Homo Deus

24. bis 26. September 2021. Vom Zahnarztbohrer bis zum MRT bringt die Medizintechnik ganz verschiedene Geräusche hervor. Wolfgang Schmiedt, in Rostock lebender Jazzguitarist, Musikproduzent und Hochschullehrer, hat sie über Monate aufgenommen und daraus eine Klangcollage produziert. Zusammen mit dem Choreografen Lars Scheibner und der Tänzerin Katharina Wunderlich, beide engagiert am Landestheater Neustrelitz, und dem Physiker Marcus Doering, ist ein experimenteller Tanzfilm entstanden, der Live Body Mappings nutzt: Homo Deus, den wir für 48 Stunden im nachtkritikstream zeigen. Der Titel ist angelehnt an Yuval Noah Hararis gleichnamiges Buch über die Evolutionsgeschichte des Menschen. Homo Deus gewann im Sommer 2020 den Preis als Best Experimental Film auf dem New York World Film Festival. Wir zeigen die Arbeit vom Freitag, 24.9, 18 Uhr, bis 26.9., 18 Uhr.

Auf dem Rücken einer Schäferhündin

3. September 2021.Das Nationaltheater Mannheim und das Theater Rampe in Stuttgart produzierten im Juni 2021 gemeinsam das neue Stück der israelischen Autorin Sivan Ben Yishai. Wounds are forever (Selbstportrait als Nationaldichterin) erzählt "eine vielstimmige Geschichte von Verfolgung, Verbrechen, Verzweiflung, Flucht, Tod, Überleben, Krieg und wieder Krieg" zwischen dem Jaffa der Gegenwart, Deutschland 1938, der Sowjetunion des Zweiten Weltkriegs und dem Meeresgrund, wie es in der Nachtkritik zur Uraufführung heißt. Von Mittwoch, den 8. September, 19 Uhr bis Freitag, den 10. September, 19 Uhr zeigen wir die Wounds are forever in der Mannheimer Inszenierung von Marie Bues im nachtkritikstream.

Und dann kommt einer ...

3. September 2021.Das Lichthoftheater Hamburg und das Asphalt Festival Düsseldorf intervenieren gemeinsam in den Bundestagswahlkampf. Ein Volkskanzler imaginiert den Alptraum, der in Deutschland seit dem Aufstieg von Jörg Haider im Nachbarland Österreich fiebergeträumt wird, den Alptraum vom Erscheinen eines neuen Führers. Maximilian Steinbeis hat diesem faschistischen Alp Gestalt gegeben. Helge Schmidt hat den Text mit der Schauspielerin Ruth Marie Kröger inszeniert. Am Sonntag,, den 12. September um 18 Uhr zeigen wir Ein Volkskanzler im nachtkritikstream.

Bella, Boss und Bulli

3. bis 5. September 2021. Die siebenjährige Bella ist mit ihrer Mutter umgezogen in eine neue Stadt. Niemand hat sie gefragt. Bei ihrem ersten Rundgang durch die neue Nachbarschaft lernt sie zwei Jungs kennen, alle finden sich eigentlich blöd. Aber gemeinsam werden sie in eine Erpressungsgeschichte verwickelt. Volker Ludwigs Stück Bella, Boss und Bulli stammt ursprünglich aus dem Jahr 1995, handelt von Freundschaft, Aufwachsen mit einer alleinerziehenden Mutter und im weitesten Sinn auch von Gentrifizierung und gesellschaftlicher Verwahrlosung. Im Mai 2020 hat der Regisseur Robert Neumann das Stück neu am Grips Theater Berlin inszeniert. Wir zeigen den in der Pandemie parallel konzipierten Video-Mitschnitt im nachtkritikstream von Freitag, 3.9., 18 Uhr, für 48 Stunden bis Sonntag, 5.9., 18 Uhr.


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Auf der website des Grips Theaters heißt es über die Arbeit:

BELLA, BOSS UND BULLI handelt von Selbstbestimmung in Zeiten großer Veränderungen, von Erpressung auf dem Schulhof, Angst, Sehnsucht und wilder Anarchie. Es erzählt aber auch von der Kraft neu geschlossener Freundschaften.

Die siebenjährige Bella musste mit ihrer Mutter umziehen. Und niemand hat gefragt, ob sie das überhaupt will. Sie mag die neue Wohnung nicht, sie mag die neue Schule nicht, und ihre Freunde sind auch nicht da. Ihre Mutter muss viel arbeiten und Dauergast Valentin nervt als bissiger Hausmeister sowieso, zumal der mit Kindern so gar nichts anfangen kann. Bei Bellas erstem Rundgang durch die Nachbarschaft trifft sie auf den gleichaltrigen Victor, genannt Boss, den seine Eltern vergessen haben, von der Schule abzuholen. Bulli wiederum scheint gar kein richtiges Zuhause zu haben. Die drei Kinder finden sich zunächst ziemlich bescheuert. Aber Bella erkennt schnell, dass hinter dem großmäuligen Verhalten der beiden Jungs noch mehr steckt, werden sie doch von einem älteren Jungen aus der Schule erpresst. Der weiß zum Beispiel, dass Bulli mal was gestohlen hat, und verlangt Geld. Ehe sich Bella versieht, ist sie in eine mehr als aufregende Erpressungsgeschichte verwickelt.

