peymann kein stück mehr gesehen, das mir den atem raubte, weil es so neu und spannend und aus diesem grunde aufregend war..das ist mir im gegensatz dazu im maxim gorki theater, am dt, in der volksbühne und sogar in kleineren theatern in berlin schon ab und an passiert....tut mir leid, das ist meine subjektive theatererfahrung..
rosalinde , 20. April 2010 - 21:03 Uhr
24. Thalbachs Regie: werde berichten
@serbo van graasten
Ich habe die Inszenierung noch nicht gesehen, werde das aber in Bälde nachholen. Werde Ihnen dann von meinen Eindrücken berichten, habe aber keine Bange, das Thalbach nicht gegen Wilson bestehen kann.
Stefan , 20. April 2010 - 22:06 Uhr
25. Thalbachs Regie: Aufarbeitung, Sichtbarmachung
@ 25
Ihr Theaterempfinden, dass Durchschaubares langweilig ist, ist meinem exakt entgegengesetzt.

Undurchschaubares entlässt mich - da ich Theater als Sichtbarmachung, als Aufarbeitung eines Problems verstehe - unbefriedigt, gelangweilt und verärgert nach seinem Ende. Der Reiz einer noch neueren, noch hipperen Ästhetik beigewohnt zu haben, bedeutet mir gar nichts.

Ich kann mich erinnern vor einiger Zeit in diesem Forum "Prügel bezogen zu haben", weil ich genau diesen Unterschied zwischen Berliner und Wiener Publikum geortet zu haben vermeinte. Hier ist er wieder! Peymanns BE-Richard II. wird in Wien gefeiert und geliebt.
Susanne Peschina , 21. April 2010 - 06:45 Uhr
26. Thalbachs Regie: in Wien aufgewärmt
Oh nö, Frau Peschina, das ist doch eher peinlich von Peymann etwas in Wien aufzuwärmen, was vor Jahren in Berlin großen Erfolg hatte. Das letzte Stück übrigens mit dem er zum Theatertreffen eingeladen wurde. Das in Wien jetzt als neu zu verkaufen ist armselig. Bewirbt er sich da jetzt für einen neuen Intendantenposten? Das wäre dann aber am falschen Theater. Aber ich denke man will ihn auch in der Josefstadt nicht mehr, wo man auch endlich begriffen hat, dass altbackenes Theater kein Publikum mehr hat.
Stefan , 21. April 2010 - 07:57 Uhr
27. Thalbachs Regie: andere Präferenz Wien
@ 28
Na geh, Stefan, das ist aber jetzt nicht Ihr Ernst?!?
Ich sprach nicht davon, dass etwas als neu verkauft wird, was es schon in Berlin gegeben hat.
Im Gegenteil!!!!
Ich meinte zu beobachten, dass es in Wien nicht wichtig ist dem neuesten Trend/Ästhetik zu entsprechen, sondern dass Wiens Theatergeher mehr den durchschaubaren Inhalten und Fragestellungen zugetan sind.

Ich bezog mich da gedanklich auf ein Posting, in dem zwar nicht an der originären Qualität von Thalbach oder Wilson gezweifelt wird, sondern nur kritisiert wird, dass diese Handschriften schon seit Jahren bekannt sind und den Reiz des Neuen verlorern haben.
Susanne Peschina , 21. April 2010 - 10:17 Uhr
28. Thalbachs Regie: vielerlei Geschmäcker
Jetzt geben Sie doch nicht dauernd Ihren Geschmack als den Wiener Geschmack aus! Unterschiedlicher als unsere beiden Geschmäcker und Theaterverständnisse könnte es gar nicht sein - und offenbar wohnen wir trotzdem beide in Wien und gehen da ins Theater. Dass "Richard II" in Wien gefeiert wird, ist ja nur eine Seite der Münze. Ich habe da in der Pause so viele gelangweilte, enttäuschte Besucherinnen und Besucher gesehen ...
@Susanne Peschina , 21. April 2010 - 12:33 Uhr
29. Thalbachs Regie: Wiener Schnittmengen
@30
Es gibt in Wien natürlich auch Menschen, die gar nicht ins Theater gehen, die sich im Theater langweilen und nach dem Buffet sehnen, die ihre Nickerchen machen, Zuckerln knatschen, mit den Nachbarn tratschen, ihr Handy anlassen und sonst auch noch allerlei Kulturbanausentum. Unbestritten. Natürlich. Gibt es!

