medienschau
Unsere auswahl ist subjektiv
Presseschau vom 17. November 2015 – Kuratorin Stefanie Wenner diskutiert Nutzen und Freiheit der Kunst im Interview mit der Berliner Zeitung
Theater für die Bundeskanzlerin?
Berlin, 17. November 2015. Stefanie Wenner organisiert den am Donnerstag, den 19. November 2015, an den Berliner Sophiensaelen beginnenden Veranstaltungsmarathon "Really Useful Theater“, den sie selbst "eine utopische Arena der widerstreitenden Manifeste" nennt. Im Gespräch mit Ulrich Seidler von der Berliner Zeitung (17.11.2015) umreißt die Kuratorin die Leitfrage ihres Programms, "wie nützlich Theater ist oder sein soll, und inwiefern diese Nützlichkeit widerstreitet mit der Forderung nach der Freiheit der Kunst."
Presseschau vom 16. November 2015 – Lyn Gardner argumentiert auf dem Guardian-Blog für Anonymität im Dramatiker-Betrieb
Nicht nur auf den Namen daher reiten
16. November 2015. Morgen wird der mit 16.000 Pfund dotierte britische Dramatikerpreis Bruntwood prize for playwriting verliehen. Für den Preis kommen nur anonymisierte Einsendungen infrage. Dieses Procedere nimmt sich Lyn Gardner in ihrem Guardian-Theaterblog zum Anlass, über den Vorteil der Anonymisierung im Dramatiker-Betrieb generell nachzudenken.
Presseschau vom 15. November 2015 – Der Tagesspiegel über die Unterfinanzierung des Grips Theaters und des ganzen Berliner Kinder- und Jugendtheaterbereichs
Man baut das Dach nicht vor dem Fundament
Berlin, 15. November 2015. Kultur-Ressortleiter Rüdiger Schaper weist im Tagesspiegel (online 13.11.2015) noch einmal auf die strukturelle Unterfinanzierung des Berliner Grips Theaters hin und auf eine damit verbundene Ungerechtigkeit im Berliner Kulturhaushalt. Während Oper, Stadttheater und freie Szene künftig deutlich mehr Geld erhalten, sollten die Kinder- und Jugendtheater der Stadt gemäß einem ersten Haushaltsentwurf auf bisherigem Stand gehalten werden. In einer Nachbesserung seien dem Grips Theater nun 50.000 Euro mehr in Aussicht gestellt.
Presseschau vom 15. November 2015 – Satiriker und Journalist Jan Böhmermann stellt sich auf seiner Facebook-Seite hundert Fragen nach den Terroranschlägen von Paris
Warum bin ich Paris, obwohl ich auch Beirut sein sollte?
15. November 2015. Satiriker und Journalist Jan Böhmermann stellt sich auf seiner Facebook-Seite 100 Fragen im Anschluss an die Anschläge in Paris am Freitag, den 13. November 2015. Es sind sowohl widersprüchliche wie suggestive, zweifelnde und nachdenkliche Fragen rund um die andauernde Kontroverse um die europäische Sicherheitspolitik, die Flüchtlingspolitik, den Terrorismus, die erstarkenden nationalistischen Bewegungen und die Wertekultur in Europa. Rund 43.000 Reaktionen hat sein Beitrag binnen zehn Stunden erhalten (Stand: 11:30 Uhr, 15.11.2015). Hier eine Auswahl der Fragen im Direktzitat:
Presseschau vom 7. November 2015 – Die Neue Zürcher Zeitung denkt über das schwierige Verhältnis zwischen Theater und Religion nach
Zeitgenössische Gestalt des Geistes
7. November 2015. In einem Essay in der Neuen Zürcher Zeitung (6.11.2015) denkt Dirk Pilz über den Zusammenhang von Religion und Theater nach.
