Presseschau vom 14. September 2011 – Die taz porträtiert Matthias von Hartz

Das Große und das Kleine

Das Große und das Kleine

14. September 2011. In der tageszeitung porträtiert Simone Kaempf den Theatermacher Matthias von Hartz, der im Sommer mit seiner Forderung nach einem Modellhaus als Kreuzung zwischen Stadt- und Off-Theater ("anders strukturiert, anders organisiert") auch auf nachtkritik.de für Diskussion sorgte. Es sei kein Zufall, schreibt Kaempf, "dass er sich für diese Verschmelzung einsetzt. Als Regisseur hat er an Stadttheatern gearbeitet, als Festivalkurator kennt er die freie Szene gut. Seit 2007 leitet er das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel und zusammen mit Tom Stromberg das 'Impulse'-Festival." Das Antwerpener Modell habe von Hartz in diesem Sommer eher nebenbei in die Diskussion geworfen.

Gelernt, politische Themen anders zu erzählen, habe er in den neunziger Jahren, als von Hartz zusammen mit Falk Richter, Nicolas Stemann, Sandra Strunz und Ute Rauwald in Hamburg Regie studierte. Dort begann von Hartz – in Opposition zum Ausbildungsleiter Jürgen Flimm – "Abende zu entwickeln, die Vorträge, Performances und Aktionen kombinierten. 'Das bereitete immer Probleme, weil man sich rechtfertigen musste, ob das überhaupt Theater sei.' Was er heute als Kurator versuche, ist einen Rahmen zu schaffen für das, was an anderer Stelle nicht möglich sei."

Von Hartz, der ab 2013 die Gastpielreihe spielzeit'europa der Berliner Festspielen betreute, müsse nun zwischen Experimenten und zugkräftigen Namen einen Spagat finden. Er selbst frage sich: "Wie zeitgemäß und sinnvoll ist es eigentlich, herumzureisen und das Größte einzusammeln? Das muss man sich schon fragen. Und wie zeigt man relevantere kleine Formate mit so viel Wertschätzung, dass das eine nicht als das Große und das andere nicht als das Kleine dasteht?"

(geka)

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