medienschau
Unsere auswahl ist subjektiv
Presseschau vom 28. Juni bis 31. Juli 2020 – In den Badischen Neuesten Nachrichten üben ehemalige Mitarbeiter*innen des Badischen Staatstheaters harte Kritik am Intendanten
"Klima der Angst"
28. Juni 2020. Mehrere ehemalige Mitarbeiter*innen der Opernsparte des Badischen Staatstheaters Karlsruhe üben in den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) harte Kritik am Führungsstil des Generalintendanten Peter Spuhler.
Presseschau vom 10. Juni 2020 – Die FAZ zur Diskussion um die Zukunft der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main
Bühne wechsel dich
Frankfurt am Main, 10. Juni 2020. In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fasst Matthias Alexander unter dem Titel "Neue Nachbarn im Bankenviertel" mögliche Szenarien zur Zukunft der Städtischen Bühnen in Frankfurt zusammen (FAZ+). Der avisierte Neubau der Doppelanlage von Oper und Schauspielhaus sei ein Projekt, dessen Kosten sich unter Berücksichtigung von "Baukostensteigerungen, Aufwendungen für Interimsbühnen und Risikopuffer" auf "800 bis 900 Millionen Euro" beliefen. Entsprechend seien "schon bei Bekanntgabe der weithin als schockierend empfundenen Zahlen im Juni 2017" unter "Zynikern" Wetten darüber abgeschlossen worden, "dass die Städtischen Bühnen noch in fünfzehn Jahren genauso dastehen und genutzt werden wie in den vorangegangenen Jahrzehnten auch." Die Corona-Krise habe diese Position nicht geschwächt.
Presseschau vom 29. Mai 2020 – Der Bund polemisiert gegen die Wiedereröffnungsbestrebungen der Kulturszene
Die Systemkritik ist tot
Bern, 29. Mai 2020. In der Berner Zeitung Der Bund polemisiert Michael Marti gegen die Kulturszene, die sich gerade für die Wiedereröffnungen warmläuft. Seine Thesen:
1. Zu lange hat die Kunst das Publikum ignoriert, das es nun gerade entdeckt.
2. Kunst fehlt den Menschen? Die Hälfte der Bevölkerung sieht das anders.
3. Die Reaktionen der Kultur auf Corona waren konformistisch – jedes illegale Fußballspiel besitzt mehr Sprengkaft.
4. Die Kunst versteckte sich während Corona zu lange im Netz, statt ihre physische Kraft zu mobilisieren.
5. Statt auf Systemkritik setzt die Kultur auf handzahme Systemrelevanz.
6. Dass die Theater jetzt vor Mini-Gruppen spielen wollen, ist nicht radikal.
(Der Bund / geka)
Presseschau vom 1. Mai 2020 – Stefan Rosinski, Geschäftsführer der Bühnen Halle, unterbreitet einen Vorschlag zur Rettung der Freien Szene
Lokal gedacht
1. Mai 2020. Die Corona-Krise trifft fest angestellte Künstler*innen weniger hart als Akteur*innen der Freien Szene. Sie könnten auch nach der Krise aufgrund von Sparmaßnahmen in ihrer beruflichen Existenz bedroht bleiben. Stefan Rosinski – scheidender Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (Saale) – unterbreitet in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Paywall) einen Vorschlag, wie man der Bedrohung der Freien Szene strukturell begegnen könnte.
Presseschau vom 28. April 2020 – Regisseur Frank Castorf kritisiert im Spiegel die Corona-Maßnahmen
"Das beleidigt meine bürgerliche Erziehung"
28. April 2020. Regisseur Frank Castorf übt in einem Interview mit dem Spiegel (€) heftige Kritik an den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus. "Wenn das Robert Koch-Institut klar sagen könnte, dass wir ohne drakonische Maßnahmen in wenigen Wochen 600.000 bis 1,5 Millionen Tote hätten, würde ich sofort einsehen, dass wir einen Ausnahmezustand haben. Aber angesichts der jetzigen Sterblichkeitsrate und der Zahl von bisher weniger als 6000 Corona-Toten sage ich: Es ist immer traurig, wenn ein Mensch stirbt, auch ein alter Mensch. Aber es ist der Lauf der Dinge, den wir akzeptieren müssen."