Jedesmal, wenn ich meine, der durchschnittliche Wiener Theaterbesucher sei mehr dem Wort, dem Inhalt, der Aussage und dem Vertrauten zugeneigt als immer neuen und schrilleren Ästhetiken, ein Liebhaber besonderer Schauspielkunst, besonderer stimmlicher Präsenz, will es sichtlich niemand wahr haben. Wenn aber Sie, "echter Wiener", vielleicht einmal die Statistiken anschauen, welche Inszenierungen und welche Theater voll sind, werden Sie mir trotzdem Recht geben müssen.

Und nun zu Richard II. Zumindest in 2 Richard-Vorstellungen in denen ich war, gab es so überwiegende Begeisterung, dass die Gelangweilten sichtlich untergegangen sind.
Siusanne Peschina , 21. April 2010 - 13:08 Uhr
30. Thalbachs Regie: Masse nicht gleich Klasse
@frau peschina
also, da müßte ich doch noch einen einwurf anbringen: ihre angeprangerten kulturbanausen möchte ich nicht gleichsetzen mit menschen, die innovatives, experimentelles, neue blickwinkel liebendes, wirklich durchdachtes, nicht althergebrachtes und verstaubtes, also einfach richtungsweisendes, in dieser zeit lebendes theater lieben!!
wenn sie einen eher konservativen, bürgerlichen "einrichtungsgeschmack" haben (und ich habe sogar mal ein foto im zuschauerraum von ihnen gesehen und traue ihnen das sehr aus diesem grunde sehr wohl zu, das ist ganz neutral gemeint..), dann sollten sie andere, etwas ausgeflipptere theatergänger neben sich - oder in andere vorstellungen gehend und diese liebend - durchaus gelten lassen...ohne von sich zu behaupten , daß SIE der alleinige wiener geschmack seien...denke ich jedenfalls, daß das angebracht wäre..
außerdem: die vorstellungen, die immer ausverkauft sind, sind nicht immer unbedingt die besten, rein künstlerisch gesehen...ich denke da nur an volksmusik (meiner ansicht nach eine totale geschmacksverirrung) und ihre unglaublichen anhängerschafts-verkaufszahlen..da ist masse nicht gleich klasse...
rosalinde , 21. April 2010 - 14:35 Uhr
31. Thalbachs Regie: Autosuggestion des Neuen
@32
Es tut mir leid, dass Sie die Kulturbanause auf sich bezogen haben. So war es nicht gemeint.

Persönlich meine ich nur, dass in der Jagd nach ewig Neuem, nach dem derzeit Experimentiellsten die Gefahr einer Selbstkonditionierung liegt, die eher eine Selbstentfremdung ist und eine Geschmacks-Autosuggestion. Wenn natürlich etwas dabei ist, was wirklich gefällt, ist das natürlich besonders erfreulich.

