Blog - Wie der Blogbühne zu helfen ist
Virtuelles Mitmach-Theater
von Esther Slevogt
Dieser Beitrag ist Teil des nachtkriktik.de-Archivs. Er entspricht Layout und technischem Stand vor November 2021.
Screenshot der Blogbühne
Das Theaterhaus Stuttgart macht jetzt einen eigenen Versuch, digitale Stimmen mit Theater- und damit auch Schauspielerfleisch zu umhüllen. Bloß müssen eben erst mal die Stimmen her. So wurden ein Blog eröffnet und acht prominente Autoren engagiert, ihn zu bespielen: Feridun Zaimoglu zum Beispiel und Alina Bronsky. Lutz Hübner ist auch mit von der Partie und die Dramatikerin Tina Müller. Als Chor, so die Idee der Projektmutter Julia Lauter, müssten nun die Leute aus dem Netz die Stimmen der Autorinnen und Autoren sekundieren, anreichern. Deren Texte beantworten, weiterschreiben. Dass Figuren entstehen, Debatten, Dialoge, aus denen sich dann das Stück entwickeln lässt, das beim Baden-Württembergischen Literatursommer uraufgeführt werden soll.
Doch die Kommentatoren schweigen. Zumindest ziemlich. Die Kommentarzahl liegt bei null bis drei pro Text. Nur Tina Müllers erster Blogbeitrag hat fast dreißig Kommentare bekommen. Dabei hat sie in ihrem Blog darüber sinniert, das Schreiben an den Nagel zu hängen. Die Kommentare sind auch nicht so leicht zu finden. Fett sichtbar steht bloß der AutorInnentext da. Um zu den Kommentaren zu gelangen, muss man noch mal extra klicken: Auf die Zahl, die sagt, wie oft der Text kommentiert worden ist.
Von wegen enthierarchisierte Netzkultur und Partizipation auf Augenhöhe. Wir sind eben immer noch im Theater. Wo das Zuschauervolk im Dunkeln sitzt und die Macher im Licht auf der Bühne stehen. Aber wir sind ja eingeladen, das Projekt mitzugestalten. Auch die Leser, Schreiber und Kommentatoren von nachtkritik.de. Entwickeln wir also mit. Vielleicht wird's dann ja was!
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