 

Bella, Boss und Bulli
Theaterstück und Liedtexte von Volker Ludwig, Komposition von Caspar Hachfeld und Birger Heymann
Regie: Robert Neumann, Bühne und Kostüme: Silke Pielsticker, Choreographie: Nadja Raszewski, Dramaturgie: Tobias Diekmann, Musikalische Leitung: Thomas Keller, Konzeption, Kamera und Schnitt des Mitschnitts: Katharina Tress, Kamera: Mario Cordero.
Mit: Ludwig Brix, Christian Giese, Marcel Herrnsdorf, Katja Hiller, Jens Mondalski, Alina Strähler, musikalisch begleitet von Michael Brandt, Martin Fonfara, Christian Giese und Jens Mondalski.
Analoge Premiere am Grips Theater Berlin im Mai 2021
Dauer: 1 Stunde 28 Minuten

www.grips-theater.de

 

 

Im Stein

30. Juni 2021.Zum zweiten Mal gastiert die Oper Halle mit einer aufwändigen, multimedialen Musiktheater-Produktion im nachtkritikstream: Am 30. Juni, 18 Uhr, zeigen wir für 24 Stunden die digitale Uraufführung von Im Stein, einer Auftragsarbeit der Komponistin Sara Glojnarić nach dem gleichnamigen Roman und dem Libretto von Clemens Meyer. Regie führt Michael v. zur Mühlen, die musikalische Leitung hat Michael Wendeberg.

Reenactment des NSU-Prozess

25. August 2021.Das Kunstfest Weimar beginnt mit dem Projekt 438 Tage NSU-Prozess — Eine theatrale Spurensuche, einem 17-tägigen Reenactment des Münchener NSU-Prozesses mit zahlreichen prominenten Gästen aus Politik, Wissenschaft und Kunst. Am Mittwoch, den 25. August um 20:30 Uhr zeigen wir das erste Kapitel des Reenactments: "Anschlag Kneipe Sonnenschein" und am Donnerstag, den 26. August, 18 Uhr das zweite Kapitel: "Mord an Enver Şimşek" im nachtkritikstream. Beide Teile sind hier noch bis Freitag, den 27. August um 16 Uhr nachschaubar. Die übrigen Kapitel des Reenactments folgen täglich auf www.kunstfest-weimar.de

Mission: Freiheit

21. Juni 2021. In der Europäischen Union gehört die Freiheit der Kunst zu den zentralen Grundrechten. Freie schöpferische Gestaltung, die Verarbeitung von Erfahrungen, Erlebnissen und Standpunkten von Künstler:innen sind Grundpfeiler der gesellschaftlichen Verständigung. Allerdings ist diese Freiheit weltweit, auch in Staaten der EU, immer größeren Bedrohungen ausgesetzt. 

Die Jungfrau von Orleans

17. Juni 2021.In der Eröffnungsinszenierung der Internationalen Schillertage am Nationaltheater Mannheim setzt sich die polnische Regisseurin und Faustpreisträgerin Ewelina Marciniak mit Schillers "Die Jungfrau von Orleans" auseinander. Der Livestream von der Eröffnung der Schillertage beginnt im nachtkritikstream am Donnerstag, den 17. Juni 2021 um 19:30 Uhr.

Frenemies Forever? The Polytix of Friendship

11. Juni 2021. Wie funktionieren Freundschaften, wenn die Zeiten finster sind, die Internet-Verbindung mal wieder instabil, Selbstliebe not tut? Für Frenemies Forever? The Polytix of Friendship haben andcompany&Co. erstmals mit Jugendlichen aus vier Städten gearbeitet, Berlin, Düsseldorf, Tel Aviv und Jerusalem. In Youtube-Tutorials, Tiktok-Videos, Computerspielartigen Stadtbegehungen und viel weiteren Video-Schnipseln wird Feindschaft und Freundschaft zum Thema. Die Online-Premiere fand Ende April im Livestream statt als Koproduktion der andcompany&Co., dem Theater an der Parkaue Berlin und dem FFT Düsseldorf. Wir zeigen im Nachtkritkstream eine Aufzeichnung, und zwar vom 11.6., 18 Uhr, bis 12.6., 18 Uhr.