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Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne

13. April 2026. In einer öffentlichen Stellungnahme wendet sich die Leitung des Theaters Chemnitz gegen Überlegungen, in der Stadt künftig kein eigenes Schauspielhaus mehr zu unterhalten. Derartige Ideen kursieren Medien wie der Chemnitzer Freien Presse oder tag24 zufolge in Teilen des Chemnitzer Stadtrates. Konkret wird darüber nachgedacht, für alle fünf Sparten des Chemnitzer Theaters künftig nur noch das Opernhaus zur Verfügung zu stellen.

Hintergrund der Debatte ist die aktuelle Diskussion um die Frage, ob das baufällige Schauspielhaus saniert oder neu gebaut werden soll. Die besagten Stadtratsvertreter*innen positionieren sich mit ihrem Vorschlag nun praktisch gegen beide Lösungen und plädieren stattdessen aus finanziellen Gründen für einen Umzug des Schauspiels und des Figurentheaters unter das Dach des Opernhauses, wo neben dem Musiktheater auch das Ballett und die Robert-Schumann-Philharmonie beheimatet sind.

Die Realisierung derartiger Pläne, warnt die Chemnitzer Theaterleitung in ihrer Presseaussendung, würde "mindestens die Halbierung des künstlerischen Angebots" bedeuten – bei derzeit 250 Veranstaltungen im Opernhaus und 450 bis 500 Veranstaltungen im Schauspielhaus bzw. in dessen Interimsspielstätte im Spinnbau. Von der Reduktion betroffen wären alle Sparten, das Theater wäre "in Sachsen nicht mehr konkurrenzfähig".

Davon abgesehen, seien die architektonischen und akustischen Gegebenheiten des Opernhauses "für Sprechtheater nur sehr bedingt geeignet". Die Theaterleitung appelliert daher an den Stadtrat,
• eine tragfähige Lösung für ein Schauspielhaus und das Opernhaus zu entwickeln,
• die realen Auswirkungen auf den Spielbetrieb in die Entscheidungen einzubeziehen,
• die kulturelle Strahlkraft von Chemnitz nach dem Kulturhauptstadtjahr nachhaltig zu sichern,
• Planungssicherheit zu schaffen, um langfristige Qualität zu gewährleisten
• und die Entscheidung als Investition in die Zukunft der Stadtgesellschaft zu begreifen.

Unterzeichnet haben Generalintendant Christoph Dittrich, Gundula Hoffmann (Direktorin Figurentheater), Christine Marquardt (Operndirektorin), Benjamin Reiners (Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Robert-Schumann-Philharmonie), Raj Ullrich (Technischer Direktor), Ronny Guhlmann (Verwaltungsdirektor), Carsten Knödler (Schauspieldirektor), Stefanie Müller-Lietzau (Orchesterdirektorin) und Sabrina Sadowska
(Ballettdirektorin).

(Theaterleitung der Städtischen Theater Chemnitz gGmbH / cwa)

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