Schöner Schein, der eine Welt bedeutet

11. September 2020. Ein Blick – und die erste Botschaft ist überbracht: Kostüme orientieren in Sekundenschnelle über den gedanklichen Ort, an dem eine Inszenierung angesidelt ist. Kleider machen Leute und erst recht machen sie Figuren: ein Faust in schwarzer Bomberjacke und mit Granny-Brille erzählt etwas anderes als ein Faust in Lederhose und schwarzem Mantel. Wenn sie über die Wirkung einer Inszenierung so deutlich mitentscheiden – warum sind die Namen derer, die das Kostümbild gestaltet haben, nicht so bekannt wie die der Regisseur*innen? Im Theaterpodcast #28 zur Frage, warum das so ist und was ein gelungenes Kostüm im Theater bedeutet. Und wie wirken sich die Corona-Regeln auf die Arbeit der Kostümbildner*innen aus?

Theaterpodcast 28 Grebe EinMeterFuenfzig 1 560 SebastianHoppe uRainald Grebes "Einmeterfünfzig" am Staatsschauspiel Dresden © Sebastian Hoppe

Zu Gast sind im Theaterpodcast #28 die "Kostümbildnerin des Jahres" Victoria Behr, die mit "Amphitryon" zum fünften Mal für das Kostümbild einer Herbert Fritsch-Inszenierung ausgezeichnet worden ist, und der Liedermacher, Kabarettist und Puppenspieler Rainald Grebe, der gerade in Dresden an einer Theaterphantasie über den richtigen Abstand probt. Mit Susanne Burkhardt und Elena Philipp sprechen die beiden über knallbunte, vom Barock inspirierte Kostüme, die Kunst, einen Abend mit Äußerlichkeiten zu prägen, und die Spiellust, die ein störendes Outfit freisetzen kann. Außerdem geht es, coronagerecht, um Ozonschränke, in denen Kostüme entkeimen, um Maskenbildner*innen in Schutzanzügen und um Theaterschaffende, die ihren Job aufgeben müssen. Victoria Behr hat fünf Monate ohne Arbeit hinter sich. Rainald Grebe lebt von seinen Rücklagen – aber er ist, anders als sein Tontechniker, noch nicht ins Pizza-Geschäft gewechselt. Gedanken macht er sich dennoch über die Sinnhaftigkeit von Kunst, die derzeit auch offen in Frage gestellt wird. 

 

Alle bislang erschienenen Folgen des Theaterpodcasts finden sich hier.

 
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