Ein querköpfiger Materialist

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Schütt weist auch noch einmal darauf hin, dass Kipphardt zu den Protagonisten des Dokumentartheaters in Deutschland zählt, in dem für Schütt zu wechselnden Zeiten auf jeweils unterschiedliche Weise immer wieder das heftige Bedürfnis nach Wirklichkeit und deren struktureller Erhellung zum Ausdruck kommt. "Von Piscators 'Masse Mensch' bis zu den sozio-psychologischen Fallstudien von 'Rimini Protokoll' zieht sich über Peter Weiss, Armand Gatti, Rolf Hochhuth und andere Dokumentaristen der Szene eine lange, mal prägende, mal nur schwach leuchtende Konzeptlinie wider eine bürgerlich eingeschliffene Dramatik. Die von Läuterung spricht, aber nur verbrämende Psychologisierung grundsätzlicher sozialer, politischer Prozesse betreibt."

"Der Realismus des Protokolls, die Wahrheitskraft des Unmittelbaren, die ungekünstelte Wiedergabe gesellschaftlicher Zündstoffe", für Heinar Kipphardt, "den querköpfigen Materialisten", sei solches Theater die beste Methode gewesen, Verhältnisse durchschaubar zu machen und Energie anzustoßen, sie zu verändern. "Kipphardt wusste sehr wohl, dass der Satz 'Die Welt ist veränderbar' zur Religion werden konnte. Aber, sagt sein Werk: Die Welt ist veränderbar!"

(sle)

Kommentare  
Presseschau Kipphardt: Auflistung?
Praktisch, wäre hier eine Auflistung von aktuellen Aufführungen.

(Werter Jodok,

leider können wir das als Redaktion nicht leisten. Aber vielleicht finden sich ja ein paar Kipphardt-Fans, die ihre Recherche-Ergebnisse in diesem Thread zusammentragen?

Beste Grüße
Georg Kasch für die Redaktion)
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