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Früherer Intendant Dietrich Taube verstorben

30. November 2021. Der frühere Gießener, Mainzer und Erfurter Intendant Dietrich Taube ist am 20. November im Alter von 89 Jahren verstorben. Das meldet das Stadttheater Gießen heute in einer Pressemitteilung. Der 1932 in Walzen/Oberschlesien geborene Intendant, der auch Regisseur, Schauspieler und Dramatiker war, leitete das Gießener Haus von 1966 bis 1978, nachdem er 1964 als Oberspielleiter nach Gießen gekommen war. Unter Taubes Leitung wurde das Theater umfassend renoviert und mit dem "Zig" die erste Studiobühne in der ehemaligen Zigarettenfabrik Schirmer gegründet. 

Das "Zig" wurde zum "Experimentierfeld für zeitgenössische, avantgardistische Dramatik" und ein "Treffpunkt zum gemeinsamen Feiern, ein Forum zu Diskussionen", wie es laut Pressemitteilung in einer Ankündigung aus dem Jahr 1974 hieß. Die Bühne, in der auch "Autorenlesungen, Jugendfeten, Beat-Lyrik-Bier-Abende, Jazz-Workshops (und) literarisches Kabarett" einen Ort gefunden hatten, wurde 1990 abgerissen.

Unter Taubes Leitung hatten über 60 Inszenierungen in Gießen Premiere, darunter neben Klassikern auch viele Stücke zeitgenössischer Autoren, etwa "Martin Luther und Thomas Münzer" oder "Die Einführung der Buchhaltung" von Dieter Forte und Dürrenmatts "Play Strindberg". 

Nach Ende seiner Intendanz in Gießen wechselte Dietrich Taube als Intendant an das städtische Theater in Mainz und wurde in der Spielzeit 1990/1991 erster Intendant und künstlerischer Geschäftsführer der neu gegründeten Staatstheater Mainz GmbH. Anschließend folgte eine Intendanz in Erfurt, während der er sich unter anderem um die Gründung der Erfurter Domfestspiele verdient machte.

(Stadttheater Gießen / jeb)

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