Arm, aber streitlustig

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Seit Jahren sehe sich die Festival-Auswahl der Kritik ausgesetzt, "zu beliebig, ästhetisch dürftig, zu kleinformatig" zu sein. Ein Grund dafür sei, dass das Festival über "keinen festen Haushaltstitel" verfüge, wodurch Koproduktionen mit Künstlern "außerhalb des laufenden Finanzjahres" verhindert würden. Diese Analyse sei von den bisherigen Kuratoren Ulrike Becker und André Theriault in einem Positionspapier zum Festivalstart 2012 vorgelegt worden.

Becker und Theriault, beide Vertreter der ko-produzierenden Tanz-Werkstatt, wollten mit ihrem Papier "vor allem verhindern, dass das Festival künftig komplett in die Trägerschaft des HAU übergeht" und forderten stattdessen, dass es "ab 2013 zur Gänze an die Kulturprojekte Berlin GmbH angedockt wird".

Dagegen setze sich die neue HAU-Leiterin Annemie Vanackere "dafür ein, dass der 'Tanz im August' unter dem Dach des HAU bleibt." Wie sie im Gespräch mit dem Tagesspiegel betont habe, wolle sie "den dezentralen Charakter beibehalten und Spielorte in der ganzen Stadt einbeziehen. Das Festival müsse zeigen, was 'state of the art' ist", so Vanackere. Sie schlage daher vor, "einen externen Kurator mit der Programmplanung zu beauftragen, für den eine Planstelle am HAU eingerichtet würde." Vanackere habe gegenüber dem Tagesspiegel auch den Vorwurf zurückgewiesen, das HAU "strebe eine Monopolstellung in Berlin an". "Ich werde wohl zur Projektionsfläche", so Vanackere.

(chr)

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