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Unsere auswahl ist subjektiv

Presseschau vom 6. Juni 2016 – Der Schriftsteller Rolf Schneider kritisiert die Roman-Lust der deutschen Theater

Blindes Sägen am eigenen Ast

6. Juni 2016. Rolf Schneider, einer der Berühmten der DDR-Literatur, beklagt in einem Beitrag auf Deutschlandradio, dass die Spielpläne der Theater derzeit kaum mehr aus Dramen, sondern nur noch aus Roman-Bearbeitungen, Film-Bearbeitungen und anderem szenischen Material bestünden.

Presseschau vom 3. Juni 2016 – Die SZ besucht das Theater Trier und seinen umstrittenen Neu-Intendanten Karl M. Sibelius

Alles anders

3. Juni 2016. Für die Süddeutsche Zeitung (3.6.2016) hat Gianna Niewel das in die Schlagzeilen geratene Theater Trier und seinen neuen Intendant Karl M. Sibelius besucht, der "die gewohnten Pfade" verlassen habe. " Vor Sibelius habe gegolten: "Der Intendant: bekannt. Sein Spielplan: verlässlich. Die Schauspieler: blieben über Jahre. Sibelius und sein Schlachtruf 'Alles bleibt anders' waren da eine Provokation für viele Trierer. Erst fanden sie ihn spannend. Dann wurde er ihnen zu viel."

Presseschau vom 25. Mai 2016 – Die Wiener Zeitungen über den Rechnungshof-Endbericht zur Causa Burgtheater

Multiples Organversagen

25. Mai 2016. Der österreichische Rechnungshof hat gestern seinen Abschlussbericht zur Causa Burgtheater Wien präsentiert (hier lässt er sich herunterladen). Heute reagieren die Zeitungen. Viele Erkenntnisse hatten sich bereits abgezeichnet, etwa in der nachtkritik.de-Chronik über die Vorgänge am Burgtheater, werden jetzt aber bestätigt: Die Vorbilanztricks der 2013 fristlos gekündigten kaufmännischen Direktorin Silvia Stanejsky, eklatante Produktionsbudget-Überschreitungen 2009/10 dank des Premierenfeuerwerks, das der 2014 entlassene Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann in seiner ersten Saison zündete, so fasst es der Standard zusammen.

Presseschau vom 21. Mai 2016 – Das Theater Trier und sein Intendant Sibelius in der Kritik

Haushaltsdefizit, Zuschauerschwund, Tretroller & Hosenmode

21. Mai 2016. Das Theater Trier und sein Intendant Karl Sibelius, gerade zehn Monate im Amt, sind unter Druck:  das berichtet der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR) auf seiner Internetseite. Auch der Trierische Volksfreund schreibt von Haushaltsdefizit und Zuschauerschwund. Heute käme der Kulturausschuss zu einer Krisensitzung zusammen.

Presseschau vom 6.Mai 2016: Jan Küveler fragt in der Welt: Wozu braucht es noch dieses altmodisches Theater?

Theater ist das neue Wellness

6. Mai 2016 Anlässlich des Theatertreffens hinterfragt Jan Küveler (aufgerufen am 6.5.2016) in der Welt die Bedeutung des zeitgenössischen Theaters: "Was kann ich denn bitte hier kaufen, was ich woanders nicht kriege?" Eine Katharsis, die ohnehin nur ein anderes Wort für "Thrill" sei, erlebe man im Kino viel zuverlässiger.

Presseschau vom 30. April 2016 – Frank Castorf spricht in der Süddeutschen Zeitung über die Harmlosigkeit des aktuellen Theaters und das Ende seiner Volksbühnen-Zeit

"Ich kann nicht anders!" 

"Theater sind ja nicht mehr Widerstandsorte, sondern längst Serviceunternehmen", befindet Frank Castorf in bekannter Manier in einem ausführlichen Interview in der Süddeutschen Zeitung (30.04.2016). Christine Dössel und Christian Mayer befragen den Noch-Intendanten unter anderem zu seiner Liebe zu Jaroslav Hasek ("Er hat eine Zeit lang 35 Halbe am Tag getrunken.(..) Wahnsinn, jeden Tag!") und sprechen mit Castorf über die Münchner Kammerspiele unter der Ägide von Matthias Lilienthal ("Das ist mir jetzt viel zu gefährlich, dieses Designer-Aleppo!"), bereden mit ihm aber auch über die Rolle des Theaters in unserer, Castorf zufolge kapitalistischen Gesellschaft "in seiner Endphase":

Presseschau vom 28. April 2016 – Die SZ über "Whitewashing" in Hollywood und warum immer noch viele asiatische Figuren mit weißen Schauspieler*innen besetzt werden.

Der blinde Fleck von Hollywood

28. April 2016. In der Süddeutschen Zeitung (28.4.2016) schreibt Kathleen Hildebrand darüber, dass in Hollywood immer wieder asiatische Figuren von weißen Schauspielern gespielt werden – "Whitewashing" nennt man das. Jüngst waren es die Besetzungen von Tilda Swinton als tibetanischer Mönch (in "The Ancient One") oder von Scarlett Johansson als japanische Cyborg-Frau Major Motoko Kusanagi (in "Ghost in the Shell"), die Kritik erregten. "Seit Jahrzehnten bemängeln Schauspieler asiatischer Herkunft, dass sie in Hollywood quasi unsichtbar sind und oft nicht einmal Figuren spielen dürfen, die in Drehbüchern oder Romanvorlagen explizit als Asiaten bezeichnet werden."

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