Presseschau vom 7. November 2014 - Die Weltwoche attackiert die öffentlich geförderten Theater der Schweiz
Schrumpfende Wirtschaftlichkeit und Relevanz
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Die "sinkende Eigenfinanzierung der wichtigsten Theater" gehe "mit der schwindenden gesellschaftlichen Relevanz dieser Kunstform" einher. Den Grund dafür sieht Bandle in der Vorherrschaft postdramatischer Theaterformen: "Das bedeutet: Stücke werden bis zur Unkenntlichkeit verfremdet, der klassische Bildungskanon wird mit einem ironischen Unterton belegt, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den alten Stoffen gilt als bieder." Eine Ausnahme vom Trend bilde das St. Gallener Theater, das mit Musicals und populären Produktionen "die schwierigen" querfinanziere. "Im Feuilleton ist mit einem solchen Konzept zwar keine Anerkennung zu holen, dafür bringt man die Leute noch ins Theater", so Bandle.
Der Artikel schließt mit einer These zur kulturpolitischen Absicherung des öffentlich geförderten Theaters: "Dass heute in der Schweiz die Theater gänzlich unumstritten sind, dass sie ungeachtet ihrer Leistung Jahr für Jahr automatisch eine Subventionserhöhung erhalten, hat einen einfachen Grund: Kein Politiker in den links-grün dominierten Städten möchte es mit der mächtigen Kulturlobby aufnehmen."
(chr)
