Platz 2: Johann Wolfgang Goethe

Berlin, 30. Dezember 2015. Keine Sorge, liebe Deutschlehrer*innen. Goethe ist schon noch die Nummer 1. Jedenfalls mit seinem Faust. Er führt in den weiten Theaterlanden (laut Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins). Und auch auf nachtkritik.de steht des Drama des Teufelspaktierers oben. Mit vier Besprechungen (aus Düsseldorf, aus Konstanz, aus Naumburg, aus dem Berliner Ensemble). Rekord für ein einzelnes Drama.

Mit seinem Gesamtwerk aber, also mit allen Besprechungen und der Summe ihrer Textzugriffe, muss sich der Autor Goethe in den Top-5-Klassiker-Charts 2015 (*Anm.) einem anderen geschlagen geben. Und wer immer fleißig die Werkstatistiken des Deutschen Bühnenvereins studiert, ahnt auch schon, wer das wohl ist.

YouTuber Michael Sommer erzählt für alle, die im Deutschunterricht den Gründgens-Film verschlafen haben (oder vielleicht doch die Textlektüre?), wie der griesgrämige Magister sämtlicher Künste Dr. Faustus von einem wandlungsfähigen Pudel eine kleine Jungbrunnen-Tour kriegt und hernach noch einmal zum echten Hecht avanciert.

 

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(*Anm.) Wer gilt in der Auszählung als Klassiker? Goethe, Schiller, Shakespeare? Oder doch lieber Marx, Engels, Lenin? "Ich beobachte, dass ich anfange, ein Klassiker zu werden", schrieb Bertolt Brecht bereits mit 22 Jahren. Brecht ist – wie so oft – der Gradmesser! Im Geiste einer großen Debatte dieses Jahres zählen für die Klassiker-Charts des Jahres 2015 all jene, deren Urheberrecht schon abgelaufen ist. Also Brecht nicht. Aber beinahe alle vor ihm schon.

 

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