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Geplante Demo in Wuppertal

19. Februar 2010. Der Deutsche Bühnenverein hat alle im Verband zusammengeschlossenen Theater nochmal nachdrücklich aufgerufen, am Welttheatertag, dem 27. März, mit einem 5 – 8-minütigen Beitrag nach Wuppertal zu kommen. In dem Aufruf heißt es: "Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, Sie haben es der Presse entnommen, die Stadt Wuppertal scheint entschlossen, ihr Schauspielhaus zu schließen und damit das Ende der Sparte Schauspiel einzuläuten. Ein halbes Jahr nach dem Tode von Pina Bausch, die in diesem Hause einige Ihrer visionären Meisterwerke uraufgeführt hat, scheint dieses Vorhaben unfassbar, zumal der Einspareffekt angesichts des Haushaltsdefizits als marginal bezeichnet werden darf. (...) Die Intendantengruppe hat daher auf ihrer Sitzung letzte Woche in Berlin einstimmig beschlossen, den Welttheatertag 2010 am 27. März zu nutzen, um mit einer großen Demonstration der Stärke unserer Theater in Wuppertal gegen den Theatertod anzutreten."

Alle Theater der Bundesrepublik seinen deshalb aufgefordert, am 27. März mit einem 5 – 8-minütigen Beitrag nach Wuppertal zu kommen.

Weiter heißt es: "Niemand unterschätzt die dramatische wirtschaftliche Lage der Stadt – wie auch der meisten anderen Städte in NRW – doch legt die vom Stadtkämmerer vorgeschlagene Schließung des Schauspielhauses einen Zustand offen, der das Gemeinwesen der Bundesrepublik gefährdet: Die Finanz- und Steuerpolitik insbesondere des Bundes nimmt billigend in Kauf, dass unsere Städte verwahrlosen. Dabei wird übersehen, dass die Städte und Gemeinden der Garant für eine lebendige Demokratie sind und dass die Unterhöhlung der kommunalen Selbstverwaltung einem Anschlag auf die Demokratie in unserem Lande gleichkommt.

Daher ist es dringend geboten, den Kommunen zukommen zu lassen, was den Banken scheinbar problemlos gewährt wurde: die Entschuldung. Nur so wird es möglich sein, auch die kulturelle Infrastruktur, auf die Deutschland mit Recht so stolz ist, zu retten. Wir werden daher als Hauptredner einen Steuer-Experten einladen. Die geplante Großveranstaltung in Wuppertal soll nach einem weiteren Beschluss der Intendantengruppe der Beginn einer gesellschaftspolitischen Debatte sein, der die Vertreter verschiedenster Gruppierungen an einem Tisch versammelt, um öffentlich über die Zukunft unserer Städte, über das Bild unserer Gesellschaft nachdenkt."

(Bühnenverein/sik)