Das Prinzip Berlusconi

Berlin, 27. Oktober 2009. Veline, so nennt man in Italien die strahlenden Mädchen, die die Fernsehprogramme des Berlusconianischen Mediaset-Imperiums bevölkern. Sie geben sitzend oder kniend den hübschen Rahmen der berühmten Comedy-Sendung Striscia la notizia ab, sie reichen dem Talkmaster die Karteikarten oder ziehen bei Gewinnsendungen das Los aus der Trommel. In den allermeisten Fällen bleiben sie stumm, tanzen viel und lächeln immer, haben lange Haare und sind ziemlich leicht oder zumindest enganliegend bekleidet. Übrigens findet sich diese allgegenwärtige erotische Zier auch schon im Vorabendprogramm.

Experiment gelungen!

von Annegret Hahn

Halle, 12. Oktober 2009. Waren in der letzten Woche wirklich alle verblüfft, als die Spieler der Inszenierung ULTRAS über ihre Website "Saalefront.de" bekannt gaben, die Inszenierung nach dem Ende der ersten Staffel nicht weiter spielen zu wollen? Wie ist es dazu gekommen?

Ein Hartz-IV-Stipendium ist kein Ehevertrag

von Elena Philipp

Berlin, 12. Oktober 2009. Was ist nachhaltiger: Auf einem sinkenden Tanker anzuheuern oder eine Ehe einzugehen? Die Antwort "Ehe" liegt näher, und so war beim Symposium "Schleudergang Neue Dramatik" viel von Beziehungs-anbahnung zwischen AutorInnen, DramaturgInnen und RegisseurInnen die Rede: Einen "Flirtraum" wolle man schaffen, langfristige Arbeitsbeziehungen stiften, Ehen schließen.

Nichts ist älter als die Uraufführung von gestern Abend

von Moritz Rinke

Berlin, 10. Oktober 2009. Mein Vater ist Goldschmied und sitzt Ewigkeiten hinter seinem Werktisch mitten im Moor und modelliert. Die Fingerkuppen streichen über das blaue Wachs, Formen entstehen, werden oft zusammengedrückt und wieder auf's Neue ausprobiert – und im Licht der Lampe besehen, sieht man sogar im Wachs die Oberfläche seiner Fingerkuppen.