Presseschau vom 22. April 2020 – Kulturstaatsministeriun Monika Grütters im Kulturausschuss des Deutschen Bundestags zu den Folgen der Coronakrise auf den Kulturbetrieb
Sind sie sich zu fein?
22. April 2020. Im Kulturausschuss des Deutschen Bundestags kritisierte Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute die Corona-Hilfen der Bundesländer, wie der Tagesspiegel berichtet. Sie sehe "einen unerfreulichen Flickenteppich unabgesprochener Maßnahmen".
Presseschau vom 19. April 2020 – Verschiedene Medien über den Streit um Achille Mbembe als Eröffnungsredner der Ruhrtriennale
Wessen Kampagne?
19. April bis 9. Mai 2020. Mehrere Medien untersuchen und kommentieren die Ankündigung des kamerunischen Historikers und Professors an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg Achille Mbembe als Eröffnungsredner der Ruhrtriennale und die Kritik daran, angeführt vom kulturpolitischen Sprecher der FDP im NRW-Landtag, Lorenz Deutsch und vom Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus Felix Klein.
Presseschau vom 19. April 2020 – Spiegel-Interview mit Themis-Vertrauensstelle für Betroffene von Machtmissbrauch
"Die Angst ist groß"
19. April 2020. Der Spiegel interviewt eine Juristin und eine Psychologin von der im Mai 2018 gegründeten Vertrauensstelle für Betroffene von Machtmissbrauch und sexueller Belästigung im Kulturbereich Themis – Maren Lansink und Marina Fischer berichten nach einer Evaluation der bisherigen Fälle erstmals in der Öffentlichkeit von der Arbeit der Vertrauensstelle.
Presseschau vom 30. März 2020 – Deutschlandfunk Kultur berichtet von Streit um Proben an der Bayerischen Staatsoper in Zeiten der Seuche
Phantome nicht nur der Oper
30. März 2020. Auf Deutschlandfunk Kultur berichtet Jörn Florian Fuchs von Streit über weiter andauernde Proben an der Bayerischen Staatsoper in München.
Presseschau vom 6. März 2020 – Die Mitteldeutsche Zeitung über einen Antrag auf drastische Theaterbeschneidung durch die AfD-Fraktion im Land Sachsen-Anhalt
Undeut(sch)lich
6. März 2020. Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) berichtet über einen Änderungsantrag der AfD-Landtagsfraktion zum Haushaltsplan 2020/2021 für Sachsen-Anhalt (hier hinter Paywall). Darin fordere die AfD, die Unterstützung der Theater in kommunaler Trägerschaft drastisch zu kürzen: um 18 Millionen Euro (in 2020) bzw. um 19 Millionen Euro (in 2021) gegenüber den von der Regierung vorgesehenen rund 38 Millionen Euro. Aus der Begründung des AfD-Antrags zitiert die MZ folgende Passagen: Die Spielpläne seien "politisch höchst einseitig orientiert", und weiter: "Insbesondere werden kaum deutsche Theaterstücke auf die Bühne gebracht."
Presseschau vom 16 Januar 2020 – Rasche-Choristen gegen prekäre Arbeitsbedingungen am Burgtheater Wien
Ein Chor kündigt
16. Januar 2020. Die Wiener Tageszeitung Der Standard berichtet, dass die Chorist*innen aus der Inszenierung "Die Bakchen" (Regie: Ulrich Rasche) am Burgtheater Wien zum Ende der Spielzeit "allesamt ihre Verträge gekündigt" hätten und entweder nachverhandeln oder überhaupt nicht mehr spielen wollten. "Dem Standard wurde ein anonymes Schreiben übermittelt, in dem ein Chormitglied die prekären Bedingungen, unter denen man arbeitet, schildert. Mehrere Choristen haben die Angaben auch mündlich bestätigt und einen Vertrag vorgezeigt", heißt es in dem Artikel von Stefan Weiss.
