Presseschau vom 3. Dezember 2011 – Die Welt spricht mit Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz

"Das schafft der Frank"

"Das schafft der Frank"

3. Dezember 2011. In der Welt spricht Stefan Kirschner mit dem alten und neuen Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz (unter dem alten und neuen Kultursenator Klaus Wowereit). Etwa über die Gentrifizierung, "eines der großen Themen der nächsten Jahre": In den Innenstadtbereichen greife "ein Verdrängungsmechanismus, der für die Clubs, aber auch für die Kunst- und Theaterszene insgesamt problematisch ist".

Dass gerade auch die Intendanten, wie Armin Petras und Shermin Langhoff, abwandern, kommentiert Schmitz gelassen: "Wenn Petras als Intendant des Maxim-Gorki-Theaters das Staatstheater in Stuttgart übernehmen kann, dann ist doch klar, dass er das deutlich bessere Angebot annimmt. Wenn man mir die Stelle des Kulturstaatsministers im Bund anbieten würde, dann würde ich mit Wowereit reden und fragen, ob er mich vorzeitig aus meinem Amt entlässt. Und wahrscheinlich hätte er Verständnis. Ich würde aber nicht den Regierenden dann noch beschimpfen."

Grundsätzlich sei es aber "nicht schlimm und alles andere als eine Ohrfeige für die Berliner Kulturpolitik, wenn Künstler, die wir geholt oder wie Shermin Langhoff quasi entdeckt haben, hier so erfolgreich sind, dass sie woanders nachgefragt werden". Auf Kirschners Frage, ob Frank Castorf den schwierigen Job als "Ring"-Regisseur in Bayreuth 2013 und Volksbühnen-Chef überhaupt packen könne, mein Schmitz: "Das schafft der Frank, da mache ich mir gar keine Sorgen." Und umgeht so geschickt alle Versuche, etwas über die Besetzungsplanungen herauszufinden, die in Schmitz' Standard-Satz gipfeln: "Vertragsverhandlungen führe ich grundsätzlich nicht über die Zeitung."

(geka)

Kommentar schreiben