Presseschau vom 10. Juni 2010 - Volksbühnen-Chefdramaturg Rosinski wehrt sich gegen Castorfs Vorwürfe
"Ich habe alles gegeben"
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Ein nicht namentlich gekennzeichneter Artikel im Berliner Tagesspiegel referiert lediglich Rosinskis Äußerungen – vielleicht, weil die Zeitung gestern die Debatte erst angestoßen hatte mit ihrem Castorf-Interview. Bei aller persönlichen Verletztheit zeigt Rosinski hier, dass er seine Rechte sehr wohl kennt: "Mich enttäuscht das menschlich sehr. Für die Volksbühne wird meine Freistellung eine teure Angelegenheit, denn mein Vertrag läuft bis Sommer 2012".
Auch die Berliner Morgenpost ließ sich die Kündigung von Rosinski bestätigen. Hier verteidigt sich Rosinski gegen Castorfs Vorwürfe, seinen Aufgaben nicht nachgekommen zu sein: "Die Spielzeit war durchgeplant." Zuvor aber rollt Stefan Kirschner den Verlauf der Kündiung und des Eklats auf: "Beide verständigten sich auf das, was in so einer Situation üblich ist: man äußert sich gegenüber der Öffentlichkeit zurückhaltend und überlässt die Regelung der Formalitäten (Rosinski hat einen Dreijahres-Vertrag) den Anwälten. Das ging offenbar nur ein paar Tage gut." Kirschner referiert Rosinskis Vorgänger, die nach ihrem Volksbühnen-Engagement nicht gerade einen Karriereknick hinnehmen mussten. Und resümiert zum Thema Volksbühnen-Intentanz: "Die Zeit für einen Wechsel scheint reif." (geka)
