Samuel Becketts Lieblingsschauspieler

Berlin, 8. Juli 2014. Der Schauspieler Horst Bollmann verstarb gestern im Alter von 88 Jahren in Berlin. Das melden heute zahlreiche Medien.

Bollmann wurde als deutscher Lieblingsschauspieler von Samuel Beckett berühmt. Er spielte 1965 in "Warten auf Godot" im Berliner Schillertheater, 1969 in Becketts "Endspiel" und 1975 noch einmal in "Warten auf Godot", beide Stücke vom Autor selbst im Schillertheater inszeniert. Bollmanns besondere Körperhaltung als Diener im "Endspiel" sei als "Bollmann-Haltung" in die Theatergeschichte eingegangen, schreibt unter anderen die Tageszeitung Die Welt.

Horst Bollmann wurde am 11. Februar 1925 in Dessau geboren und wuchs in Siegen auf. Zwei Jahre kämpfte er als als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Nach seiner Schauspiel-Ausbildung an der Essener Folkwang-Schule gab er 1949 ebenfalls in Essen sein Debüt. Einem fünfjährigen Engagement am Mannheimer Nationaltheater folgte 1959 der Wechsel an Boleslaw Barlogs Staatliche Schauspielbühnen Berlin.
1970 wurde er zum Staatschauspieler ernannt, in den achtziger Jahren stand er zuletzt in Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden" auf der Bühne des Schillertheaters, wo er ein populärer Star war. Seit 1988 arbeitete Bollmann als freier Schauspieler.

In Film und Fernsehen übernahm er seit 1960 wichtige Rollen. Er spielte die Titelfigur in Bernhard Wickis Das Wunder des Malachias (1961), war der Kommissar in Francis Durbridges Mehrteiler Wie ein Blitz (1970), der damals als Straßenfeger galt, weil die gesamte Fernsehnation vor dem Bildschirm saß; in insgesamt fünf Tatort-Folgen spielte er in den siebziger und achtziger Jahren den Kommissar.

Bollmann war ein gesuchter Sprecher in Hörspielen, unter anderem sprach er gemeinsam mit Martin Held eine Hörbuchversion von "Warten auf Godot" ein, wirkte aber auch gemeinsam mit Martin Held und Bernhard Minetti beim Hörspiel "Der Hobbit" nach J.R.R. Tolkien mit.

1989 wurde Bollmann in die Akademie der Künste berufen. Zu seinem 85. Geburtstag erhielt er 2010 das Bundesverdienstkreuz.

(wikipedia Die Welt / rbb-online.de / Die Zeit / jnm)

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