Presseschau vom 17. November 2019 – Presseberichte über den Prozess gegen die einstige Burg-Geschäftsführerin Silvia Stantejsky
Der Burgtheater-Prozess
17. November 2019. Vor dem Wiener Landgericht wurde am 14. November 2014 der Prozess gegen die einstige Geschäftsführerin des Wiener Burgtheaters Silvia Stantejsky eröffnet, "ein gerichtliches Nachspiel zur Tragödie, die die gesamte Kulturbranche erschüttert und wohl, ironischerweise, auch zum Besseren verändert hat", wie die Wiener Tageszeitung Der Standard am 9.11.2019 in der Woche vor Beginn des Prozesses schrieb, für den zunächst vier Verhandlungstage anberaumt wurden.
Presseschau vom 2. November 2019 – Von einer "Regimekrise" am Staatstheater Wiesbaden berichtet der Wiesbadener Kurier
Hinter der Kulisse? Wie in der Fabrik
2. November 2019. Von heftigen Konflikten zwischen Mitarbeitern und Intendanz am Staatstheater Wiesbaden berichtet heute der Wiesbadener Kurier (Artikel hinter der Paywall).
Presseschau vom 18. Oktober 2019 – In Halle fordern drei Intendanten den Rücktritt eines AfD-Politikers aus dem Aufsichtsrat des Theaters
Gegen geistige Brandstiftung
18. Oktober 2019. In einem Schreiben an den Aufsichtsrat der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH) sowie an die Mitglieder des halleschen Stadtrates forderten die Intendanten von Schauspiel, Oper und Puppentheater, Matthias Brenner, Florian Lutz und Christoph Werner, gestern den Rückzug des AfD-Politikers Donatus Schmidt aus beiden Gremien. Das berichtet heute die Mitteldeutsche Zeitung.
Presseschau vom 4. Oktober 2019 – Im Bremer Weserkurier erinnert sich der Dramatiker Moritz Rinke an den Choreografen Johann Kresnik
"Sie sind ja ein Berg"
4. Oktober 2019. Im heutigen Weserkurier aus Bremen schreibt Moritz Rinke, der in der Nähe von Bremen, in Worpswede aufwuchs, einen Erinnerungstext an den Tänzer und Choreografen Johann Kresnik, der lange in Bremen gearbeitet hat. Der Text ist nicht online, wir schreiben ihn hier mit eigenen Worten zusammenfassend nach.
Presseschau vom 4. Oktober 2019 – In der FAZ fordern die Verlegerinnen des Fischer Theaterverlags eine Stärkung der zeitgenössischen Dramatik
Eine Quote für neue Dramatik!
4. Oktober 2019. In der Theaterserie Spielplan-Änderung stellt die FAZ seit einiger Zeit vergessene Stücke vor. Nun melden sich an gleicher Stelle Verlegerinnen des Fischer Theaterverlags zu Wort und rufen zur Stärkung der zeitgenössischen Dramatik auf.
Presseschau vom 22. August 2019 – Der Standard über die Anklageschrift gegen Silvia Stantejsky, ehemalige Geschäftsführerin des Wiener Burgtheaters
Teilweise geständig
Wien, 22. August 2019. Bilanzvergehen, Untreue und Veruntreuung – das sind die Anklagepunkte, die ab dem 14. November am Wiener Landesgericht gegen die frühere kaufmännische Geschäftsführerin des Burgtheaters, Silvia Stantejsky, vorgebracht werden. Wie der Standard berichtet, drohen Stantejsky ein bis zehn Jahre Haft.
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