Und mit meiner Einrichtung haben Sie eindeutig Recht: Ich möchte mich auf einen Sessel setzen, der mich trägt, in ein Bett legen, wo ich ohne Bandscheibenvorfall aufstehe etc. Ähnlich, da haben Sie Recht, mag ich es auch im Theater.
Und bei Volksmusik im Musikantenstadl schließe ich mich auch gerne Ihrer Beurteilung an.
Susanne Peschina , 21. April 2010 - 17:20 Uhr
32. Thalbachs Regie: Suche und Weiterentwicklung
es geht nicht ums gefallen..es geht um die weiterentwicklung der kunst, des theaters...nicht eine jagd, sondern eine suche, eine ernsthafte suche..nicht ein stehenbleiben oder ein sich ausruhen im sessel..es geht auch gar nicht darum, das publikum zu tragen, sondern ihm anregungen zu geben, um sich selbst besser tragen zu lernen..
--keine angst, ich habe es nicht persönlich genommen, sondern all die in schutz genommen, die sich neuem, abseitigem und innovativen öffnen (wollen)..
rosalinde , 21. April 2010 - 20:30 Uhr
33. Thalbachs Regie: Ansprache an Rosalinde
@ rosalinde: Es freut mich, dass ich auf der Suche nach neuen Bühnen-Akzenten und Innovationspotentialen von Ihnen in Schutz genommen werde. Das Ruhen im Sessel – auch im Theatersessel - ist schwer, manchmal kommen die Kräfte zum Erliegen und die Abwehrmechanismen sind wie paralysiert...
Dass Sie, Rosalinde, das BE nicht mögen, wird aus Ihren Ambitionen und den Forderungen, die Sie an eine Bühnenarbeit stellen, klar ersichtlich. Aber die im BE gezeigten Wuttke-Inszenierungen „Pfft oder der letzte Tango“ und „Gretchens Faust“ könnten doch Ihrem nach Extravaganzen verlangenden Geschmack zumindest etwas entsprechen. Diese Stücke sind kaum staubig oder abgegriffen, zuweilen sogar schrill und mit einem Anflug des Unkonventionellen daherkommend, zumindest „Tango“, vorausgesetzt freilich, Wuttke hat seine inneren Aufruhr, seine Exaltationen im Griff.
Von welchen kleineren Theatern in Berlin sprechen Sie denn? Ich habe schon etliche Off-Stücke gesehen, und falls sich jemand von der Redaktion einmal zu einer Besprechung hinreißen lässt, habe ich stets den Eindruck, der Redakteur habe auf diesem Feld noch Nachholbedarf und verlange nach einem kolossaleren Rahmen.
Das „Signa“-Projekt ist sicherlich interessant, aber bei diesem Mitmach-Theater hatte ich einmal das Gefühl, einer Totenmesse beizuwohnen: ich fühlte mich an einen Meditationskurs aus dem Jahr 1983 erinnert, den ich nach der ersten Sitzung abbrach, weil ich aus Versehen eingeschlafen war.
Sie reden von einer Thalbach-Inszenierung aus den 80er Jahren, also können Sie nicht mehr gar so jung sein: trotzdem benutzen Sie das Adjektiv „ausgeflippt“, als hätte Sie gerade das Teenie-Alter verlassen, um sich in die ekstatischen Verzückungen des Nachtlebens zu stürzen.
Immerhin haben Sie sich eine innere Frische bewahrt, Rosalinde, und werden so schnell nicht in die Ecke der Gerontokratie abgeschoben. Sie sind ja noch hungrig und entwicklungsfähig... Vielleicht betrachten Sie in ein paar Jahren Hermann Beil als eine Lichtgestalt von unwiderstehlicher Kraft.
Was das Theater anbelangt, bleibe ich auf Berlin beschränkt. Über das, was außerhalb passiert, bin ich nicht informiert bzw. ich habe nur Informationen aus zweiter Hand. In die Burg habe ich noch keinen Fuß gesetzt. Kürzlich war ich in Basel, aber da kam nur eine „Tango-Show“ – also betrat ich ein Theater in der badischen Provinz und sah sogar großes Theater. Und wo Sie überall präsent sind... Wie sagt man da noch gleich? Richtig, eine Dame von Welt.
