Presseschau vom 19. Juni 2014 – FR-Interview mit der Festivalmanagerin der Wiesbadener Biennale Ann-Marie Arioli
Kreativität macht nicht alles wett
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Positiv sei, dass die Theater international immer besser zusammenarbeiteten, "im kulturellen Bereich findet dieser Austausch, diese Osmose, die man sich für Europa wünscht, statt." Ariolis Eindruck ist außerdem, dass "in den von der Wirtschaftskrise besonders gebeutelten Ländern (...) besonders viel" geschehe – "Der Schockstarre über die Krise folgt eine erhöhte Produktion. Es gibt im Publikum sowohl das Bedürfnis nach Ablenkung als auch nach Reflexion. Man kann feststellen, dass Theater da doch noch eine große Rolle spielt." Natürlich schlüge die Finanzkrise auch "auf die Qualität der Produktionen": "Man kann nicht alles durch Kreativität wettmachen." Es gebe starke Abwanderungstendenzen nach Berlin, London, Paris.
Zum bevorstehenden Ende der Wiesbadener Biennale stellt Arioli etwas vage und mit Bezug auf den einstigen Wechsel von Bonn nach Wiesbaden in Aussicht, dass das Festival in Zukunft eventuell auch woanders stattfinden können. "Es wäre schade, einfach aufzuhören."
(ape)