Presseschau vom 3. November 2015 – Die Süddeutsche Zeitung wirft einen Blick auf die Theaterszene der Ukraine
"Um kreativ zu sein, muss ich gerührt sein"
3. November 2015. Auf einem Treffen von ukrainischen Stipendiat*innen der European Theatre Convention in Leipzig ließ sich Tim Neshitov für die Süddeutsche Zeitung (2.11.2015) über die Theaterszene der Ukraine informieren: "Große Häuser in der Ukraine sind klassikfixiert", sei in den Gesprächen herausgekommen. "Shakespeare und Tschechow bringen zuverlässig Geld und verlangen keine Tantiemen. Alles andere ist Abenteuer." Um Gegenwartsautor*innen herauszubringen, fehle mithin oft die Risikobereitschaft.
Presseschau vom 2. November 2015 – Die "Welt am Sonntag" würdigt den Kritiker Gerhard Stadelmaier zum Eintritt in die Rente
Der letzte Wackere der Widerspruchskunst
2. November 2015. Die Theaterkritik ist in der Krise, ruft Jan Küveler in der Welt am Sonntag (1.11.2015) aus, denn: "Ihr begnadetster Vertreter, Gerhard Stadelmaier, hat sich heimlich, still und leise in die Rente verabschiedet, angeblich schon im September." Küveler weiß zu berichten: "Es soll in der Frankfurter Hellerhofstraße einen Abschied gegeben haben, kein Herausgeber hat ihn besucht. Auch in der Zeitung ist nichts erschienen, keine Notiz, nicht die Rede, mit der sich der Kritiker in seinem allerletzten Text für die Zeitung mutmaßlich selbst kritisiert hat, im Ernst, zum Spaß, wie immer."
Presseschau vom 26. Oktober 2015 – Im Spiegel-Interview inszeniert Claus Peymann den Triumph der Künstlers über die Politik
Und dann tröstet ihn ein Wiener Schnitzel
26. Oktober 2015. Famos wie eh und je schlägt sich (und alle anderen) Claus Peymann im jüngsten Interview mit dem Spiegel (24.10.2015), vertreten durch die Redakteure Britta Stuff und Volker Weidermann. Es geht um die Theatralität der Politik, angefangen mit Angela Merkel als Goldoni-Figur, die in der Flüchtlingsfrage völlig überraschend improvisiere. Man kann es nicht zusammenfassen, lediglich ein Best of Peymann bieten:
Presseschau vom 24. Oktober 2015 – Das Theater Freiburg soll Sozialbeiträge nachzahlen: ein Menetekel für alle Bühnen?
"Das kann Folgen für alle Theater haben"
24. Oktober 2015. Joachim Röderer meldet in der Badischen Zeitung (24.10.2015), dass das Theater Freiburg einer Nachzahlung in Höhe von 538.000 Euro nicht abgeführter Sozialbeiträge an die Rentenversicherung nachkommen soll. Die Forderung sei Ergebnis zweier Betriebsprüfungen, wobei es im einen Fall um eine offenbar unstrittige Summe von 138.000 Euro geht.
Presseschau vom 23. Oktober 2015 – Berlins SPD-Kulturpolitiker Tim Renner und Thorsten Schäfer-Gümbel legen im Tagesspiegel ihr Mission Statement vor
Mehr Freie Szene!
23. Oktober 2015. "Kultur für alle" hieß seit Hilmar Hoffmann der sozialdemokratische Schlachtruf in der Kulturpolitik. Da sei man aber noch nicht angekommen, befinden die SPD-Politiker Tim Renner (Berlins Kulturstaatssekretär) und Thorsten Schäfer-Gümbel (Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie) im Tagesspiegel (23.10.2015): "Öffentlich geförderte Kulturangebote werden nur von rund der Hälfte der Bevölkerung wahrgenommen."
Presseschau vom 22. Oktober 2015 – Kritiker Martin Eich geißelt im "Freitag" das zeitgenössische Theater
Die Leer-Meister des Theaters
22. Oktober 2015. Seinen Ausblick auf die kommende Spielzeit nutzt Martin Eich im Freitag (online 21.10.2015) für einen Rundumschlag gegen das zeitgenössische Theater. Zunächst gibt es ein paar Volten gegen die "Untoten des deutschen Theaters", namentlich "Frank Castorf (64, gefühlt älter) und Claus Peymann (78)" sowie "Günther Beelitz (76)".
