Presseschau vom 26. September 2012 - Milo Rau über sein Reenactment der Breivik-Rede
"Die Dominanz ist Breivik"
Dieser Beitrag ist Teil des nachtkriktik.de-Archivs. Er entspricht Layout und technischem Stand vor November 2021.
Die einstündige Rede werde im Reenactment "nicht nur in kleinen, zum Skandal tauglichen Ausschnitten dargestellt, die schon aus dem Gerichtssaal getwittert wurden, sondern als ganze", erläutert Rau in dem Interview. Den Vortrag übernehme die Deutsch-Türkin Sascha Soydan.
Rau wolle damit die Ideologie der Rede in ihrer von den Attentaten unabhängigen "Normalität" thematisieren. "Das Skandalöse an dem Text ist, dass er eben überhaupt nicht skandalös ist, sondern eine relativ rationale, in sich geschlossene und meiner Ansicht nach weit verbreitete Sicht in Europa darstellt", so Rau. "Die Dominanz ist Breivik." Abzulesen sei die Verbreitung dieses Gedankenguts etwa auch an der "Minarettinitiative" in der Schweiz. In dem Reenactment gehe es Rau darum, ein "negatives Erschrecken" herzustellen, darüber, "dass es längst europäischer 'Common Sense' ist, was der sagt".
(chr)

(Lieber Stefan, nach unseren Informationen findet die Deutschland-Premiere bereits am 19.10. in Weimar statt. So sagt es uns zumindest die Webseite des International Institute of Political Murder:
http://international-institute.de/?p=2759
Herzliche Grüße, Sophie Diesselhorst)