Offener Brief des Berliner Theaters an der Parkaue zur Schließung des Thalia Theaters Halle
Künstlerische Innovation und kulturelle Bildung unerwünscht
Dieser Beitrag ist Teil des nachtkriktik.de-Archivs. Er entspricht Layout und technischem Stand vor November 2021.
Wichtig ist es uns, auf den skandalösen Umstand hinzuweisen, dass ein Theater mit hervorragenden Inszenierungen und Projekten, die eine hohe Strahlkraft in die Stadt und in die Region hinein haben, dem Sparzwang zum Opfer fallen soll. Dass es die Kinder- und Jugendsparte trifft, ist nicht nachvollziehbar vor dem Hintergrund der landauf, landab geführten Debatte zur kulturellen Bildung.
Das Thalia Theater hat in den letzten Jahren herausragende Akzente in der Theaterlandschaft gesetzt und einen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung und ästhetischen Öffnung des Kinder- und Jugendtheaters geleistet.
Die Mitarbeiter des THEATER AN DER PARKAUE stellen sich nachdrücklich hinter das Thalia Theater und seine Belegschaft, nicht zuletzt, weil sowohl Kay Wuschek, Intendant des THEATER AN DER PARKAUE als auch Sascha Bunge, Oberspielleiter des THEATER AN DER PARKAUE mehrere Jahre am Thalia Theater gearbeitet haben und das Haus, seine Intendantin und die künstlerische Arbeit sehr schätzen.
Gerade aus der Kenntnis der Arbeit des Thalia Theaters Halle heraus, sind die kulturpolitischen Entscheidungen in der Saale-Stadt unbedingt zu überdenken. Dazu möchten wir alle Entscheidungsträger ermutigen. Die Schließung eines Kinder- und Jugendtheaters in der Mitte Deutschlands produziert fatale Nachahmung. Die Schließung des Thalia Theaters Halle zeigt, dass künstlerische Innovation und kulturelle Bildung in Sachsen-Anhalt nicht erwünscht sind.
Kay Wuschek, Sascha Bunge
Intendant, Oberspielleiter und Stellvertretender Intendant
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