Offener Brief von 400asa

Zürich 19. November 2008.

 

Sehr geehrte Festivalleitung, sehr geehrte Jury, liebe Bundeszentrale für politische Bildung,

400asa schliesst sich der holländischen Gruppe "Hotel Modern" an und möchte sich aus dem Wettbewerb des Festivals ausschliessen. Der Grund dafür ist die Setzung der Preisverleihung. In dem Programmheft steht, dass "die beste" Produktion des Festivals ausgezeichnet wird. Wir meinen, dass sich diese durch das Adjektiv "die beste" vollzogene Kategorisierung für freies politisches Theater nicht eignet. Wir zweifeln keineswegs die Unabhängigkeit und Kompetenz der Jury an, im Gegenteil, wir wissen, dass es sich bei den Mitgliedern der Jury um sehr kompetente Experten handelt. Dies lässt aber die grundsätzliche Setzung nicht verschwinden.

Welche Darstellung braucht die Macht?

von Sandra Nuy

13. November 2008. "Wir wissen eigentlich nicht, was Politik ist, aber wir sehen, dass sie sich ereignet", schrieb einmal der britische Politologe William J.M. MacKenzie. Was wir dabei zu sehen bekommen, wenn Politik sich ereignet, folgt Darstellungsmustern, die sich als Inszenierung beschreiben lassen. Dies ist nun keineswegs ein neues Phänomen, sondern tritt ein, wann immer es eine Öffentlichkeit gibt, die es zu überzeugen gilt.

"Ich bin kein Siegelwahrer"

von Christian Rakow

Bochum, 5. November 2008. Das Treffen findet im Malersaal des Bochumer Schauspielhauses statt. Zwischen halbfertigen Requisiten tritt Elmar Goerden hervor, in unfitted Jeans und weißem T-Shirt, die Hände sind noch mit Farbe befleckt. Sein Lächeln ist entspannt: "Wenn es die Zeit erlaubt, bin ich gern hier und arbeite an meinen Bildern." Eines sehen wir uns an. "transport of summer/verpackungsplan", eine Ferienerinnerung an Italien, 2 mal 3 Meter groß, in flächigem Weiß, durch das an manchen Stellen der rote Grund hervorbricht. "Ich arbeite auf Holz, weil es grob ist. Ich brauche beim Malen einen Widerstand." Es sind abstrakte, expressive Künstler, mit denen er sich auseinandersetzt: Cy Twombly, Mark Rothko oder Anselm Kiefer. Wir wechseln in einen kleinen Aufenthaltsraum. Nein, "nachtkritik" habe er selbst noch nicht besucht. "Aber unsere jüngeren Schauspieler lesen sie viel und erzählen davon."

Die Bewegtheit der Bilder

von Katrin Bettina Müller

Berlin, November 2008. Irgendetwas bewegt sich immer. Noch bevor man dahinter kommt, was da gerade im Bild geschieht, weiß man, dass es ein flüchtiger Moment war. Das Theater steht nie still und darin ist es dem Leben sehr ähnlich. Das in fast allen seinen Bildern zu vermitteln, ist eine besondere Stärke des Theaterfotografen Thomas Aurin.