altKein Rettungsschirm

31. Januar 2012. Das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin muss erneut die Insolvenz fürchten. Das melden verschiedene Medien, unter anderem der Norddeutsche Rundfunk auf seiner Internetseite. Aktuell fehlen im Entwurf des Wirtschaftsplanes für 2012 rund 1,4 Millionen Euro. Ohne Hilfe wäre die norddeutsche Bühne damit im August nicht mehr zahlungsfähig.

Eigentlich hatte die Stadt einen Rettungsschirm über seine Vorzeigebühne spannen wollen (wir meldeten). Doch wie nun die Norddeutschen Neuesten Nachrichten schreiben, fand sich gestern für die per Dringlichkeitsantrag eingebrachte Beschlussvorlage zur Theaterrettung in der Stadtvertretung keine Mehrheit. Stattdessen wollen, so das Blatt, die Kommunalpolitiker das Thema noch in den Fachausschüssen diskutieren.

Selbst wenn die Stadtverwaltung unter Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow ihren Rettungsvorschlag durchgebracht hätte, in dieser Spielzeit hätte das Mecklenburgische Staatstheater mindestens 200 000 Euro einsparen müssen. Bereits das bislang beschlossene Sanierungskonzept sehe, so die Nordeutsche Neuesten Nachrichten, Kündigungen bei der Staatskapelle, eine Herabstufung des Orchesters (mit Gagenkürzung für die Orchestermusiker als Konsequenz), Verkleinerung des Honorartopfes für Gastengagements um eine halbe Million Euro sowie die Schließung der seit 84 Jahren bestehenden niederdeutschen Fritz-Reuter-Bühne vor. Bereits diese Sparvorschläge hatten Ende November 2011 u.a. zu Protesten der Bühnengenossenschaft geführt (nachtkritik.de berichtete).

(nrd / Norddeutsche Neueste Nachrichten / sle)

 

Die von der Schließung bedrohte traditionsreiche Fritz-Reuter-Bühne des Staatstheaters Schwerin brachte erst gerade eine niederdeutsche Version von Karl Schönherrs Alpendrama "Weibsteufel" heraus: Dat Düwelswiew. Herbert Fritschs Inszenierung Der Biberpelz wurde 2011 zum Theatertreffen eingeladen.

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