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Westfälische Giftliste bedroht die Theater in Castrop-Rauxel und Detmold
Furcht vor dem Domino-Effekt
12. November 2010. Wie die Ruhr Nachrichten bereits vor zwei Tagen berichteten, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ein 101 Seiten dickes Papier vorgelegt, dass Sparmaßnahmen im Kulturbereich vorsieht, die das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel und das Westfälische Landestheater Detmold in ihrer Existenz gefährden würden. Auch drei Landesorchester – darunter die Neue Philharmonie Westfalen mit Sitz in Recklinghausen – sind bedroht.
"Es handelt sich nur um eine Vorschlagsliste", habe der LWL-Sprecher Frank Tafertshofer zwar betont. Aber Tatsache sei, so die Ruhr Nachrichten, "der Verband steht vor einem Haushaltsloch von 255 Millionen Euro." Der Grund sind explodierende Kosten im Bereich sozialer Einrichtungen. Der Bedarf kletterte jedes Jahr um 50 bis 60 Millionen Euro auf inzwischen 2,4 Milliarden.
Die Kulturetat des LWL beträgt 60 Millionen hat. 456 800 Euro davon gehen jährlich an das Landestheater Castrop-Rauxel. Wieviel davon eingespart werden soll, ist noch unklar. "Ein Wegfall würde den sofortigen Kollaps des Theaters bedeuten", warnte Günter Wohlfarth, Kaufmännischer Direktor und stellvertretender Intendant. Das Theater hat einen Gesamtetat von vier Millionen. Insgesamt 978 200 Euro halten die drei reisenden Landesorchester am Leben – also die Neue Philharmonie Westfalen in Recklinghausen, die Nordwestdeutsche Philharmonie in Herford und die Philharmonie Südwestfalen.
Friedrich Klanke, Sprecher der CDU-Fraktion im LWL-Parlament, befürchtet bei einer Streichung den Domino-Effekt: "Wenn wir die Gelder streichen, ziehen sich auch andere Zuschussgeber heraus. Das würde den Bestand gefährden."
Der LWL wird getragen und finanziert von den 18 Kreisen und neun kreisfreien Städte in Westfalen-Lippe. Mit rund 13.000 Beschäftigten erfüllt der LWL als Dienstleister Aufgaben in den Bereichen Soziales, Psychiatrie, Maßregelvollzug, Jugend/Schule und Kultur.
(Ruhr Nachrichten/sik)
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