Verteilungskampf in Sachsen

Sachsen, 17. Juni 2010. Der Verteilungskampf wird auch in Sachsen härter: Nachdem die sächsische Staatsregierung das Land 1994 in acht Kulturräume aufteilte und über sie die regionale Kultur förderte, setzt sie nun das zukunftssichernde System mit einer Umverteilung aufs Spiel. Wie der die Staatsregierung und den Landtag beratende Sächsische Kultursenat meldet, ist vorgesehen, "von den 86,7 Millionen Euro Landeszuweisungen an die Kulturräume in Sachsen (...) bis zu 7 Millionen Euro für die Finanzierung der bisher vom Freistaat direkt getragenen Landesbühnen Sachsen zu reservieren." Die Landesbühnen sind als eine Art Staatstheater beim Land angesiedelt und sollen für die Tourneeversorgung jener Gegenden sorgen, die keine eigenen Ensembles besitzen.

Dieses Geld fehle nun den über die Kulturräume organisierten Theatern, bemerkt der Kultursenat und kritisert, "dass das Kulturraumgesetz als Hilfsinstrument für die Abwälzung von Landesaufgaben missbraucht wird". Protest kam sogleich von einigen sächsischen Theatern. So erklärt Volker Arnold, Geschäftsführer des Theaters Plauen-Zwickau, dass mit der "Absenkung der Kulturraummittel durch die anteilige Finanzierung der Landesbühnen Sachsen" für sein Theater eine ernste Gefahr des Fortbestehens einzelner Sparten" bedeute, zumal die Gefahr bestehe, dass die kommunalen Geldgeber nachzögen.

Pikant an der Angelegenheit ist, dass im Gegensatz zu den Landesbühnen an fast allen sächsischen Theatern längst Haustarifverträge gelten. Sie finanzieren mit der Umlage die vollen Gagen ihrer Kollegen mit.

(geka)

 

 
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