Schulden und Geld in bar

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Peter Raddatz, den er an die Burg geholt hatte, um einmal über die Bücher zu schauen, habe 2011 bereits die an der Burg praktizierte Abschreibung von Bühnenbildern auf fünf Jahre kritisiert. "Man sei deshalb bei Bundestheater-General Georg Springer vorstellig geworden, gemeinsam habe man die damalige Prüfungskanzlei Price Waterhouse konsultiert; doch die habe alles für rechtens befunden." Erst als PwC nach dem "gesetzlich vorgesehenen Wechsel der Wirtschaftsprüfer" von KPMG abgelöst worden war, sei die bis dato praktizierte Abschreibungspraxis für nicht korrekt erklärt worden.

Allerdings bestreitet Georg Springer, laut einem Bericht auf der Website der Wiener Tageszeitung Die Presse, diese Darstellung. Im November 2011 habe er gar keinen Termin mit dem Burg-Chef in seinem Kalender verzeichnet

Die Presse wundert sich weiter über den merkwürdigen Umgang mit Honoraren. Auf die Frage, ob die vom Dienst suspendierte damalige Geschäftsführerin Silvia Stantejsky auch Geld, das Hartmann zugestanden habe, für ihre Budgetlöcher-Stopfung verwendet habe, gab Hartmann zur Antwort: Stantejsky habe ihm zustehende Gagen verwahrt, weil er zu Beginn seiner Wiener Zeit noch kein Konto in Österreich besessen habe. Das Hartmann zustehende "Vorbereitungshonorar" sei später als "Jahrespauschale gestaffelt über drei Jahre, in bar ausbezahlt" worden. Dazu die Presse lapidar: "Weshalb sich Hartmann das Honorar bar auszahlen ließ und es nicht auf sein Konto in der Schweiz überwiesen haben wollte, bleibt derweil noch unklar."

(Der Standard / Die Presse / jnm)

 

Mehr zu den Vorgängen am Burgtheater gibt es in der Chronik der laufenden Ereignisse.

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