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Presseschau vom 29. Juni 2018 – In der Süddeutschen Zeitung spricht Frank Castorf über Frauen in der Regie und auf der Bühne und über die Zukunft der Berliner Volksbühne

"Das ist mir zu wenig Kunst"

29. Juni 2018. In der Süddeutschen Zeitung erklärt Frank Castorf im Interview mit Christine Dössel, warum während seiner langen Volksbühnenintendanz so wenig Frauen inszeniert haben. "Wir haben eine Frauen-Fußballweltmeisterschaft und eine Männer-Fußballweltmeisterschaft, und in der Qualität des Spiels unterscheidet sich das schon sehr." Regieführende Frauen müssten "dieselbe Qualität haben" wie Regisseure: "Ich war ein großer Verehrer von Pina Bausch, oft kopiert, nie ist einer rangekommen. Nicht jeder, der ein Diplom in Theaterwissenschaft hat, ist dafür prädestiniert, Kunst ausüben zu dürfen und andere Menschen damit zu belästigen. Oder sich schlau hinzustellen und zu sagen: Dieses Stück von Shakespeare geht heute aber gar nicht mehr. Wenn eine Frau besser ist, habe ich nichts dagegen. Nur habe ich so viele nicht erlebt."

Presseschau vom 14. Juni 2018 – In der Stuttgarter Zeitung spricht Volksbühnen-Interimsintendant Klaus Dörr über das zukünftige Programm

Kein Castorf-Klon-Theater

14. Juni 2018. In der Stuttgarter Zeitung spricht Klaus Dörr, Interims-Intendant der Berliner Volksbühne, im Interview mit Roland Müller über das zukünftige Programm des Hauses, das er bis 2020 verantworten wird. Zunächst werde es noch von den Verabredungen Chris Dercons und Marietta Piekenbrocks geprägt sein: Gastpiele während "Tanz im August", danach eine Uraufführung von Anne Teresa De Keersmaeker.

Presseschau vom 7. Juni 2018 – Im Tagblatt greift Milo Rau den St. Galler Stadtpräsidenten an

Dieser Preis ist heiß

7. Juni 2018. Die Vergabe des "St. Galler Kulturpreis" führt zu Streit in der Ostschweiz. Mitten drin: der Regisseur Milo Rau. Die Kulturkommission der Stadt schlug ihn als Preisträger der alle vier Jahre vergebenen Auszeichnung vor. Aber der Stadtrat folgte der Empfehlung nicht und ehrte stattdessen den Kunstgießer Felix Lehner.

Presseschau vom 31. Mai 2018 – Die taz berichtet über einen Blackfacing-Fall am Theater Bremen

Die Zeichen sind nicht frei

31. Mai 2018. In Michael Talkes Strawinsky-Operninszenierung "The Rake's Progress" am Theater Bremen wird Blackfacing eingesetzt. Auf Kritik an dem rassistisch konnotierten Stilmittel sagte der Bremer Generalintendant Michael Börgerding, das Blackfacing sei mit allen Beteiligten, "insbesondere natürlich mit dem Sänger selbst", besprochen und für unproblematisch befunden worden.

Presseschau vom 5. Mai 2018 – Im Tagesspiegel fordert Eberhard Spreng eine Neubewertung der Berliner Theaterlandschaft

Zuwenig Welttheater

5. Mai 2018. "Wie steht es heute um Profile, Ziele und Aufgaben der Berliner Theater?" fragt Eberhard Spreng im Tagesspiegel und bemängelt zuwenig Engagement der Berliner Festspiele fürs Theater der Hauptstadt: Das Haus der Festspiele, derzeit während des Theatertreffens Herz des deutschsprachigen Theaterbetriebs, stehe nach der Abschaffung der internationalen Festivals Foreign Affairs und Spielzeit Europa übers Jahr zu oft leer.

Presseschau vom 4. Mai 2018 – Bernd Stegemann schreibt in der FAZ wie Identitätspolitik und Moralismus an der performativen Freiheit des Theaters nagen

Wie frei ist das Theater noch?

4. Mai 2018. "Fundamentalismus erlebt gerade seine Wiederauferstehung in aufgeklärten Gesellschaften, und ist dabei, als Moralismus bis in kleinste Verästelungen vorzudringen", holt Bernd Stegemann in der FAZ weit aus. Im Theater wiederum seien derzeit gerade die Darstellungen auf dem Feld der Identitär moralisch verdächtig. Und anhand beiden erklärt Bernd Stegemann in dem Text, warum damit eine freie Theaterarbeit unmöglich wird. Wir fassen zusammen.

Presseschau vom 25. April 2018 - In der taz bricht Astrid Kaminski eine Lanze für Berlins Tanzszene und ihre Einbindung in die Volksbühne

Tanz als Trumpf

Berlin, 25. April 2018. "Berlin ist derzeit ein Mekka zeitgenössischen Tanzes. Der ist jedoch, auch aufgrund fehlender Präsentationsorte, heterogen und dezentral organisiert. Die Potenziale der Szene zu filtern und eine Einbindung zu suchen wäre so spannend wie anspruchsvoll." Mit diesen Worten bricht Astrid Kaminski in der taz (20.4.2018) eine Lanze für den Versuch, die Berliner Tanzszene institutionell aufzuwerten. Sie wendet sich damit vor allem gegen die Ansicht, Tanz sei "Synonym für den Niedergang der Volksbühne unter Chris Dercon". Die Dercon-Volksbühne hatte die Einbindung des Tanzes in das Theater programmatisch betrieben.

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