2,7 Sekunden - Jan Neumanns Weimarer Stückentwicklung zur Kraft der Erinnerung
Den Hirntumor wegtanzen
Es wird einmal - Anselm Webers Uraufführung von Martin Heckmanns neuem Stück in Bochum
Mysterien der Probebühne
von Andreas Wilink
Bochum, 14. Dezember 2013. Kommen zwei Schauspieler zur Bühne Welt – und das geht so: Zur Einstimmung erfolgt ein Vorruf auf dem Theater. Er klingt wie ein Hymnus, als würde ein Poeta laureatus in die Saiten greifen: "Der bisweilen leere Raum" titelt der Prolog von Martin Heckmanns und hört hinein in den Echoraum der möglichen (oder nötigen) körperlichen und geistigen Gemeinschaft in ihrer "gemeinsamen Atmung", die das Theater herstellt. Manchmal. Motive von Vergänglichkeit, Zeitlichkeit, Verausgabung werden angeschlagen, aber nicht so, wie ein Antiker oder der Deutsch-Hellene Hölderlin gedichtet hätten, auch wenn der ferne Klang der Götter Griechenlands herüber zu tönen scheint. Vielmehr gebrochen, ironisch, scherzhaft, nonchalant mokant. Das auktoriale "wir" ermuntert uns zu erheitertem Einverständnis.
Dekalog - Christopher Rüping zahlt in Frankfurt Krzysztof Kieślowskis Moral mit kleiner Münze aus
Zuschauer-Abstimmung beim Lieben Gott
von Shirin Sojitrawalla
Frankfurt, 13. Dezember 2013. Keine Frage, Filme und Romane dürfen auch als Theaterstücke daherkommen. Das gilt selbst für Krzysztof Kieślowskis epochalen Fernsehzehnteiler Dekalog aus den Jahren 1988/89, der vordergründig anhand der zehn Gebote die Abgründe der menschlichen Existenz auslotet und bei näherer Betrachtung die wesentlichen Dinge des Lebens im Schattenreich zwischen Schicksal und Zufall verortet.
Vor den Vätern sterben die Söhne - Das Dessauer Publikum durfte sich was wünschen und bekam Thomas Brasch
Tauziehen über der Schlucht
von Ute Grundmann
Dessau, 14. Dezember 2013. Wenn der Alte mal wieder von seinen Heldentaten im Spanischen Bürgerkrieg erzählt, rollen die Jungen bloß noch mit den Augen. Das alte Lied kennen sie schon aus dem Kindergarten. Sie aber wollen ihre eigene(n) Geschichte(n) erleben, wollen ihren Platz im Leben und in einem Staat finden, den die Alten hinter einer Mauer eingeschlossen haben. Das ist eine der prägnanteren Szenen in einem Stück, das das Dessauer Publikum per Wahlzettel auf den Spielplan des Anhaltischen Theaters setzte: Thomas Braschs "Vor den Vätern sterben die Söhne" hatte in der kleinen Spielstätte, dem Alten Theater, Premiere.
Eine Schneise - Das Stück von Händl Klaus erlebt seine verkappte Zweit-Uraufführung: Ohne Musik geht nicht alles besser
Sag mir, wo die Bienen sind
von Dieter Stoll
Nürnberg, 14. Dezember 2013. Es brummt und summt im Parkett vor Beginn der Vorstellung. Und das, obwohl die "Bienen", genauer gesagt "Meine Bienen" aus der Metaphern-Schleuder eines spät zu Wort kommenden Imkers, gegenüber dem ursprünglichen Stück-Titel nicht mehr vorhanden sind und die ganze Aufmerksamkeit des Publikums auf vier Neandertaler gelenkt wird. "Eine Schneise" steht nun für alles, muss allein das Sinnbild für Verwüstung und Befreiung repräsentieren.
Regie: Helene Hegemann
Regie: Stephan Huber
Regie: norton.commander.productions
Regie: The Nielsen Movement
Regie: Sebastian Nübling
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