Flohbär , 21. April 2010 - 22:42 Uhr
34. Thalbachs Regie: Auf ewig bestimmten Stellen anhängen?
@ Susanne Peschina
Es geht nicht um durchschaubares oder nicht durchschaubares, innovatives oder alt bewährtes Theater, es geht um Ansätze, darum Neues zu probieren. Was ein Trend ist bestimmen andere, die meist nichts mit dem zu tun haben worum es eigentlich geht. Trends sind am Theater so vergänglich wie in der Mode oder in den Fernsehshows meinetwegen. Wer ins Theater geht um sich bespaßen zu lassen ist meist fehl am Platz und wird auch auf Dauer nicht befriedigt werden können. Es sei denn der Kommerz gewinnt auch am Theater die Überhand. Ob Ihnen nun Theater von Peymann oder sonst wem gefällt ist dabei nebensächlich. Theater in Auslastungszahlen zu messen und ob Leute gelangweilt ausschauen führt zu nichts. Sie können darin keine Allgemeingültigkeit ermessen. Wenn Sie tatsächlich das traditionelle Theater wo Sie sich im Sessel ausstrecken können und etwas geboten bekommen das Ihnen einen Wiedererkennungswert beschert, vorziehen, treten Sie irgendwann auf der Stelle. Alle Geschichten sind 100mal erzählt, die Moral ist bekannt, man weiß schon im voraus worauf es hinausläuft und kann sich bei einem Glas Sekt darauf einigen. Ich sehe keine Selbstkonditionierung darin mit neuen Stilen zu experimentieren, wenn es einer wirklichen Neuinterpretation eines Stücks dient und nicht nur einem kurzen Erfolg dient. Was heißt denn Selbstentfremdung, Aufgabe irgendwelcher Traditionen? Hängen sie wirklich auf ewig bestimmten Stilen an? Der Gefahr einer Suggestion setze ich mich gerne aus. Ich kriege das dann aber mit etwas Verstand wieder relativiert. Letztendlich ist die Ästhetik nicht entscheidend, sondern wie Sie so schön sagen die Aussage. Das hat aber nichts mit Vertrauen sonder mit Zutrauen zu tun.
Stefan , 22. April 2010 - 00:21 Uhr
35. Thalbachs Wie es euch gefällt: belustigende Plumpigkeiten
Hmm, ...wie dem auch sei, ich fand dieser Vorstellung, sehr spassig, hatte wirklich sehr viel Spass, es war unterhaltsam und toll ausgeführt. Ja, es gab ein paar Längen, ja, die zweite Hälfte war nicht so ganz fesselnd als die erste, ja, es gab sehr viele (belustigende) Plumpigkeiten, hihi... aber die deutsche Übersetzung fand ich überraschend schön und viel greifbarer als das orginal Englisch (bin Engländerin) und die Darsteller beeindruckten mich immer wieder.
Würde auf jeden Fall nochmal gehen.
Blamblamsam , 26. April 2010 - 12:51 Uhr
36. Thalbach: ja, Sir
Großartig, ich stehe immer noch ungläubig im Ardenner Wald und rufe fassungslos nach:
P H Ö B E !
Zickenterror, nein Sir, Frauenpower, ja Sir.
Wer sich da noch freiwillig im BE mit schön aufgesagten Shakespeare-Versen langweilen lassen will, dem ist nicht mehr zu helfen. Katharina Thalbach brauch den Vergleich nicht zu fürchten. Und alle Zweifler können es ja mit Shakespeare halten:
„Ich beschwöre euch, ihr Frauen, bei der Liebe, die ihr für Männer hegt, laßt euch an dem Stück so viel gefallen, wie euch gut dünkt; und ich beschwöre euch, ihr Männer, bei der Liebe, die ihr zu Frauen hegt ... laßt Freude an dem Spiel zwischen euch und den Frauen obwalten.“ In dem Sinne, Wie es Euch gefällt.
Girls Just Wanna Have Fun, leider nur noch bis Sonntag.
Stefan , 07. Mai 2010 - 00:31 Uhr

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