Der Gegenort und sein Kopf

In einem von zwei Texten einer Feuilleton-Doppelseite feiert Peter Michalzik in der Frankfurter Rundschau (26.11.2010) das Kölner Theater und seine Intendantin Karin Beier.

Flächenbrand in zersplitternder Gesellschaft

17. November 2010. Auf Welt-online schreibt heute Stefan Keim überblickshaft über den "Flächenbrand", der zurzeit die deutsche Theaterlandschaft zerstört. Wo viele Städte mit "radikalen Sparlisten" der drohenden Überschuldung entgegenzuwirken trachten, treffe es die "freiwillige Leistung" Kultur besonders hart. Dabei verstehe sich fast jedes Theater inzwischen "als demokratisches Forum, in dem sich Bürgergruppen begegnen, die sonst keinen Kontakt zu einander finden". Das gebe einer "zersplitternden Gesellschaft" immerhin "die Möglichkeit einer Zusammenkunft".

Gespart wird, wo man es sieht

11. November 2010. "Der Kulturkampf" ist das Dossier von Konstantin Richter in der Zeit (11.11.2010) übertitelt. Untertitel: "Müssen Städte wie Flensburg ein Opernhaus haben? Die Schlacht um die Subventionen hat begonnen." Richter erzählt von Peter Grisebach, dem neuen Intendanten am Landestheater Schleswig-Holstein und der dortigen "Nabucco"-Inszenierung: "Der Generalintendant sagt, der Gefangenenchor sei in Flensburg 'fast ein Fanal' geworden. Er sieht durchaus eine Parallele zwischen den unterdrückten Juden in Nabucco und dem Landestheater Schleswig-Holstein, das ja ebenfalls bedroht ist. In beiden Fällen, sagt er, gehe es um Freiheit und kulturelle Identifikation."

Gesunde Entwicklung in der vermeintlichen Metastase

10. November 2010. Nach dem Leipzig-Schwerpunkt auf nachtkritik.de, wo Tobias Prüwer und Stefan Kanis sich der Art und Weise widmeten, auf die am Centraltheater und in der Skala unter Sebastian Hartmann Theater gemacht wird, greift nun auch Till Briegleb in der Süddeutschen Zeitung das Phänomen Hartmann auf. Und begibt sich, den medialen, "teilweise mit Hass gewürzten Abgesang in den Ohren", auf Spurensuche: "In dem pseudoklassizistischen Bau mit seinem unscheinbaren Seiteneingang geht es zu wie in einem ganz normalen Stadttheater im Zeitalter dramaturgischer Gesamtkonzepte. Die Programmhefte sind, obwohl sie nicht aussehen wie anständig aufgemachte Lehrmittel, dem Dienst am Zuschauer gewidmet – und das Publikum zeigt sich in einer gesunden Altersmischung von Kostüm mit Brosche bis zu Sweater mit Piercing."

Jenseits des Sündenstolzes

4. November 2010. In der Süddeutschen Zeitung (4.11.2010) untersucht Martin Krumbholz die Gründe für den Skandal, den die Düsseldorfer Inszenierung von Elfriede Jelineks Rechnitz (Der Würgeengel) ausgelöst hat.

Unwiderstehlich und sexy

3./4. November 2010. Völlig aus dem Häuschen ist Regisseur Volker Lösch angesichts der Stuttgart 21-Protest-Erfolge. In der Frankfurter Rundschau verklärt er die Demonstrationen zur großen theatralen Aufführung:

Peinliche Kürbissuppe

29. Oktober 2010. Sehr zufrieden zeigen sich Till Briegleb in der Süddeutschen Zeitung (29.10.2010) und Volker Corsten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (29.10.2010) mit der weitgehenden Rücknahme der Kürzungsbeschlüsse, mittels derer der Hamburger Senat die städtische Kulturlandschaft zu ruinieren gedroht hatte.

Alles richtig gemacht?

Hamburg, 18. Oktober 2010. Friedrich Schirmer, zurückgetretener Intendant des Deutschen Schauspielhauses Hamburg hat dem Spiegel ein Interview gegeben. Schirmer findet, er habe das Schiff Schauspielhaus "ordnungsgemäß" der "Mannschaft übergeben", auch wenn er seinen Rücktritt "zu wenig erklärt" habe. Dass Intendanten zurückträten, sei gerade am Schauspielhaus schon häufiger vorgekommen.

Weckruf

13. Oktober 2010. Eine Inszenierung des Elfriede Jelinek-Stückes Rechnitz (Der Würgeengel) am Düsseldorfer Schauspielhaus hat Publikumsproteste ausgelöst.