Presseschau vom 22. Oktober 2015 – Hamburgs Theaterleiter Joachim Lux und Karin Beier im Interview zu Flüchtlingsinitiativen an ihren Häusern
Im Zustand der Überforderung
Hamburg, 22. Oktober 2015. Im Hamburger Abendblatt sprechen die beiden Hamburger Theaterleiter Joachim Lux (Thalia Theater) und Karin Beier (Deutsches Schauspielhaus) über die Flüchtlingsinitiativen an ihren Häusern, wobei es ihnen sichtlich darum geht, den künstlerischen Anspruch auf Widerständigkeit und Widersprüchlichkeit im politischen Engagement zu behaupten.
Presseschau vom 21. Oktober 2015 – Frank Castorf im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten und mit der Stuttgarter Zeitung über totalitäre Kunst, Bert Neumann und die Nach-Volksbühnen-Zeit
"Dazu bin ich zu asozial"
21. Oktober 2015. Anlässlich von Frank Castorfs am 22. Oktober stattfindender Premiere am Schauspiel Stuttgart hat Nicole Golombek von den Stuttgarter Nachrichten (19.10.2015) mit dem Chef der Berliner Volksbühne gesprochen – über große russische Literatur, sein Intendanz-Ende am Rosa-Luxemburg-Platz und die Hoffnung, die Vegard Vinges 24-Stunden-Theater bedeutet.
Presseschau vom 18. Oktober 2015 – Der Trier Volksfreund analysiert die Skandale zum Intendanzauftakt von Karl M. Sibelius am Theater Trier
Als der Skandal das Mosetal erreichte...
18. Oktober 2015. Farbbeutelexzesse, Interaktionstheater, schräge und dissonante Opernkost – eine Aufbruchsstimmung verspürt Frank Jöricke vom Trierer Volksfreund (15.10.2015) beim Intendanzauftakt von Karl M. Sibelius am Theater Trier. Allerdings scheint es ihm ein Aufbruch zu sein, dessen Wind aus den 1960er Jahren herüberweht, aus der Zeit, da sich das Theater von Hans Neuenfels, Peter Zadek oder Claus Peymann mit gezielten Provokationen in der Aufmerksamkeitsschlacht mit dem Massenmedium Film zu behaupten suchte.
Presseschau vom 16. Oktober 2015 – Die Süddeutsche Zeitung unterscheidet zwischen guten und schlechten Kunstprojekten, die sich mit Flucht und Flüchtenden auseinandersetzen
Kein Freifahrschein für kitschige Opfer-Pietas
16. Oktober 2015. In der Süddeutschen Zeitung untersucht Jörg Heiser das Phänomen des Helfersyndroms unter Künstlern mit durchaus egoistischen Interessen: "Da draußen gibt es in nennenswertem Umfang Leute, die gebildet sind, künstlerisch tätig, sich für sozial engagiert und mitfühlend halten – und nicht fragen, wie sie helfen können, sondern mitteilen, dass man ihnen die Gelegenheit geben soll, sich beim 'Helfen' gut zu fühlen." Das sei kein Einzelfall, obwohl Heiser dann vor allem gelungene Beispiele aufführt: das von Künstlern entwickelte Refugees Phrasebook, den Berliner Refugee Club Impulse, "der Theaterprojekte verwirklicht" bis zum Augsburger Grandhotel Cosmopolis, "wo Asylsuchende und Hotelgäste sich auf Augenhöhe begegnen".
Presseschau vom 15. Oktober 2015 – In der FAZ sieht Lukas Bärfuss die Schweiz "auf dem falschen, rechten Weg"
Reiche Extremisten an der Macht
15. Oktober 2015. "Das Land ist auf dem falschen, rechten Weg. Mit der Kultur geht es bergab und mit den Medien auch", schreibt Lukas Bärfuss in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) über seine Heimat, die Schweiz. Die nationale Rechte lasse "die Bären tanzen, wo und wann sie will". "Was die Schweiz von Ländern wie Frankreich und Österreich unterscheidet, sind die 3,6 Milliarden Privatvermögen, über die der Extremismus hierzulande verfügt."
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